Kitaplätze Sachsens Kita-Bedarf sinkt – doch Lücke bleibt

Die Planung von Kitaplätzen sind keine Sandkastenspiele. (Symbolfoto) Foto: Christoph Soeder/dpa
Die Planung von Kitaplätzen sind keine Sandkastenspiele. (Symbolfoto) Foto
© Christoph Soeder/dpa
Innerhalb von fünf Jahren sank die Zahl der Kleinkinder um fast 25 Prozent. Eine IW-Studie zeigt, welche Folgen das für Kitaplätze und die langfristige Planung hat.

In Sachsen fehlt für 6,3 Prozent der Kinder unter drei Jahren mit Betreuungsbedarf ein Kitaplatz. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Freistaat gehört damit weiterhin zu den Ländern mit der geringsten Versorgungslücke. Zum Vergleich: Bundesweit sind 14,2 Prozent der U3-Kinder ohne Platz.

Sachsen im Ländervergleich

Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen mit einer Lücke von 6,3 Prozent in der Spitzengruppe der Länder mit den geringsten Versorgungslücken – hinter Mecklenburg-Vorpommern (4 Prozent) und Sachsen-Anhalt (4,3 Prozent), aber vor Thüringen (8,2 Prozent) und Brandenburg (6,1 Prozent). Besonders groß sind die Lücken hingegen in Bremen (18,9 Prozent), Rheinland-Pfalz (18,7) und dem Saarland (18,5).

Demografische Entwicklung im Osten prägt den Bedarf

Die Studie macht deutlich, dass besonders die ostdeutschen Bundesländer stark von demografischen Entwicklungen beeinflusst werden. Das Institut macht auf Rückgänge im Osten aufmerksam. "Hier ist die Zahl der unter Dreijährigen seit 2019 mit einem Rückgang um fast 20 Prozent regelrecht eingebrochen", schreibt das IW. Das habe auch zu einem starken Rückgang des Bedarfs geführt, wenn sich rechnerisch im Osten auch immer noch eine Lücke von 25.000 Plätzen ergibt.

Ins Verhältnis gesetzt, hat das IW hierbei die Zahl der Eltern, die nach eigenen Angaben Betreuungsbedarf haben, mit der Zahl der betreuten Kinder.

Abbau Ost prognostiziert

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IW-Experte Wido Geis-Thöne prognostizierte, dass in den Ostländern wohl künftig Kita-Plätze abgebaut würden. Ein Rückbau der Kapazitäten scheine "unausweichlich", so die Studie. Die Forscher mahnen, die Gebäude und Orte so zu erhalten, dass sie in Zukunft bei Bedarf wieder in Betreuungseinrichtungen umgewandelt werden können. Eignen könne sich dafür eine Nutzung als Jugendtreffs oder Vereinsheime. 

Der Bildungsökonom forderte Anstrengungen für gute Kita-Qualität. Heute seien vor allem in Ostdeutschland die Gruppen oft zu groß. Generell gilt laut Geis-Thöne: "Gerade für Kinder aus bildungsfernen Haushalten ist der Besuch einer Kita entscheidend für den weiteren Bildungsweg."

dpa