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1500 Zuschauer Tim Bendzko spielt Konzert in Leipzig: Sänger von Corona-Experiment überrascht

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Popmusik im Dienst der Wissenschaft: Rund 1.500 Freiwillige haben sich am Samstag in Leipzig an einem Test der Uniklinik Halle beteiligt. Auf der Bühne stand Liedermacher Tim Bendzko mit seiner Band, in der Halle das Publikum mit Masken, dazu Tracking-Geräte und andere Hilfsmittel zur Bewegungsaufzeichnung. In drei Szenarien wollten die Forscher herausfinden, wie sich das neuartige Coronavirus in großen Versammlungen ausbreitet. Ziel der „Restart19-Studie": Wie können Kultur- und Sportveranstaltungen stattfinden, ohne die Bevölkerung in Coronazeiten zu gefährden. Trotz der besonderen Umstände, den Fans hat es gefallen: "Ich gehe total gerne auf Konzerte und mir fehlt das jetzt auch in meiner Freizeit irgendwie. Das wurde einfach gestrichen und da wurde sich gar nicht bemüht, Konzerte zu entwickeln. Deswegen finde ich es voll wichtig, dass wir jetzt endlich damit anfangen." "Uns ist einfach wichtig, dass wieder Veranstaltung stattfinden können. Wenn man da irgendwie seinen Teil dazu beitragen kann, ist gut. Das Wichtigste ist halt, irgendwie Erkenntnisse zu gewinnen, mit denen man dann irgendwann wieder Richtung Normalität gehen kann und wieder zu Konzerten gehen, zu Sportveranstaltungen gehen können, einfach mehr Freizeit haben zu können." "Das mit den Masken ist natürlich irgendwie komisch, es ist anders. Es war aber schon irgendwie ein sehr cooler Moment, überhaupt wieder mit den Leuten hier zu sein, einfach mal wieder so etwas zu erleben." Auch die Forscher sprachen von einer gelungenen Aktion. Studienleiter Stefan Moritz: "Wir mussten natürlich dadurch, dass es jetzt nur ein Drittel der erwarteten Personenzahl ist, Abstriche machen. Aber ich glaube, diese Abstriche können wir verkraften. Ich glaube, wir haben sehr gute Daten, jetzt nicht zu hundert Prozent, was wir uns erhofft haben. Aber wir haben eine sehr gute Datenbasis, und mit der können wir jetzt weiterarbeiten." Für Tim Bendzko war es ein überraschend positives Erlebnis: "Für mich war es tatsächlich ein überraschend gutes Gefühl. Weil ich schon damit gerechnet hatte, dass es sich alles ein bisschen steriler anfühlt, wenn alle mit einer Maske vor einem sitzen und es dann doch irgendwie eher einer Versuchsanordnung gleicht als dem normalen Bild, das man als Künstler so sieht. Aber das hat uns richtig Spaß gemacht. Die Leute hatten bis jetzt sehr, sehr gute Laune und haben gut mitgemacht, trotz der unglaublichen Temperaturen. Ich sage es mal so: Wir haben im Sommer Autokino-Konzerte überstanden. Dementsprechend ist das jetzt heute für uns tatsächlich gefühlt der erste Schritt Richtung Normalität." Die Ergebnisse der Studie sollen in einigen Wochen vorliegen. Und dann hoffentlich dazu beitragen, dass Großveranstaltungen mit Publikum wieder möglich werden.
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Forscher der Uni Halle haben mit dem Musiker Tim Bendzko und 1500 Freiwilligen eine Studie zur Corona-Ausbreitung bei Großveranstaltungen durchgeführt.

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