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News zum Coronavirus 33 Corona-Infizierte nach Hochzeit im Kreis Groß-Gerau

Sehen Sie im Video: Corona-Testzentrum in Hamburg will binnen 24 Stunden Ergebnisse liefern.


Am Hamburger Flughafen ist am Mittwoch ein kommerzielles Covid-19-Testzentrum eröffnet worden. Das Angebot richtet sich an Reiserückkehrer aus Ländern, die vom Robert Koch-Institut als Nicht-Risikogebiet eingestuft sind und an Passagiere, die ihre Reise von Hamburg aus antreten und ein Zertifikat in ihrem Zielland benötigen. Auch Bürger aus Hamburg und Umgebung, die sich testen lassen wollen, können dies hier tun. Alle Reisenden können sich täglich von 6.00 bis 20.00 Uhr im zentral am Terminal 1 gelegenen Abstrichzentrum testen lassen. Alle Getesteten erhalten in der Regel innerhalb von 24 Stunden ihr Testergebnis über eine webbasierte Lösung.  O-TON Volkmar Weckesser, CIO, Centogene «Die Tests sind für Reiserückkehrer grundsätzlich kostenfrei. Die Kosten werden vom Gesundheitsfond übernommen. Die anderen, die den Test kaufen müssen, zahlen dafür 59 Euro.» Von Ende des Monats an sollen auch Schnelltests angeboten werden, die innerhalb von sechs Stunden ein Ergebnis anzeigen; diese kosten dann 139 Euro.
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Ärztepräsident fordert breiten Einsatz von Corona-Schnelltests +++ Bundesregierung warnt vor Reisen nach Brüssel +++ Bundespolizei warnt vor Blanko-Attesten +++ Engpässe bei Corona-Tests in Deutschland +++ News zum Coronavirus.

33 Corona-Infizierte nach Hochzeit im Kreis Groß-Gerau

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau sind 33 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Personen hätten zum Teil selbstständig einen Test veranlasst, sagte Ute Kepper vom Kreisgesundheitsamt. "Die Testungen wurden in verschiedenen Testzentren oder auch beim Hausarzt durchgeführt. Deshalb dauert es auch unterschiedlich lang, bis die Ergebnisse eintreffen. Die positiven Ergebnisse werden uns umgehend gemeldet", sagte Kepper.

Das Brautpaar hatte nach Angaben des Kreises am 7. und 14. August in Kelsterbach zweimal gefeiert - einmal mit 100, einmal mit 160 Gästen. Dabei hätten ein oder mehrere Infizierte unwissentlich andere angesteckt.

Bundesländer uneins über Obergrenze für private Feiern

Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Teilnehmergrenzen für private Feiern stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Ländern ergeben. Demnach befürworten etwa Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz grundsätzlich eine einheitliche Obergrenze für Familienfeiern, Geburtstagspartys oder Hochzeiten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern lehnen diese ab.

"Auf den ersten Blick mag eine bundeseinheitliche Lösung vorteilhaft wirken, allerdings verkennt sie die oft innerhalb Deutschlands sehr unterschiedliche Entwicklung des Infektionsgeschehens", sagte ein Sprecher der Landesregierung in Schleswig-Holstein der DPA. Derzeit sind private Feiern hier auf 50 Personen beschränkt. In Hamburg sind es etwa nur 25, in Berlin hingegen 500. 

Bei einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über dieses Thema beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei. Der Ärzteverband Marburger Bund hatte vor kurzem bundesweit einheitliche Vorgaben für Feste und Feierlichkeiten gefordert.

782 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Sonntagmorgen hatten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 782 Fälle an das RKI übermittelt. An Sonntagen - und auch Montagen - sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Ärztepräsident fordert breiten Einsatz von Corona-Schnelltests

Angesichts aktueller Probleme mit den Corona-Tests in Deutschland fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt einen verstärkten Einsatz von Schnelltests. Nötig sei eine Generalüberholung der Corona-Teststrategie und geeignete Konzepte für die saisonale Influenza-Impfung, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Corona-Schnelltests seien vielleicht nicht ganz so exakt. "Dafür ließen sich aber viel mehr Menschen in kurzer Zeit unkompliziert testen und Infektionsketten schneller unterbrechen."

Zudem herrsche in der Erkältungs- und Grippezeit Hochbetrieb in den Praxen. Zeit für Corona-Reihentests von ganzen Bevölkerungsgruppen ohne Symptome bleibe kaum noch. Dies solle ausschließlich in ausgelagerten Testzentren oder in eigens darauf spezialisierten Arztpraxen erfolgen, forderte er.

 Nachrichten zur Corona-Pandemie von Samstag, den 22. August


Website statt Aussteigekarten: Vereinfachtes Verfahren bei Einreise aus Risikogebieten geplant

Die Bundesregierung plant Vereinfachungen bei der Einreise für Urlauber, die aus Corona-Risikogebieten zurückkommen. Dabei geht es um die Möglichkeit einer digitalen Registrierung im Netz. Eine Sprecherin des zuständigen Bundesinnenministeriums bestätigte entsprechende Pläne. Das Magazin "Business Insider" hatte zuerst darüber berichtet. Anstelle der Aussteigekarten, die heute an Bord eines Fliegers oder Reisebusses ausgefüllt werden müssen, sollen Reisende die Möglichkeit bekommen, alle Angaben vorher auch über eine spezielle Internetseite zu machen.

In die Aussteigekarten müssen Reisende aus Risikogebieten Name, Adresse, Telefonnummer und Reiseroute eintragen. Außerdem müssen Angaben zum eigenen Gesundheitszustand gemacht werden. Die Papiere werden dann zuerst an das Gesundheitsamt des Einreiseortes und von dort an das Gesundheitsamt am Wohnort weitergeleitet. 

"Business Insider" berichtet unter Berufung auf eine interne E-Mail der IT-Firma Accenture, dass diese mit der Umsetzung beauftragt sei. Die Ministeriumssprecherin bestätigte am Samstag, dass Gespräche stattfinden. Eine Beauftragung für eine Lösungsentwicklung sei bislang aber nicht erfolgt.

