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Volleyballer: Homophobie im Sport «Spiegelbild der Kultur»

Volleyball
Volleybälle liegen in einer Halle. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Benjamin Patch vom deutschen Volleyball-Meister Volleys Berlin hat die diskriminierenden Tendenzen im Sport angeprangert. «Im Allgemeinen denke ich, dass es in allen Sportarten Homophobie gibt. Das ist das größte Problem», sagte der 30 Jahre alte Diagonalangreifer dem «Tagesspiegel» (Mittwoch) und ergänzte: «Ich habe selbst miterlebt, wie Spieler sich gegenseitig umarmen und dabei realisieren, dass sie womöglich für schwul gehalten werden könnten.»

Benjamin Patch vom deutschen Volleyball-Meister Volleys Berlin hat die diskriminierenden Tendenzen im Sport angeprangert. «Im Allgemeinen denke ich, dass es in allen Sportarten Homophobie gibt. Das ist das größte Problem», sagte der 30 Jahre alte Diagonalangreifer dem «Tagesspiegel» (Mittwoch) und ergänzte: «Ich habe selbst miterlebt, wie Spieler sich gegenseitig umarmen und dabei realisieren, dass sie womöglich für schwul gehalten werden könnten.»

Zugleich kritisiert der US-Amerikaner, der vor einem Jahr öffentlich gemacht hatte, queer zu sein, die Sexualisierung der Frauen. Er halte es «für problematisch, wie unter Athleten über Frauen geredet wird - das ist so veraltet. Wie Frauen sexualisiert, entmachtet und auf ihre Körper reduziert werden, ist toxisch.» Patch analysiert das Verhalten mit der Unsicherheit von Männern im Umgang mit Männern: «Dann ist der einzige Weg, sich unter seinesgleichen wohlzufühlen, jemand anderen herabzustufen. Und viele Männer denken, das sei bei Frauen leichter, weil sie sich physisch überlegen fühlen.»

Zugleich sieht der Volleyball-Profi Tendenzen der Veränderung. «In der Politik sieht man zunehmend Frauen in Führungsrollen und auch im Sport treten immer mehr Männer dafür ein», sagte Patch. Viel wichtiger sei aber der tägliche Umgang der Athleten untereinander, «zum Beispiel auf Busfahrten oder in der Umkleide, wenn sie sich gegenseitig Fotos von Frauen zeigen.» In seinem aktuellen Team herrsche dieses Verhalten nicht vor, «aber allgemein ist das, was hinter verschlossenen Türen passiert, ein Spiegelbild der Kultur im Leistungssport.»

dpa

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