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Fleischfressende Bakterien: 50-Jährige geht mit Geschwür am Po zum Arzt - und stirbt kurze Zeit später

Eine Frau aus Indianapolis in den USA ist offenbar an den Folgen einer Infektion mit fleischfressenden Bakterien gestorben. Ihr Mann glaubt, dass die Ärzte die Gefahr zu spät erkannt haben.

Operation

Zwei Operationen kamen für eine 50-Jährige in den USA möglicherweise zu spät (Symbolbild)

Picture Alliance

Kurz nachdem die 50-Jährige Amerikanerin Carol im Februar aus dem Florida-Urlaub ins heimische Indianapolis zurückgekehrt war, bemerkte sie an ihrem Gesäß ein Geschwür von der Größe eines Geldstücks. Als der vermeintliche Pickel immer schmerzhafter wurde, fuhr sie ins Krankenhaus. Dort verschrieb man ihr ein Antibiotikum und ein Heizkissen und schickte sie wieder heim. Es wurde nicht besser und Carol ging erneut zum Arzt. Das Ergebnis war dasselbe wie beim ersten Besuch: „Sie haben sie mit mehr Antibiotika und einem Heizkissen nach Hause geschickt und es wurde schlimmer“, erinnert sich ihr Ehemann Richard gegenüber dem Lokalportal „The Indy Channel“ des Senders „6abc“.

Als die Infektion immer schlimmer wurde, fuhr die 50-Jährige ein drittes Mal in die Klinik. Dieses Mal wurde Nekrotisierende Fasziitis diagnostiziert – fleischfressende . Es folgte eine Notoperation, bei der das angegriffene Gewebe entfernt wurde. Carol musste sich noch einem weiteren Eingriff unterziehen und 16 Tage im Krankenhaus bleiben, bevor die Patientin wieder nach Hause konnte.

Rechtsmedizinische Untersuchung soll Klarheit bringen

Tragischerweise half ihr die Behandlung nicht mehr: sie verstarb am Samstag. Ihr Mann erinnert sich, dass er sich vor einer Nachtschicht von seiner Frau verabschiedete. Als er frühmorgens nach Hause kam, fand er sie tot vor. Nun fordert Richard Aufklärung, wirft der Klinik vor, die Gefahr möglicherweise zu spät erkannt zu haben. Eine rechtsmedizinische Untersuchung soll Aufschluss darüber bringen, inwiefern die Bakterien den Tod seiner Frau verursacht haben könnten.

Nekrotisierende Fasziitis, auch als fleischfressende Bakterien bezeichnet, gehören zur Gruppe der Streptokokken (Lesen Sie hier mehr). Die Bakterien setzen einen Zersetzungsprozess in Gang, der eigentlich erst nach dem Tod beginnt. Die dabei freigesetzten giftigen Stoffe können zu einem septischen Schock und zum Stillstand sämtlicher Organe führen.

„Nur bei frühzeitiger und radikaler chirurgischer Therapie können die betroffenen Patienten überleben“, schreibt das „Ärzteblatt“. Sprich: Das befallene Gewebe müsse vollständig entfernt werden, nur Antibiotika reichen nicht. Häufig wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt. Die Symptome – darunter Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen – gleichen denen anderer Krankheiten wie Grippe. Wenn diese Symptome bereits kurz nach einer Verletzung auftreten, kann dies ein Warnsignal sein. Auf der Haut bilden sich dann zudem dunkle Blasen.

Einige Fälle aus der jüngeren Vergangenheit

Carol ist kein Einzelschicksal. In der jüngeren Vergangenheit traten immer wieder Fälle auf, bei denen sich Patienten nach vermeintlich harmlosen Verletzungen oder Insektenstichen mit dem Erreger infiziert hatten:

Ein Beispiel ist der Fall des achtjährigen Liam, der sich bei einem Sturz mit dem Rad verletzte und infizierte.

Ein weiterer tragischer Fall handelt von einer jungen Mutter, die nach der Infektion Arme und Beine verlor.

Mikroskop-Aufnahme des Norovirus


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