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Antisemitismus Hass gegen Juden: Zentralrat zeigt antisemitische Beleidigungen auf Twitter

Demonstranten halten in Berlin ein Schild "Babymörder Israel"
Bei einer Demonstration von Palästinensern in Berlin kam es zu Gewalt und antisemitischen Vorfällen
© Vladimir Menck / Picture Alliance
Im Internet sind Juden üblen Beleidigungen ausgesetzt. Einige davon hat der Zentralrat der Juden in Deutschland in einem Video veröffentlicht. Politiker fordern ein hartes Vorgehen.

Antisemitismus in Deutschland wird öffentlich verstärkt sichtbar – nicht erst seit der jüngsten Eskalation der Gewalt im Nahen Osten zwischen der Hamas und Israel. Auch Jüdinnen und Juden hierzulande sehen sich starken Anfeindungen ausgesetzt. Vor allem in den sozialen Netzwerken werden sie beschimpft.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland macht seit längerem auf dieses Problem aufmerksam. Nun hat die größte Dachorganisation der jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland auf ihrem Twitter-Account ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie übel jüdische Menschen im Internet beleidigt werden. Darin kommen unter anderem erschreckende Privatnachrichten auf Instagram sowie Sprachnachrichten vor.

Übelste Beschimpfungen gegen Juden auf Instagram

"Schade, dass Hitler euch nicht komplett ausgerottet hat", heißt es dort in einem Kommentar. In einem anderen Post werden Juden dazu aufgefordert, in die Gaskammer zu gehen. "Ich hoffe, dass eure Frauen und Kinder vergewaltigt und umgebracht werden", schreibt ein anderer Instagram-User.

Der Zentralrat hat Auszüge aus diesem "Schwall übelster antisemitischer Beschimpfungen" unzensiert veröffentlicht. So sind auch die Gesichter und Usernamen der Urheber sichtbar. "Wer antisemitisches Gift verbreitet, muss damit rechnen, beim Namen genannt zu werden", begründete der Zentralrat der Juden in Deutschland die Entscheidung.

Der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, hatte am Freitag in einem Grußwort beim FDP-Bundesparteitag Solidarität in den sozialen Netzwerken eingefordert. "Sie können sich gar nicht vorstellen, mit welcher Menge an übelsten Kommentaren wir es gerade auf Facebook, Twitter und Instagram zu tun haben", sagte Schuster. "Wo sind die Menschen, die solidarisch sind? Wo sind die Menschen, die für Respekt werben?" 

Antisemitische Vorfälle bei Demonstrationen

Am Wochenende kam es bei anti-israelischen und pro-palästinensischen Demonstrationen teils zu heftigen Gewaltausbrüchen. Bei einer Demonstration mit 3500 Menschen in Neukölln, zu der palästinensische Gruppen aufgerufen hatten, warfen Randalierer Steine und Flaschen auf die Polizei. 93 Polizisten wurden leicht verletzt, 65 Menschen vorläufig festgenommen. Vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und der Hamas riefen Demonstranten "Free Palestine" und auch "Kindermörder Israel" und "Frauenmörder Israel".

Spitzenpolitiker forderten ein hartes Vorgehen gegen antisemitische Straftaten. "Die Täter müssen die volle Härte des Gesetzes spüren", sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Mit Blick auf Anschläge gegen jüdische Einrichtungen in Deutschland und antisemitischen Parolen bei Demonstrationen auf deutschen Straßen sage ich klar: Für so etwas gibt es kein Pardon." Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte der "Bild"-Zeitung zu den Vorfällen vom Wochenende, als zum Teil auch israelische Fahnen verbrannt worden waren: "Die Bilder sind unerträglich." Der Konflikt könne nicht in Deutschland gelöst werden – "und wir lassen nicht zu, ihn hier auszutragen – auf Kosten jüdischer Deutscher". 

Quellen: Zentralrat der Juden in Deutschland / DPA

epp

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