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Erkältungszeit beginnt Corona, Erkältung oder Grippe – so unterscheiden sich die Symptome

Symptome von Corona, Erkältung, Grippe: Eine Frau sitzt auf einem Sofa und hustet
In der kalten Jahreszeit haben Viren leichteres Spiel – in geschlossenen Innenräumen können sie sich besonders gut verbreiten
© dragana991 / Getty Images
Der Hals schmerzt, die Nase läuft – ist es Corona oder eine harmlose Erkältung? Allein anhand des Krankheitsbilds lässt sich das nicht zweifelsfrei erkennen. Das gilt es zu beachten. 

Halsschmerzen und Husten sind typisch für diese Jahreszeit. Sobald der Hals zu kratzen beginnt, fragen sich derzeit aber viele, ob vielleicht eine Coronainfektion hinter der sich ankündigenden Erkrankung steckt. So viel vorweg: Die Beschwerden, die das Coronavirus, Grippeviren oder harmlose Erkältungserreger verursachen, sind mitunter sehr ähnlich. Allein anhand der Symptome lässt sich daher nicht zweifelsfrei bestimmen, welcher Erreger vorliegt – selbst erfahrene Mediziner können das nicht. Gewissheit bringt nur ein Test, am besten ein sogenannter PCR-Test, der selbst geringe Virusmengen nachweist. In jedem Fall sollten sich Betroffene bei Krankheitssymptomen, gleich welcher Art, zuhause auskurieren und Kontakte meiden.

Auch die Schwere der Erkrankung sagt nichts darüber aus, welche Infektion besteht. Teilweise verlaufen Corona- oder auch Grippe-Infektionen sehr mild bis hin zu symptomlos, während andere Betroffene über Tage oder Wochen kaum aus dem Bett kommen. Die aktuellen Impfstoffe gegen Corona oder Grippe können viele Infektionen zwar verhindern, einen 100-prozentigen-Schutz bieten sie aber nicht. Deswegen können sich in seltenen Fällen auch Geimpfte mit den Erregern anstecken. In diesem Fall haben sie aber einen sehr guten Schutz vor schweren Verläufen. 

Dennoch: Es gibt einige Symptome oder Charakteristika, die eher dem einen oder dem anderen Erreger zuzuschreiben sind. So entwickelt etwa jeder fünfte Corona-Erkrankte Probleme mit dem Geruchs- oder Geschmackssinn. Vereinzelt können auch Erkältungen oder Grippe-Erkrankungen für diese Beschwerden sorgen – wenn auch in wesentlich selteneren Fällen. Ein Überblick.

Symptome bei Corona-Erkrankungen

Welcher Erreger steckt dahinter?

Coronavirus Sars-CoV-2

Was sind häufige Beschwerden?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind Husten (42 Prozent), Fieber (26 Prozent) und Schnupfen (31 Prozent) die häufigsten Symptome einer Corona-Erkrankung. Etwa jeder fünfte Betroffene entwickelt zudem Probleme mit dem Geruchs- oder dem Geschmackssinn (19 Prozent). Mitunter sind auch beide Sinne betroffen.

Welche Symptome können darüber hinaus auftreten?

In etwa einem Prozent der Fälle entwickelt sich eine Lungenentzündung. Als weitere Symptome gelten Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit bis hin zu Gewichtsverlust. Einige Betroffene entwickeln Magen-Darm-Beschwerden und klagen über Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. Beobachtet werden auch Bindehautentzündungen, Hautausschläge, geschwollene Lymphknoten, Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Es gibt nicht den einen, klassischen Corona-Verlauf. Die Beschwerden, ihre Stärke und auch Dauer können sich individuell stark unterscheiden. Nach einer Ansteckung dauert es im Mittel fünf bis sechs Tage bevor sich erste Krankheitssymptome zeigen. Schätzungen zufolge entwickelt mindestens jeder zehnte ehemals Infizierte Langzeitfolgen, "Long Covid" genannt.

Symptome bei saisonalen Grippe-Erkrankungen (Influenza)

Welcher Erreger steckt dahinter?

Saisonale Influenza-Viren, von denen weltweit vier unterschiedliche Linien kursieren

Was sind häufige Beschwerden?

Als klassische Influenza-Symptome gelten Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen, Husten, Halsschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl. Typisch ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn.

Welche Symptome können darüber hinaus auftreten?

Grippe-Erkrankte können sich zudem schwach fühlen, Schweißausbrüche und Schnupfen entwickeln, seltener haben sie auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Schwere Verläufe können mit einer bakteriellen Lungenentzündung einhergehen, aber auch das Grippevirus selbst kann Pneumonien auslösen.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Nach einer Ansteckung zeigen sich erste Beschwerde sehr schnell, nach etwa ein bis zwei Tagen. Allerdings entwickeln nicht alle Infizierten die typischen Symptome. Nach Angaben des RKI zeigt etwa ein Drittel einen Verlauf mit Fieber, ein Drittel einen leichteren Verlauf und das letzte Drittel einen Verlauf ohne Symptomatik. Bei milden bis moderaten Verläufen bessern sich die Symptome nach etwa fünf bis sieben Tagen.

Symptome bei Erkältung, auch "grippaler Infekt" genannt

Welcher Erreger steckt dahinter?

Mehr als 30 verschiedene Erreger, meist Rhino-, Adeno- oder Coronaviren

Was sind häufige Beschwerden?

"Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage" – so besagt ein altes Sprichwort. Typische Symptome sind Halsschmerzen, Schnupfen und Husten.

Collage: Umarmung zweier Frauen, Jogger im Park

Welche Symptome können darüber hinaus auftreten?

In selteneren Fällen kann eine Erkältung zu Fieber oder erhöhter Temperatur führen.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Erkältungen sind zwar unangenehm, verlaufen in der Regel aber mild. Gegen eine Erkältung gibt es – anders als bei Covid-19 und Grippe – keine Impfung.

Grundsätzlich gilt: Insbesondere bei stärkeren Symptomen, einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl oder anhaltend hohem Fieber sollte ein Arzt oder eine Ärztin zu Rate gezogen werden.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Robert Koch-Institut (RKI)


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