Trump macht bei Corona-Impfung mit Blick auf die US-Wahl Druck

US-Präsident Donald Trump macht bei der Entwicklung und Zulassung eines Corona-Impfstoffs Druck auf die zuständige Bundesbehörde. Bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) erschwerten ihm feindlich gesinnte Beamte die Entwicklung von Corona-Medikamenten und Impfstoffen, damit es vor der Wahl am 3. November keine Erfolgsmeldung geben könne, behauptete Trump am Samstag auf Twitter. Die Vertreter des "tiefen Staates, oder wer auch immer", machten es den Pharmaunternehmen schwer, Probanden für Medikamente und Impfstoffe zu bekommen, schrieb er weiter.

An den Behördenchef Stephen Hahn gerichtet schrieb er: "Wir müssen uns auf Geschwindigkeit und das Retten von Leben konzentrieren." Trump hatte bereits zuvor gesagt, er hoffe, dass es etwa zur Zeit der Wahl einen Impfstoff geben werde. Experten haben allerdings gewarnt, dass jegliche politische Einmischung in den Prozess der Erprobung und Zulassung eines Impfstoffs dessen Legitimität und Sicherheit in Frage stellen könnte. Sollte es bezüglich des Impfstoffs Zweifel geben, könnten viele Menschen auf eine Impfung verzichten, womit die Pandemie letztlich schwerer einzudämmen wäre.

Hamburgs Gesundheitsbehörde bereitet sich auf Corona-Impfungen vor

Die Hamburger Gesundheitsbehörde bereitet sich auf die Organisation von Impfungen gegen das Coronavirus vor. "Der Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister der Länder befinden sich dazu in einem ersten Austausch", sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, dem "Hamburger Abendblatt". Zu klären sei unter anderem die Frage, wer diese Impfungen vornehmen werde - die Ärzteschaft oder der öffentliche Gesundheitsdienst. Auch Fragen der Lagerung und Verteilung des Impfstoffs seien offen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI) hatte zuvor in einem Bulletin mitgeteilt, dass "nach aktuellem Kenntnisstand bis Anfang 2021 ein oder mehrere Covid-19-Impfstoff(e) in der Europäischen Union zugelassen und erste Produktionschargen verteilt werden könnten".

Bei der Impfung würde in mehrerer Hinsicht Neuland betreten, was die Vorbereitungen erschweren dürfte. Zum einen ist noch unbekannt, welcher Impfstoff eingesetzt wird. Laut Stiko befinden sich weltweit mehr als 170 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung.

Bundesregierung plant digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Die Bundesregierung plant eine digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Urlaubern soll die Einreise erleichtert werden, indem sie sich künftig elektronisch registrieren, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Business Insider". Das Bundesinnenministerium hat dafür das Unternehmen Accenture beauftragt, wie aus einer Mail der IT-Firma hervorgeht, die dem Magazin vorliegt. Bislang müssen Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten auf Formularen per Hand Angaben zur Identität, der Reiseroute, Kontaktdaten und dem eigenen Gesundheitszustand machen.

Die Unterlagen sammelt die jeweilige Fluggesellschaft oder das Busunternehmen ein, leitet sie an das für die Einreise zuständige Gesundheitsamt weiter, das sie wiederum an das Gesundheitsamt am Wohnsitz des Rückkehrers verschickt. Das Ausfüllen per Hand hatte zuletzt in Bayern für Chaos gesorgt: Zwischenzeitlich waren mehr als 40.000 Rückkehrer nicht über ihr Testergebnis informiert worden.

Deutsche Reisende nach Lettland und Litauen müssen in Quarantäne

In Lettland und Litauen müssen sich Reisende aus Deutschland von Montag an bei Ankunft in den beiden baltischen EU-Ländern jeweils in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus von den Gesundheitsbehörden der beiden Ostseestaaten am Freitagabend veröffentlichten Listen von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Grund dafür ist demnach die steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Bei der Einreise nach Lettland besteht zudem für alle Reisenden eine Registrierungspflicht - sie müssen bei Ankunft ihre Daten hinterlegen.

2000 Neuinfektionen überschritten - Höchster Wert seit April

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat die Schwelle von 2000 überschritten und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 2034 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 22.08. 0 Uhr), wie es am Samstagmorgen vom Robert Koch-Instituts (RKI) hieß. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg bei den Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens stieg. Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. Bundesweit gebe es eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen, die beispielsweise mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis in Verbindung stehen, heißt es im Lagebericht von Freitag (21.8.). Hinzu komme, dass Corona-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 232.082 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9267. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 206.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 1,02 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben von Freitag bei 1,12 (Vortag: 1,14 ). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

 Nachrichten zur Corona-Pandemie von Freitag, den 21. August


Bundesregierung warnt vor Reisen nach Brüssel

Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung für die belgische Hauptstadt Brüssel und Umgebung ausgegeben. Vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen" nach Brüssel werde gewarnt, teilte das Auswärtige Amt am Freitagabend in Berlin mit. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus liege dort bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Daher sei Brüssel als Risikogebiet eingestuft worden. Bereits Anfang des Monats hatte die Bundesregierung wegen wieder steigender Infektionszahlen eine Reisewarnung für die belgische Provinz Antwerpen ausgegeben. Reisende aus Antwerpen und Brüssel müssen damit nun in Deutschland verpflichtend einen Corona-Test machen sowie gegebenenfalls eine Quarantäneverpflichtung einhalten.

Corona-Neuinfektionen in Spanien auf höchstem Stand seit Mai

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Spanien rapide. Innerhalb eines Tages seien 3650 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mit. Es war bereits der dritte Tag in Folge mit mehr als 3000 neuen Fällen. Diese Marke war davor zuletzt am 1. Mai übertroffen worden. Noch im Juni - kurz vor Ende des Corona-Notstand mit sehr strengem Lockdown - waren zeitweise deutlich weniger als hundert Neuinfektionen registriert worden. Seit Anfang Juli steigt die Zahl aber wieder nahezu konstant. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg auf etwa 386.000. In den vergangenen sieben Tagen starben 125 Menschen mit Covid-19. Insgesamt stieg die Zahl der Toten auf 28.838.

