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Gesundheitsrisiko: US-Mediziner senken Richtwerte für Bluthochdruck

Die "American Heart Association" hat die Richtwerte für Bluthochdruck überarbeitet - und deutlich herabgesetzt. Als kritisch gelten künftig Werte ab 130 zu 80 mm Hg. 

Ab welchen Werten sprechen Mediziner von Bluthochdruck? US-Experten haben diese Vorgaben nun überarbeitet - zum ersten Mal seit 14 Jahren

Ab welchen Werten sprechen Mediziner von Bluthochdruck? US-Experten haben diese Vorgaben nun überarbeitet - zum ersten Mal seit 14 Jahren

In den USA ist der Richtwert für die Behandlung von Bluthochdruck herabgesetzt worden. Laut den von der American Heart Association veröffentlichten neuen Richtlinien wird künftig von Bluthochdruck gesprochen, wenn der obere - systolische - Wert bei 130 mm Hg oder höher liegt und der untere - diastolische - Wert bei 80 oder darüber. Bislang galt der Blutdruck bei 140 zu 90 als zu hoch.

Ärzte würden nun anerkennen, dass schon "bei diesen niedrigeren Werten" Komplikationen auftreten könnten, heißt es in den neuen Richtlinien zur Feststellung und Behandlung von Bluthochdruck. Die Zahlen verkündeten Mediziner bei einer Konferenz der im kalifornischen Anaheim. Zuletzt waren sie 2003 aktualisiert worden.

Nach den neuen Richtwerten leidet fast die Hälfte der US-Bevölkerung, etwa 46 Prozent, unter Bluthochdruck. Zuvor erfüllten 32 Prozent die Voraussetzungen für diese Diagnose. In absoluten Zahlen steigt die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck von 72 Millionen US-Bürgern auf 103 Millionen.

Bluthochdruck ist nach Rauchen die zweithäufigste Ursache für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Fließt das Blut jahrelang mit zu hohem Druck durch die Gefäße, können außerdem die Nieren und Gefäße Schaden nehmen.

Bluthochdruck - die Macht der Lebensumstellung

Die wichtigste Waffe im Kampf gegen Bluthochdruck ist eine gesunde Lebensweise. Betroffene sollten ein normales Körpergewicht anstreben, Alkohol in Maßen trinken, auf Nikotin verzichten, im stressigen Alltag immer wieder bewusst Pausen einlegen und sich ausreichend bewegen. "Durch eine gesunde Lebensweise kann eine leichte Hypertonie oft schon auf normale Werte sinken", heißt es seitens der Deutschen Hochdruckliga. "Erkrankte mit einer schwereren Form der Hypertonie können durch einen gesunden Lebensstil erreichen, dass sie möglichst wenig Medikamente nehmen müssen."

Sinkt der Blutdruck im Laufe von drei Monaten nach einer Lebensumstellung nicht auf ein normales Niveau, wird die Hypertonie in der Regel medikamentös behandelt. Gleiches gilt für Menschen mit besonders hohem Bluthochdruck.

Als normal gilt hierzulande ein Blutdruck von 120 zu 80 mm Hg. "Optimal" seien niedrigere Werte, empfehlen die Experten der Deutschen Hochdruckliga. Auch Werte, die zwischen 120/80 mm Hg und 129/84 mm Hg liegen, gelten als normal. Liegen die Werte zwischen 130/85 mm Hg und 139/89 mm Hg, gelten diese als "hoch normal". Von Bluthochdruck sprechen Mediziner in Deutschland ab Werten von 140/90 mm Hg.


ikr/AFP

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