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Umfrage zum Ansehen der USA Deutsche enttäuscht von Obamas Politik


Klimapolitik, Drohnenkrieg, Wirtschaft: Der einst als "Messias" gepriesene US-Präsident Barack Obama verliert zunehmend an Vetrauen für seine Politik. Auch in Deutschland geht die Zustimmung zurück - dennoch würden ihn hier fast 90 Prozent wiederwählen.

Eine groß angelegte globale Studie zeigt ein diffuses Stimmungsbild zum Ansehen der USA: Einerseits genießt US-Präsident Barack Obama insbesondere in Japan und Europa weiterhin große Zustimmung. Auf der anderen Seite zeigen sich viele Menschen enttäuscht von seiner Politik. Das zeigt die am Mittwoch veröffentlichte globalen Erhebung des renommierten amerikanischen PEW-Instituts.

Die Deutschen zeigen sich zwar weiterhin sehr obamafreundlich – fast 90 Prozent würden ihn wiederwählen, wenn sie könnten. Allerdings wirkt sich der Personenkult nicht auf die generelle Haltung der Deutschen zu den USA aus. Nur 52 Prozent der Deutschen haben zur Zeit ein positives Bild von den Vereinigten Staaten, das sind zwölf Prozentpunkte weniger als kurz nach Obamas Wahl.

Obama hält nicht, was man sich von ihm versprochen hat

Obama war 2009 mit enormen Erwartungen in seine Amtszeit gestartet. Damals hofften fast 50 Prozent der Befragten, der Präsident werde sich um die Belange anderer Länder kümmern, im Nahen Osten für faire Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern sorgen und mehr als Bush gegen den drohenden Klimawandel tun. Nun sagen fast drei Fünftel aller Befragten, Obama habe nicht das getan, was sie sich von ihm versprochen hätten.

Die PEW-Auswertung zeigt auch, dass jeder zweite Bundesbürger (53 Prozent) enttäuscht von der US-Klimapolitik ist. Besonders scharf wenden sich die Deutschen (59 Prozent) gegen Amerikas Drohnenkrieg. Weltweit erregen die Raketenangriffe aus der Luft massive Kritik, während 62 Prozent der befragten US-Bürger den Einsatz dieser Waffe befürworten.

Auch die US-Volkswirtschaft sehen viele Deutsche kritisch. Stattdessen wächst der Respekt vor China. 62 Prozent sind der Meinung, dass China mittlerweile klar die ökonomische Nummer eins weltweit ist. Vor drei Jahren glaubten dies nur 30 Prozent.

Der Personenkult bleibt

Dennoch gibt es unter den Europäern eine breite Unterstützung für seine Wiederwahl. So wollten etwa auch in Deutschland 89 Prozent Obama nach der Präsidentenwahl im November weiter im Weißen Haus sehen. In Frankreich seien es sogar 92 Prozent, in Großbritannien 73 Prozent. In seiner Heimat kommt der Präsident dagegen derzeit nur auf 47 Prozent, gegenüber 43 Prozent für seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney.

Generell sehe das Ausland die USA heute weiterhin positiver als 2008, dem letzten Amtsjahr des Republikaners George W. Bush. Die größten Sprünge nach oben habe es in Europa gegeben. Dabei ragten vor allem Frankreich, Spanien und Deutschland mit einem Plus von mindestens 20 Prozentpunkten heraus.

Wenig Rückhalt in muslimischen Ländern

In China, Russland und den arabischen Ländern hat Obama allerdings nur wenig Unterstützung. So sind nur 31 Prozent der Chinesen und 25 Prozent der Russen der Ansicht, dass er im November eine Wiederwahl verdiene. Im Libanon sind laut der Pew-Erhebung 62 Prozent, in Jordanien 73 Prozent und in Ägypten sogar 76 Prozent gegen eine zweite Amtszeit. Auch in anderen muslimischen Staaten ist das ohnehin geringe Vertrauen in Obama weiter gefallen.

Befragt wurden nach Angaben des Instituts zwischen Mitte März und Mitte April mehr als 26.000 Menschen in 21 Nationen, darunter Deutschland.

DPA/AFP/lin DPA

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