"Niemand soll sich etwas vormachen. Es läuft nicht gut", warnte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón. Trotzdem betonte er, Spanien habe die Pandemie mit Ausnahme von wenigen Gebieten im Griff.  Nach Darstellung der Behörden gibt es auch deshalb relativ viele Infektionen, weil viel mehr getestet wird. Vor allem Besucher von Nachtlokalen sowie Teilnehmer von Privatpartys seien nun betroffen. Das Durchschnittsalter der Infizierten sinke von Woche zu Woche. Aktuell liege es bei 38 Jahren. Bei den meisten Betroffenen verlaufe die Infektion deshalb jetzt ohne Symptome. Der Anstieg der Neuinfektionen bereitet vor allem in der Region Madrid im Zentrum sowie im Baskenland, in Navarra und in Aragonien im Norden und Nordosten des Landes Sorgen. 

Bericht: Länder erwägen Verschärfung von Corona-Maßnahmen

Angesichts steigender Infektionszahlen erwägen mehrere Bundesländer offenbar eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen besonders gegen Partys und Feste. "Private Feiern sind eine sehr große Gefahr", sagte die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sollte die Zahl der Infektionen weiter im jetzigen Tempo ansteigen, drohten abermals "harte Kontaktbeschränkungen". Das sollte allen bewusst sein."Wenn wir merken, dass die Eigenverantwortung nicht weit genug geht, werden wir wieder stärker einschränken müssen", sagte auch der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) der "FAS" mit Blick auf private und öffentliche Feste.

Forderungen nach möglichst einheitlichen, schärferen Maßnahmen kommen dem Bericht zufolge aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Berlin. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am kommenden Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videokonferenz über die Corona-Lage und gegebenenfalls notwendige Konsequenzen beraten. Warnungen kamen auch aus den Reihen der Koalition im Bund. "Wir dürfen nicht riskieren, dass Kitas und Schulen wieder schließen und Kinder über Wochen zu Hause bleiben müssen, weil wir durch Familienfeste mit zu lockeren Regeln ein erhöhtes Infektionsgeschehen in Kauf genommen haben", sagte SPD-Chefin Saskia Esken der "FAS". Dem Bericht zufolge spielen vor allem private Feiern sowie auch Treffen mit Bekannten bei Neuinfektionen eine immer größere Rolle. In einigen Bundesländern sei dies inzwischen schwerwiegender als eingeschleppte Infektionen durch Reiserückkehrer.

Gegen Corona-Regeln verstoßen – 50 Bußgelder gegen Polizisten

Die Stadt Mainz hat gegen rund 50 Polizisten ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie vor etwa drei Monaten in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben. "Die Höhe der beabsichtigten Bußgelder reicht dabei von schlichten Verwarngeldern wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht bis hin zu Strafen, die deutlich im dreistelligen Bereich angesiedelt sind", sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr in Mainz. 

Die Polizisten und Polizistinnen hätten gegen elementare Vorgaben der im Mai gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes verstoßen und etwa keinen Mund-Nasen-Schutz getragen sowie Kontaktbeschränkungs- und Abstandsregelungen nicht eingehalten. Die Mainzer Polizisten hatten in der Kneipe zudem länger als erlaubt gefeiert. Anlass der Feiern während des Lockdowns sollen der Beförderungstag der Polizei sowie die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen gewesen sein. 

Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte, die Polizei müsse das Bußgeldverfahren in jedem Einzelfall abwarten, bevor sie disziplinarrechtliche Folgen prüfen könne.

Offenbach überschreitet Grenzwert – und stellt strenge Regeln auf

Die hessische Großstadt Offenbach hat den Warnwert von 50 Coronavirus-Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner überschritten. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach neuen Infektionsfällen nun bei 52.

Ab Samstag gelten in der 130.000 Einwohner-Stadt bei Frankfurt am Main daher verschärfte Verhaltensregeln, wie die Stadtverwaltung auf einer Pressekonferenz mitteilte. Dazu gehören unter anderem:

  • Aufenthalt im öffentlichen Raum maximal mit fünf Personen oder Angehörigen des eigenen und maximal eines weiteren Haushalts.
  • Veranstaltungen werden auf maximal 100 Besucher beschränkt.
  • Private Feste mit höchstens 50 Gästen.
  • Zusammenkünfte von Senioren in geschlossenen Räumen maximal mit 25 Personen.
  • Schließung der Gastronomie täglich um Mitternacht.
  • Der Zugang zum Waldschwimmbad wird eingeschränkt.
  • Gesundheits- und Ordnungsamt erhalten mehr Personal.

Die neuen Regeln sollen vorerst bis zum 3. September im gesamten Stadtgebiet gelten. Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) appellierte eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger, jeden nicht unbedingt nötigen Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden. Er versicherte: "Wir wollen Schäden für Wirtschaft, Gastronomie, Kultur und Sport so gering wie möglich halten." Einen neuen sogenannten Lockdown schloss Schwenke fürs Erste aus.

Laut Gesundheitsdezernentin Sabine Groß befindet sich inzwischen jeder 200. Offenbacher in Quarantäne. Noch seien vorwiegend Jüngere betroffen. "Wer sich nicht an die Quarantäne hält, stellt eine enorme Gefahr für die Allgemeinheit dar. Wir werden unseren Worten wie schon beim letzten Mal Taten folgen lassen und die Bußgelder auf Grund der aktuellen Bedeutung grundsätzlich hoch ansetzen", kündigte Ordnungsdezernent Peter Freier an.

Bürgermeister Schwenke zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen. "Das ist uns im Frühjahr gut gelungen und deshalb sind jetzt alle aufgerufen, sich wieder an die vorbildliche eigene Disziplin in der Anfangsphase der Coronakrise zu erinnern."

Corona-Beratungen Merkels mit Länderregierungschefs in nächster Woche

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag kommender Woche mit den Regierungschefs der Länder erneut über die Coronakrise beraten. Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte eine Videokonferenz für diesen Tag an. Genauere Angaben zum Inhalt der Gespräche machte er zunächst nicht.

Merkel lehnte zuletzt Lockerungen der derzeitigen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ab und forderte ein konsequentes Durchgreifen bei Regelverstößen. Es müssten die "Zügel" angezogen werden, sagte die Kanzlerin am Dienstag. Das bedeute, "dass konsequent die Regeln durchgesetzt werden müssen". Im Mittelpunkt der Diskussion um die Corona-Maßnahmen stehen momentan Reiserückkehrer und private Feiern.

