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Bessere Lebensqualität Yoga könnte bei Asthma helfen

Yoga kann offenbar die Symptome von Asthma leicht lindern
Yoga kann offenbar die Symptome von Asthma leicht lindern
© Robert Ingelhart/iStockphoto
Wer unter Asthma leidet, kann möglicherweise von Yoga-Übungen profitieren. Zu diesem vorsichtigen Schluss kommen Forscher in einer aktuellen Übersichtsarbeit. Sie warnen allerdings: Auf Medikamente sollte kein Patient verzichten.

Etwa 300 Millionen Menschen weltweit leiden unter Asthma, einer chronischen Erkrankung der Atemwege. Diese geht mit Kurzatmigkeit, Luftnot, einem pfeifendem Geräusch bei der Atmung, Husten oder einem Engegefühl in der Brust einher. Die Symptome treten plötzlich auf - verschwinden  nach dem Anfall aber auch schlagartig wieder, schreibt der Lungeninformationsdienst.

Asthma lässt sich mit Medikamenten gut behandeln. Unterstützend helfen auch körperliches Training, Abnehmen oder das Erlernen verschiedener Atemtechniken. Die richtige Atmung spielt auch bei Yoga eine Rolle. Ob der Trendsport auch bei Asthma Linderung verschaffen kann, haben nun Forscher der Cochrane-Collaboration, einem internationalen Netzwerk von Gesundheitsexperten, in einer Übersichtsarbeit untersucht. Bisherige Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse. 

Für die aktuelle Analyse durchforsteten Wissenschaftler um Zuyao Yang von der Chinese University of Hongkong  die Literatur zu dem Thema und fanden 15 Studien von hoher Qualität. 1048 Asthmatikerinnen und Asthmatiker nahmen insgesamt an den Untersuchungen teil, die meisten von ihnen litten unter leichtem bis mittelschwerem Asthma. Sechs dieser Studien beschäftigten sich allein mit den Atemtechniken, die während des Yogas durchgeführt werden, die restlichen untersuchten zusätzlich auch die Effekte von Haltungsübungen und Meditation.

Leichte Verbesserung der Symptome

Der Auswertung zufolge können Yogaübungen die Symptome der Krankheit wahrscheinlich leicht mildern und so die Lebensqualität der Betroffenen zumindest etwas verbessern. Unklar sei allerdings, ob sich die Bewegungslehre auch messbar positiv auf die Lungenfunktion der Asthmatiker auswirke, schreiben die Forscher. "Wir wissen auch nicht, ob Yoga dazu beitragen kann, dass weniger Medikamente eingenommen werden müssen", sagt Yang. Über mögliche Nebenwirkungen lasse sich ebenfalls noch wenig sagen, da nur wenige Studien sich mit diesem Aspekt beschäftigten.

Allein mit dem Trendsport Asthma behandeln zu wollen, sei nicht empfehlenswert, so die Autoren. "Es ist wichtig, dass Betroffene ihre Medikamente weiter einnehmen", sagt Rebecca Normansell von der Cochrane Airways Group. Die Forscher betonen daher, dass ihre Ergebnisse erste Erkenntnisse sind. Um handfeste Empfehlungen geben zu können, seien noch mehr qualitativ hochwertige Studien notwendig.

Dem Lungeninformationsdienst zufolge ist unklar, ob die Verbesserung durch den allgemeinen entspannenden Effekt der Yogaübungen erzielt wird - oder ob die Übungen spezifisch das Krankheitsbild Asthma verbessern. Der Fachdienst empfiehlt Patienten einfach auszuprobieren, ob ihnen Entspannungstechniken helfen. Neben Yoga zählen dazu auch autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson

lea

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