Hitze-Check
Thüringer Städte mit Nachholbedarf beim Hitzeschutz

Thüringer Städte schneiden laut Deutscher Umwelthilfe beim Hitzeschutz nicht besonders gut ab. (Symbolbild) Foto: Michael Reiche
Thüringer Städte schneiden laut Deutscher Umwelthilfe beim Hitzeschutz nicht besonders gut ab. (Symbolbild) Foto
© Michael Reichel/dpa

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Sommerliche Hitzewellen sind in den vergangenen Jahren auch in Thüringen häufiger geworden. Wie gut sind die Menschen in Städten vor den Auswirkungen geschützt?

Beim Schutz vor Hitze schneiden die Thüringer Städte Erfurt, Jena, Gera und Weimar einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge im Bundesvergleich mittelmäßig bis schlecht ab. Weimar kam im Hitze-Check in allen drei abgefragten Kategorien nach einem Ampelsystem auf Gelb, was „gemischt“ bedeutet. Jena, Erfurt und Gera bekamen beim Trend zur Flächenversiegelung in der Bewertung Rot, beim Anteil der Baum- und Grünflächen („Beschirmungsgrad“) und bei der Betroffenheit der Menschen von Hitze, Versiegelung und fehlendem Grün zeigte die Ampel in diesen drei Städten ebenfalls Gelb.

Schwerpunkt Baumverluste

Die DUH hatte den Hitzeschutz in 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern unter die Lupe genommen, wobei der Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem Verlust von Bäumen lag. In den vier untersuchten Thüringer Städten gingen demnach zwischen 2018 und 2025 insgesamt rund 13.000 Bäume verloren, knapp 5.000 allein in der Landeshauptstadt Erfurt.

Für den Hitze-Check werden laut DUH neben der Sommertemperatur und der Bevölkerungsdichte einzelner Städte auch die Menge an Beton und Asphalt sowie die Zahl der schattenspendenden Bäume und Grünflächen mit Hilfe von Luftbildern in den Blick genommen. Es handelt sich um Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt werden. Neu gepflanzte Bäume etwa gehen weitgehend nicht in die Schätzung ein.

Städte müssen sich an Hitzewellen anpassen

Hitzewellen sind weltweit wegen des Klimawandels intensiver und wahrscheinlicher geworden, was mit gesundheitlichen Risiken insbesondere für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen einhergeht. Damit wird auch die Anpassung von Städten an diese Bedingungen wichtiger. So hat etwa Jena einen Hitzeaktionsplan erarbeitet. In Erfurt gibt es laut Stadt ein Hitzehandbuch zum Verhalten an heißen Tagen und ein Hitzetelefon.

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dpa