EU-Ratschef Michel verschiebt seine Hochzeit

Die Corona-Regeln in Belgien haben die Hochzeitspläne von EU-Ratschef Charles Michel durcheinandergeworfen. Ursprünglich wollte der 44-jährige Belgier seine langjährige Partnerin Amélie Derbaudrenghien bereits am Samstag im südfranzösischen Montmeyan (Département Var) heiraten, wo er Medienberichten zufolge ein Haus besitzt. Var ist von den belgischen Behörden jedoch als orangefarbene Zone deklariert worden. Demnach werden bei der Rückkehr nach Belgien eine 14-tägige Quarantäne sowie ein Corona-Test empfohlen. Deshalb habe Michel seine Hochzeit verschoben, bestätigte sein Sprecher auf Anfrage. Ein neues Datum gebe es nicht. 

Verstoß gegen Corona-Regeln: Irischer Minister tritt zurück

Nach nur fünf Wochen im Amt ist der irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary wegen Missachtung der Coronavirus-Maßnahmen zurückgetreten. Er hatte gemeinsam mit etwa 80 Personen an einem Dinner einer Golf-Gesellschaft teilgenommen. Callearys Besuch der Veranstaltung sei ein Fehler gewesen, sagte der irische Regierungschef Micheál Martin in Dublin.

Mehrere andere irische Politiker sollen ebenfalls bei dem Treffen am Mittwochabend in einem Hotel in Clifden im Westen Irlands dabei gewesen sein. Zu den Gästen zählte auch EU-Handelskommissar Philip Hogan, wie irische Medien übereinstimmend berichteten.

Schweden prüft Ausnahmen von Versammlungsbeschränkungen

Wegen der Auswirkungen der Coronakrise auf Kultur- und Sportveranstaltungen will die schwedische Regierung Ausnahmen von den geltenden Versammlungsbeschränkungen auf den Weg bringen. Man prüfe, inwieweit Ausnahmen von der bestehenden 50-Teilnehmer-Regel für Veranstaltungen mit sitzendem Publikum ab Oktober möglich seien, sagte Schwedens Innenminister Mikael Damberg auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Schweden befinde sich in einer besseren Lage als noch im Frühjahr, die Grenze von maximal 50 Teilnehmern für öffentliche Versammlungen sei aber weiter wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren. Sie bleibe deshalb bestehen.

Engpässe bei Corona-Tests in Deutschland 

Die immens gestiegene Zahl von Corona-Tests in Deutschland führt zu Kapazitätsproblemen. In der Woche vom 10. bis 16. August hätten die teilnehmenden Labore einen Rückstau von 17 142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es im aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" des Robert Koch-Instituts (RKI). 41 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien genannt. 

Die Probleme könnten zu Verzögerungen bei der Abklärung möglicher Sars-CoV-2-Infektionen führen – und damit auch bei der Einleitung von Schutzmaßnahmen durch die Gesundheitsämter. "Es erscheint deshalb geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren", so das RKI.

Die Zahl veranlasster Tests war zuletzt immens gestiegen, unter anderem wegen der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000, lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000. In der Woche vom 20. bis 26. April hatte die Zahl der Tests noch bei rund 364.000 gelegen.

RKI: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 230.048 angegeben – ein Plus von 1427 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 231.305 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9260 Todesfälle und damit sieben mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9263 Tote. Die Zahl der Genesenen lag zunächst nicht aktuell vor – sie hatte am Donnerstag laut RKI etwa 204.800 betragen.

Corona-Tests: Landespolitiker fordern Kostenübernahme durch Reisende

In der Diskussion um verpflichtende Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten haben sich Vertreter mehrerer Bundesländer mittelfristig für eine Kostenübernahme durch die Reisenden ausgesprochen. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer sagte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" am Donnerstagabend, sie habe "großes Verständnis" für die derzeit kostenlose Verfahrensweise, weil schnelles Handeln gefordert gewesen sei. "Aber ich finde dezidiert, wir brauchen eine neue Strategie in den Herbst rein, wenn wieder Ferien sind", sagte die SPD-Politikerin. Darüber wolle sie bei der Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der kommenden Woche sprechen.

Mehr als 250.000 Corona-Tote in Lateinamerika und Karibik

In Lateinamerika und der Karibik gibt es inzwischen insgesamt mehr als 250.000 verzeichnete Todesopfer der Corona-Pandemie. Laut einer auf Behördenangaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Mitternacht in der Nacht auf heute in dieser Weltregion 250.969 Todesfälle durch die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in der Region lag bei 6,463 Millionen.

Polizei warnt vor Blanko-Attesten gegen Masken-Pflicht

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass ein selbstausgefülltes Attest aus dem Internet nicht von der Pflicht befreit, an Bahnhöfen und in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen. Immer wieder legten Menschen bei Verstößen Online-Atteste vor, die sie angeblich von der Pflicht befreiten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, teilte die Bundespolizeiinspektion Münster am Donnerstag mit.

Ein Arzt habe das Blanko-Attest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten ihm zufolge nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dem widerspricht die Polizei: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Dazu komme eine Anzeige, da Mund und Nase nicht bedeckt seien.

Gaststättenverband plädiert für Rückkehr der Heizpilze

Wegen der zu erwartenden Umsatzeinbrüche in der Gastronomie im Herbst und Winter aufgrund der Corona-Abstandsregeln plädiert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) für eine Rückkehr der Heizpilze, damit mehr Gäste in den Außenbereichen bedient werden können. Jene Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es aussetzen, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem "Tagesspiegel" in einem Interview.

