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Virologe "Auch aus anderen Ländern eingeschleppt" – Drosten warnt vor englischer Corona-Mutation

Sehen Sie im Video: Virologe Drosten warnt vor englischer Corona-Mutation.




Christian Drosten, leitender Virologe der Charité in Berlin, sagt am 22. Januar 2021: "Englische Wissenschaftler haben also bemerkt, dass diese Virus-Variante anhand vorläufiger Auswertungen, die schon kurz vor Weihnachten kommuniziert wurden, deutlich stärker, sagen wir mal übertragbar ist oder deutlich mehr Folgefälle bei einem Initialfall hervorrufen. Man hat damals Schätzungen genannt, die im Bereich von 50 bis 70 Prozent liegen, an Zusatzinfektiösität. Und das es in diesem Fall zu verstehen als etwas, das auf den R-Wert obendrauf kommt. Es gibt jetzt eine genauere Schätzung, die anhand strukturierter Daten gemacht wurde. Da kann man sagen, man liegt vielleicht so im Bereich - und das sind jetzt wirklich auch wieder nur grobe Anhaltswerte - von so 0,22 bis 0,35. Also 22 bis 35 Prozent obendrauf. Das ist also etwas weniger geworden. Aber dafür ist die Datenbasis auch viel robuster geworden. Die Vorläufigkeit ist da raus. Und wir müssen das damit jetzt also nicht weniger ernst nehmen, sondern eher noch ernster. Denn das ist garantiert, dass sich so eine Mutante dann wirklich stärker verbreitet, wenn das so ist, dass dieser Prozentsatz da oben auf den R-Wert draufkommt. Das ist jetzt leider einfach ein Faktum, das wir akzeptieren müssen und mit dem wir arbeiten müssen. Eine wichtige Auffassung ist, dass das Ganze vor Weihnachten wahrscheinlich keine große Rolle gespielt hat. Ich kann auch da keine Zahlen nennen. Und die Wahrnehmung, sowohl von mir wie auch von vielen Kolleginnen und Kollegen ist, dass eigentlich über die Weihnachtsfeiertage das Ganze mit dem Reiseverkehr eingeschleppt wurde. Übrigens nicht nur aus England. Interessanterweise sehen wir Einschleppungen der englischen Variante auch aus anderen Nachbarländern."
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Über die mutierte Form des Coronavirus in Deutschland gibt es nach Aussage des Direktors des Instituts für Virologie der Charité Berlin, Christian Drosten, nach wie vor keine gesicherte Datenlage. Nicht nur deswegen warnt er vor ihr.

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