Chemieindustrie
Wagenknecht fordert billiges Öl und Gas – auch aus Russland

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sieht Leuna als "Herzkammer der ostdeutschen Industrie". (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sieht Leuna als "Herzkammer der ostdeutschen Industrie". (Symbolbild) Foto
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Sahra Wagenknecht drängt auf einen Industriegipfel und eine Senkung der Energiepreise für Unternehmen. Was sie vor ihrem Besuch in Sachsen-Anhalt über den Standort Leuna sagt.

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat einen Schutzschirm für die deutsche Industrie gefordert. Alle Standorte müssten dauerhaft gesichert werden, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur. "Die industrielle Basis des Landes darf nicht länger aufs Spiel gesetzt werden."

Wagenknecht möchte einen Industriegipfel mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vertretern der Länder und den Sozialpartnern im Sommer im Osten. "Es ist unhaltbar, dass Deutschland mit die höchsten Energiepreise für die Industrie weltweit hat", sagte Wagenknecht. "Die Bundesregierung muss die Energiepreise in etwa halbieren, um die Industrie vor dem Kollaps zu schützen."

Das BSW fordert unter anderem eine Senkung von Steuern und Abgaben. Öl und Gas solle wieder dort eingekauft werden, wo es am billigsten angeboten werde, so Wagenknecht. "Wenn sie nicht verschwinden soll, braucht unsere Industrie wieder preiswerte Energie - auch aus Russland."

Wagenknecht bezeichnete den Standort Leuna als "Herzkammer der ostdeutschen Industrie". Wer die Industrie durch ideologische Energiepolitik im Stich lasse, deindustrialisiere das Land. "Wir brauchen wieder eine Industrie- und Wirtschaftspolitik des gesunden Menschenverstandes." Wagenknecht besucht am Mittwoch den Chemiestandort Leuna (Saalekreis).

dpa