 Nachrichten zur Corona-Pandemie von Donnerstag, den 20. August


Corona-Zahlen steigen: Marokko riegelt Großstadt-Viertel ab

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen will Marokko einige Großstädte erneut weitgehend abriegeln. Von Freitag an würden Bezirke der Städte Casablanca, Marrakesch und Beni Mellal gesperrt, teilte die Regierung mit. Nur noch im Notfall dürfen Menschen ihren Wohnort verlassen. Zudem sollen Strände und Parks geschlossen bleiben. Die Übertragung von Fußballspielen in Cafés werde eingestellt. Auch nächtliche Ausgangssperren sind möglich. Bereits im Juli wurden Teile mehrerer großer Städte in dem nordafrikanischen Land abgeriegelt

Grüne Woche in Berlin wegen Corona-Pandemie ohne Publikum

Die im Januar 2021 geplante Internationale Grüne Woche ist für das breite Publikum abgesagt. Die Messe werde als reiner Branchentreff ohne Publikumsveranstaltung stattfinden, teilte der Veranstalter Messe Berlin am Donnerstag mit. Bei allen bis einschließlich April 2021 geplanten Veranstaltungen werde der Schwerpunkt aufs Fachpublikum gelegt. Damit sollten auch unter Covid-19-Bedingungen für die jeweiligen Branchen die Kernfunktionen der Messen aufrecht erhalten werden. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bedauerte die Entscheidung "natürlich", wie sie erklärte. Mit Blick auf die Sicherheit und Gesundheit von Gästen und Personal sei es aber eine richtige und verantwortungsvolle Entscheidung. 

Oberverwaltungsgericht NRW billigt Maskenpflicht im Unterricht

In Nordrhein-Westfalen bleibt es bei der Maskenpflicht im Schulunterricht. Das Oberverwaltungsgericht in Münster lehnte am Donnerstag einen Eilantrag von drei Schülern aus dem Kreis Euskirchen ab, die gegen die Vorschrift geklagt hatten. Die Verpflichtung, auch während des Unterrichts grundsätzlich eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, sei verhältnismäßig, entschieden die Richter. Es sei auch nicht feststellbar, dass das Tragen der Alltagsmaske Gesundheitsgefahren für die Schüler berge.

Zum Schutz vor Corona-Infektionen müssen seit Beginn dieses Schuljahres alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen einen Mund-Nasen-Schutz auch in der Klasse am Platz tragen. Ausgenommen sind nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe. Für alle gilt aber eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände und auf den Fluren. Das Oberverwaltungsgericht verwies in seiner Entscheidung darauf, dass im Unterricht die Masken zeitweise abgenommen werden können, wenn dies aus pädagogischen Gründen erforderlich erscheine. Zudem könnten die Schulleitungen aus medizinischen Gründen Ausnahmen von der Maskenpflicht erteilen.

WHO: Europa kann Coronavirus mittlerweile ohne Lockdown bekämpfen

Europa ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in der Lage, die steigenden Corona-Infektionszahlen auch ohne massive Einschnitte für Wirtschaft und Gesellschaft in den Griff zu bekommen. Durch die Erfahrungen der vergangenen Monate seien die europäischen Länder viel besser vorbereitet als zu Beginn der Pandemie, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag. "Wir können mit dem Virus umgehen und die Wirtschaft und das Bildungssystem am Laufen halten." In Europa steigen die Infektionszahlen nach einer ersten Infektionswelle im Frühjahr inzwischen wieder stark an: In der ersten August-Woche gab es nach Angaben der WHO 40.000 mehr Fälle als in der ersten Juni-Woche, als die Fallzahlen am niedrigsten waren. "Wir sind nicht wieder im Februar. Wir wissen, wie man gegen das Virus vorgeht, ohne die Gesellschaft in Mitleidenschaft zu ziehen", so Kluge.

EU sichert sich potenziellen Corona-Impfstoff von Curevac

Die EU sichert sich den Zugriff auf bis zu 405 Millionen Dosen des potenziellen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac. Man habe Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen abgeschlossen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Laut Curevac geht es um einen Vorvertrag über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere. Diese würden bereitgestellt, sobald sich der Impfstoff, an dem das Unternehmen derzeit arbeitet, als wirksam und sicher erwiesen habe. 

Ähnliche Vorgespräche über Hunderte Millionen Dosen hatte die EU-Kommission zuvor bereits mit Janssen Pharmaceutica NV sowie mit Sanofi-GSK abgeschlossen. Einen Schritt weiter sind die Verhandlungen mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca. Ein Rahmenvertrag für den Kauf von 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen liegt bereits vor. Die Impfstoff-Dosen sind für die EU-Staaten gedacht, können aber auch an andere, weniger wohlhabende Länder sowie andere europäische Länder gespendet werden. 

Auswärtiges Amt lockert Teil-Reisewarnung für Rumänien

Das Auswärtige Amt hat seine Teil-Reisewarnung für Rumänien gelockert. Demnach ist die wirtschaftlich und touristisch wichtige Region Timis nahe der westrumänischen Stadt Timisoara (Temeswar) von der Warn-Liste gestrichen worden, ebenso der südwestliche Kreis Mehedinti und die südliche Region Ialomita. Gewarnt wird dafür seit Donnerstag vor Reisen in die bisher als unbedenklich geltende zentralrumänische Touristenregion Valcea. Weiterhin auf der Warn-Liste stehen die Hauptstadt Bukarest, der Touristenmagnet Brasov (Kronstadt) sowie 13 weitere von insgesamt 41 Verwaltungsbezirken des Landes.

Nicht als Risikozone gelten nach wie vor die Schwarzmeerstrände. Jederzeit können einzelne Ortschaften kurzfristig zum Infektionsherd erklärt und gesperrt werden. Eine prinzipielle Quarantänepflicht für Einreisende gibt es nicht. In geschlossenen öffentlichen Räumen gilt Maskenpflicht – in manchen Orten auch im Freien – sowie Distanzpflicht in der Gastronomie, an den Stränden und bei Veranstaltungen im Freien. Seit Tagen liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 landesweit bei mehr als 1200, am Donnerstag betrug das Tagesplus 1346 Fälle.

Bundesregierung hebt Reisewarnung für Luxemburg auf

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Luxemburg aufgehoben. Das geht aus den Hinweisen der Bundesregierung für den Staat hervor, die am Donnerstag aktualisiert wurden. Luxemburg sei von der Lungenkrankheit Covid-19 vergleichsweise stark betroffen, aber kein Risikogebiet mehr, heißt es dort. "Nach zeitweiliger Überschreitung der Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, sind die Zahlen nun rückläufig und liegen unterhalb dieses Grenzwertes." 

