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Künstliche Befruchtung Als Embryo eingefroren, nun auf die Welt gekommen: Warum eine Neugeborene eigentlich schon 28 Jahre alt ist

Embryo wurde vor 28 Jahren eingefroren und nun endlich geboren.
Ein nun geborenes Mädchen wurde als Embryo vor 28 Jahren eingefroren. (Symbolbild)
© Dominic Lipinski / Picture Alliance
Eigentlich könnte Molly heute schon fast 28 Jahre alt sein. Da sie als Embryo jedoch im Jahr 1992 eingefroren wurde, erblickte sie nun erst das Licht der Welt. 

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle bei RTL.de.

Molly Everette Gibson wurde erst vor ein paar Wochen geboren, ist aber im Prinzip schon fast 28 alt: So lange war das kleine Mädchen nämlich als Embryo eingefroren, bevor es im Februar dieses Jahres aufgetaut, in die Gebärmutter seiner Mutter eingepflanzt und dort ausgetragen wurde. Am 26. Oktober kam Molly mit rund drei Kilo Geburtsgewicht zur Welt – und ihre Eltern Tina und Ben Gibson aus dem US-amerikanischen Tennessee sind überglücklich.

 Im Oktober 1992 wurde Molly als Embryo einer anonymen Spenderin eingefroren und bis zu ihrer Einpflanzung im Februar 2020 im National Embryo Donation Center (NEDC) in Knoxville gelagert. Damit ist sie laut Forschungen der University of Tennessee Preston Medical Library der älteste gefrorene Embryo, der je ausgetragen und zur Welt gebracht wurde.

Embryo der Schwester wurde ebenfalls eingefroren

Molly hat damit übrigens den Rekord ihrer großen Schwester übertrumpft: Denn auch Emma Wren Gibson wurde 1992 zusammen mit Mollys Embryo eingefroren. Die Mädchen sind also auch genetische Schwestern. Doch Emma wurde bereits im März 2017 aufgetaut und ihrer Mutter eingepflanzt. Mit 24 Jahren hielt sie den Rekord als ältester eingefrorener Embryo, der zur Welt gebracht wurde – bis ihre kleine Schwester kam.

Carol Sommerfelt, Embryologin und Labor-Direktorin des National Embryo Donation Center (NEDC), hat Molly aufgetaut. Zwei Tage später wurde sie von Dr. Jeffrey Keenan, dem medizinischen Direktor und Präsidenten des NEDC, in Tinas Gebärmutter eingepflanzt. Sommerfelt ist begeistert, dass für Tina und Ben Gibson auch der Transfer des zweiten Embryos erfolgreich war: "Das spricht definitiv für die Technologie, die vor so vielen Jahren genutzt wurde und deren Fähigkeit, die Embryos für eine zukünftige Verwendung konservieren zu können, auch ohne dass es einen definierten Zeitrahmen gibt", wird sie von ABC News zitiert.

RTL.de/deb

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