Stuttgarter Intensivmediziner "Ein Arzt kann nicht stundenlang um ein Leben kämpfen, wenn er zugleich zehn andere retten könnte"

Intensivmediziner mit einer Patientin
Michael Heinold (mitte) und seine Kolleg:innen drehen eine 53-jährige Patientin auf den Bauch, die vor einigen Stunden intubiert wurde
© Patrick Junker
Michael Heinold, 51, leitet die Covid-Intensivstation am Marienhospital Stuttgart. Das Pflegepersonal ist ausgebrannt und die Patienten sind jünger. Er hofft, dass es nicht zur Triage kommt
Ingrid Eißele

Herr Dr. Heinold, wie sieht es momentan auf Ihrer Station aus?

Momentan sind alle zwölf Intensivbetten belegt, darunter ist eine Option zur Verlegung im Notfall. Schon vergangene Woche hatten wir teilweise kein Bett mehr frei. Vorigen Dienstag bekamen wir fast zeitgleich vier Neuzugänge, zwei von draußen, in sehr schlechter Verfassung.

Von draußen?  Also Patienten, die trotz Atemnot lieber zuhause bleiben?

Ja, manche warten wirklich sehr lange und kommen quasi mit dem Kopf unterm Arm ins Krankenhaus. Im Moment werden zehn Patienten beatmet, sechs davon mussten intubiert werden, sie müssen dazu ins künstliche Koma verlegt werden.


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