Das Robert Koch-Institut hatte Luxemburg Mitte Juli zum Corona-Risikogebiet erklärt, nachdem in dem Nachbarland von  Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten worden war. Das hatte unter anderem zu Folge, dass sich Reisende aus Luxemburg in Deutschland testen lassen und bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Quarantäne begeben mussten. Luxemburg hatte sich von Anfang an gegen diese Einstufung gewehrt: Die hohen Zahlen hingen unter anderem damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend und mehr als andere Länder teste – und dabei auch Grenzgänger miteinbeziehe. 

Küstenregionen Kroatiens als Risikogebiete eingestuft

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) Teile des Urlaubslandes Kroatien als Risikogebiet eingestuft. Das teilte das bundeseigene Institut auf seiner aktualisierten Liste der Risikogebiete mit. Demnach gelten ab sofort die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die so genannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien als Risikogebiet. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Auswärtige Amt auf dieser Basis auch eine Reisewarnung für dieses Gebiet des EU-Landes an der Adria erlassen dürfte.

Corona-News - Küstenregionen Kroatiens sind jetzt Risikogebiet
Touristen spazieren an der Uferpromenade von Zadar entlang (Archivbild)
© Marko Dimic / Pixsell / Xinhua / DPA

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Rheinland-Pfalz will Bußgelder für Corona-Verstöße deutlich erhöhen

Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen will Rheinland-Pfalz die Bußgelder für Verstöße gegen Schutzvorschriften deutlich erhöhen. Das kündigte die Staatskanzlei in Mainz  nach einem Treffen mit Vertretern der Kommunen an. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, sie sei für bundeseinheitliche Bußgeldbeträge. Wenn es aber in einer Runde der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu keine Einigung gebe, sollen bei fehlendem oder nicht korrekt getragenem Mund-Nase-Schutz in Rheinland-Pfalz statt bisher zehn künftig 50 Euro fällig werden.

Deutschland schickt Corona-Hilfe nach Mexiko

Die Bundesregierung unterstützt das von der Corona-Pandemie besonders stark betroffene Mexiko mit Experten und Material. Dabei würden auch 100.000 Tests zur Covid-19-Diagnostik zur Verfügung gestellt, teilte das Entwicklungsministerium in Berlin mit. Eine Expertengruppe, zu der Mediziner der Charite Berlin gehören, sei in dem Land eingetroffen. "Lateinamerika ist mit über sechs Millionen Infizierten besonders betroffen. Mexiko steht mit 530.000 Infektionen weltweit auf Platz 7 der Länder mit den meisten Fällen. Wir müssen alles tun, um ein weiteres Ausbreiten einzudämmen", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Schulen in El Salvador bleiben noch bis Jahresende geschlossen

Die Schulen in El Salvador bleiben wegen der Corona-Pandemie noch bis Jahresende geschlossen. Die Schüler sollen stattdessen online unterrichtet werden, wie die Regierung des kleinen zentralamerikanischen Landes am Mittwoch mitteilte. Die Regierung reagiere damit auf lautstarke Proteste vieler Eltern, erklärte Bildungsministerin Carla Hanania. "Sie haben uns gebeten, das Leben ihrer Kinder nicht in Gefahr zu bringen." Daher werde es bis zum 31. Dezember im ganzen Land keinen Präsenzunterricht geben.

Umgangsregeln für Kinder gelten auch in der Corona-Pandemie

Ein Elternteil darf laut einem Gerichtsurteil dem Expartner nicht unter Berufung auf die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie den Umgang mit dem gemeinsamen Kind verweigern. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main bestätigte mit einem heute veröffentlichten Beschluss ein Ordnungsgeld gegen die Mutter, weil der Vater das zehnjährige Kind nicht treffen durfte. Die Frau hatte dies damit begründet, dass in ihrem Haus auch die zur Corona-Risikogruppe zählenden Großeltern leben.

Berliner Kultursenator: Clubbesuche erst mit Impfstoff oder Medikament möglich

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hält Partys und Clubbesuche in Innenräumen erst mit einem Corona-Impfstoff oder einem Medikament für möglich. Ganz klar sei dies erst dann "ganz sicher", sagte Lederer der "Berliner Zeitung". Bis dahin müsse sich der Senat schrittweise durch die Coronakrise manövrieren. Lederer wies auf die begrenzten finanziellen Mittel Berlins hin.    

"Das Land Berlin hat keinen Geldautomaten mit unbegrenzter Abhebebefugnis", sagte der Senator der Zeitung. Zu weit in die Zukunft denkt er lieber nicht: "Die Frage, was im Jahr 2021 ist – die stelle ich mir nicht." Würde er anfangen, "das Ganze vom Ende her zu denken, dann würde ich abends nur noch mit Albdrücken einschlafen – wenn ich überhaupt einschlafen könnte."

Höchstwert seit Ende April: 1707 registrierte Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Morgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1737 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Nach Corona-Panne baut Söder bayerisches Kabinett um

Nach der zigtausendfachen Panne bei den Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern baut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sein Kabinett um: Zur Verbesserung des Pandemie-Krisenmanagements wechselt der bisherige Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek ab diesem Donnerstag unbefristet ins Gesundheitsministerium. Der Jurist soll die zuletzt in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (beide CSU) im Kampf gegen das Virus unterstützen, wie die Deutsche Presse-Agentur in München aus Regierungskreisen erfuhr.

Saar-Ministerpräsident gegen Absage des Karnevals

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich gegen eine Absage des Karnevals wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen. Allerdings müsse der Karneval anders gefeiert werden als bisher, sagte Hans am Mittwochabend in der ARD-Talksendung "maischberger. die woche". Die Karnevalsvereine müssten sich darauf einstellen, "verantwortungsvoll" zu planen. Er traue den Vereinen aber zu, Konzepte für den Infektionsschutz zu entwickeln, die dennoch "Freude" am Karneval ermöglichten. 

Finnland verschärft Einreiseregeln für meiste EU-Staaten

Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen in vielen europäischen Ländern hat Finnland strenge Einreisebeschränkungen für Reisende aus den meisten EU-Staaten verhängt. Ab Montag können nur noch Menschen aus einer Handvoll Staaten ohne Beschränkungen ins Land einreisen, wie Innenministerin Maria Ohisalo am Mittwoch in Helsinki mitteilte. Auch deutsche Reisende sind betroffen: Nicht notwendige Reisen aus Deutschland sind laut dem Auswärtigen Amt in Berlin nicht mehr gestattet. Finnlands strengere Regeln bedeuten, dass nun nur noch Reisende aus Estland, Italien, Litauen, der Slowakei und Ungarn ohne Nachweis eines triftigen Grundes und ohne zweiwöchige Selbstisolation ins Land gelassen werden. 

 Nachrichten zur Corona-Pandemie von Mittwoch, den 19. August


Spahn bekräftigt: Kita und Schule haben Vorrang vor Karneval

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut den Vorrang von Schulen und Kitas in der Coronakrise vor dem Karneval oder privaten Feiern betont. Auch Wirtschaft und Handel müssten vorrangig unterstützt werden, denn es gehe um den Erhalt von Arbeitsplätzen, mit denen auch das Gesundheitssystem finanziert werde, sagte Spahn am Mittwoch in Kiel bei einem Besuch des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Spahn sagte, er wisse um die Bedeutung des Karnevals für Millionen Menschen. "Aber wenn wir vor der Frage stehen: Ist die Kita möglich oder der Karneval, dann bin ich sehr sicher, dass ein Großteil der Gesellschaft da eine klare Antwort zu hat." Spahn zeigte sich auch zuversichtlich, dass Bund und Länder eine einheitliche Regelung finden für Privatfeiern in Corona-Zeiten.

Baden-Württemberg: 100 Euro Strafe für Bus- und Bahnfahrt ohne Maske

In Baden-Württemberg werden Verstöße gegen die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln ab sofort mit mindestens 100 Euro geahndet. "Angesichts der zunehmenden Nachlässigkeit und bisweilen mutwilligen Disziplinlosigkeit beim Befolgen der Maskenpflicht im ÖPNV", fielen künftig anstelle von 25 Euro mindestens 100 Euro an, teilte die Landesregierung mit. Der maximale Betrag von 250 Euro bleibe bestehen, hieß es weiter. Verkehrsminister Winfried Hermann und Sozialminister Manfred Lucha (beide Grüne) mahnten das Einhalten der Maskenpflicht besonders im Hinblick auf eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle an. "Für viele Menschen gehören Fahrten mit den klimafreundlichen Bussen und Bahnen zum Alltag, und so soll es auch bleiben können", erklärte Hermann.     

Maske im Freien wird in mehreren französischen Großstädten Pflicht

Mit dem nahenden Ende der Sommerferien setzen immer mehr französische Großstädte auf eine Maskenpflicht im Freien: Nach Paris und Nizza kündigten auch Lyon und Toulouse ähnliche Maßnahmen an. Bei Verstößen droht in der Regel ein Bußgeld von 135 Euro. Toulouse ist dabei die erste französische Stadt, auf deren gesamtem Gebiet ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. In der 500.000-Einwohner-Stadt im Südwesten Frankreichs tritt die neue Maskenpflicht im Freien wegen steigender Infektionszahlen am Freitagmorgen in Kraft. In Lyon im Osten des Landes gilt die Maskenpflicht ab Samstag in besonders bevölkerten Straßen des Zentrums, wie Rathaus und Präfektur mitteilten. In Paris müssen Bewohner und Touristen den Mund-Nasen-Schutz ebenfalls in belebten Straßen, Parks und auf Plätzen tragen – etwa rund um den Eiffelturm, den Louvre und den Triumphbogen. In Nizza gilt dies im Zentrum. Daneben gilt eine Maskenpflicht unter anderem in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mehrere türkische Bürgermeister mit Corona infiziert

In der Türkei haben sich mehrere Kommunalpolitiker mit dem Corona-Virus infiziert. Der Bürgermeister eines Ortes in der Nähe vom zentralanatolischen Konya sei nach der Covid-Diagnose im Krankenhaus gestorben, teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca via Twitter mit. Die Bürgermeister von Alanya und Antalya hatten zuvor ebenfalls über Twitter publik gemacht, positiv auf das Virus getestet worden zu sein. Für die Provinz Antalya, in der auch die Städte Antalya und Alanya liegen, hatte die Bundesregierung zuletzt die Reisewarnung aufgehoben.

In der Türkei sind die offiziellen Zahlen der täglichen Neuinfektionen in den letzten Wochen wieder gestiegen. Die türkische Ärztevereinigung zweifelte die offiziellen Corona-Fallzahlen dennoch an. "Sie spiegeln nicht die Wirklichkeit wieder", sagte Sinan Adiyaman der Deutschen Presse-Agentur Anfang August. Die Türkei befinde sich anders als offiziell vermittelt auf einem neuen Höhepunkt der Infektionszahlen.

Feiern trotz Coronakrise: Hausparty in Manchester aufgelöst

Die britische Polizei hat in Manchester eine wegen der Coronavirus-Pandemie illegale Hausparty mit etwa 200 Gästen aufgelöst. Um zu dem Fest zu gelangen, waren etliche Besucher über den Gartenzaun geklettert. Als die Polizei die Feier beenden wollte, warfen die Gäste Gegenstände auf die Einsatzkräfte. Die Party war von einer 27 Jahre alten Frau organisiert worden. "Dies war ein besonders abscheulicher Bruch der Covid-19-Restriktionen", sagte ein Vertreter der Stadt. 

Die Polizei veröffentlichte jetzt auf Twitter ein mit einer Wärmebildkamera aufgenommenes Video, auf dem das Ausmaß der Party vom Samstagabend zu erkennen ist. Die illegale Feier hat Folgen: Die 27-Jährige darf drei Monate lang keinen Besuch mehr in den Räumlichkeiten empfangen. Bei Verstößen droht ihr dem Richter zufolge eine Gefängnisstrafe. Die Frau musste zudem 100 Pfund Strafe (etwa 111 Euro) zahlen. Sie berichtete lokalen Medien, dass ihr die Party aus dem Ruder gelaufen sei.

Corona-Fall in der Mannschaft: Mainz 05 sagt Testspiel gegen Stuttgart ab

Wegen eines Corona-Falls in der Mannschaft hat der FSV Mainz 05 sein heutiges Testspiel gegen den VfB Stuttgart abgesagt. "Ein Profi von Mainz 05 hat sich mit Covid19 infiziert. Der am Dienstag durchgeführte Test ergab ein positives Resultat", teilte der Fußball-Bundesligist via Twitter mit. "Alle übrigen Tests fielen negativ aus. Der Spieler wurde isoliert & befindet sich in Quarantäne."

Den Namen des Spielers nannten die Rheinhessen nicht. Für den VfB ist es bereits das zweite wegen Corona abgesagt Testspiel innerhalb weniger Tage: Vergangenen Freitag sollte der Aufsteiger bei Olympique Marseille antreten, der wegen des Verdachts auf einen positiven Fall im eigenen Aufgebot kurzfristig auf die Partie verzichtete.

Griechenland verschärft Corona-Beschränkungen weiter

Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Corona-Infektionszahlen Einschränkungen auch für die Urlaubsregion der Halbinsel Chalkidiki und die Jetset-Insel Mykonos angeordnet. Feiern, Partys, religiöse Feierlichkeiten und Wochenmärkte werden von diesem Freitag an bis zum 31. August untersagt. Zudem sind Versammlungen von mehr als neun Personen verboten. Alle Bars und Tavernen müssen um 24 Uhr schließen. Maskenpflicht gilt auch im Freien, wie der griechische Zivilschutz mitteilte. Die Regierung in Athen verhängte diese neuen Einschränkungen, nachdem am Vortag ein Rekord von 269 Neuinfektionen registriert worden waren. Zahlreiche Fälle davon wurden in den beiden Urlaubsregionen festgestellt.

Bereits vergangene Woche hatte die Regierung die Schließung von Tavernen und Bars in Athen, Piraeus und Thessaloniki sowie auf den Inseln Paros und Antiparos um Mitternacht angeordnet. Zudem sind Versammlungen von mehr als 50 Personen im ganzen Land verboten.

Kramp-Karrenbauer: Rasche Entscheidung über Karneval in Corona-Zeit

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine rasche Entscheidung über Karnevalsfeiern in Corona-Zeiten gefordert. Es sei "sehr notwendig, dass die Verantwortlichen in den Ländern und auch im Bund mit den (Karnevals-)Verbänden reden. Denn für alle Beteiligten muss aus meiner Sicht sehr schnell Klarheit geschaffen werden", sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch im Fernsehsender "Welt". Sie fügte hinzu: "Im Karneval steckt unglaublich viel Herzblut, Engagement" – und auch viel finanzielles Engagement.

NRW-Gesundheitsminister Laumann zu möglicher Absage der Karnevalssession

"Bevor wir diese Frage entscheiden, möchte ich zwei, drei Wochen weiter sein." Man müsse da auch im Gespräch mit den Karnevalsvereinen bleiben, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf einer Pressekonferenz. Wenn die Zahlen allerdings so hoch blieben, könne es sicherlich keinen Karneval wie üblich geben: "Karneval geht nicht so, wie wir ihn kennen."

NRW-Minister: Sechs Prozent der Infektionen auf Veranstaltungen

Rund sechs Prozent der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen sind laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf Veranstaltungen und private Feiern etwa in Gaststätten zurückzuführen. Ein Drittel der Infektionen gehe auf das private Umfeld in Haushalten zurück und ein Viertel auf Reiserückkehrer, sagte Laumann am Mittwoch in Düsseldorf. Aktuell seien in NRW gut 4600 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Angesichts der derzeit steigenden Infektionszahlen in ganz Deutschland gibt es eine Debatte über weitere Corona-Beschränkungen etwa bei Feiern und Veranstaltungen.

Zehntausende Kinder ohne Untersuchung eingeschult

Wegen der starken Auslastung der Gesundheitsämter durch die Corona-Pandemie sind in diesem Jahr zehntausende Erstklässler in Deutschland ohne die obligatorische Eingangsuntersuchung eingeschult worden. Die meisten Gesundheitsämter hätten "es nicht geschafft, die Schuleingangsuntersuchungen durchzuführen", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Fernsehsendern RTL und NTV. "Die können auch immer nur eine Sache machen und nicht gleichzeitig und das ist das Problem." Nur in wenigen Bundesländern sei versucht worden, die Untersuchungen in der Lockerungsphase nachzuholen. Aktuell seien die Gesundheitsämter aber mit den Reiserückkehrern beschäftigt, sagte Teichert.

Bei den Schuleingangsuntersuchungen beurteilen Ärzte der Gesundheitsämter, ob ein Kind die körperlichen und sozialen Voraussetzungen für den Schulalltag erfüllt. Erkennen die Ärzte einen Förderbedarf, melden sie das im Regelfall den Schulen. Bei ausgefallenen Eingangsuntersuchungen entfallen auch diese Meldungen.

Paul-Ehrlich-Institut rechnet mit ersten Corona-Impfungen Anfang 2021

Das Paul-Ehrlich-Institut hält es für möglich, dass bereits Anfang 2021 erste Bevölkerungsgruppen gegen Corona geimpft werden können. "Aufgrund der Zusagen von den Herstellern wird es zu diesem Zeitpunkt schon erste Dosen für Verbraucher in Deutschland geben", sagte Institutspräsident Klaus Cichutek der Funke-Mediengruppe. Die Ergebnisse aus den aktuellen Prüfungen der ersten und zweiten Phase zeigten, dass einige der Impfstoffe eine Immunreaktion gegen das Virus auslösten.

"Wenn die Daten in den Phase-III-Prüfungen die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe belegen, könnten zu Jahresbeginn erste davon zugelassen sein, womöglich mit Auflagen", sagte Cichutek. Sollte es zur Zulassung kommen, wäre dies nach seinen Angaben der am schnellsten zugelassene Impfstoff der Geschichte in Europa. Dennoch seien verlässliche Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit des Stoffs unerlässlich. Trotz aller Brisanz der Coronakrise ließen die zuständigen Behörden keine Abweichungen von den Standards der Impfstoffzulassung zulassen.

Finnland führt wieder Reisebeschränkungen für Deutsche ein

Finnland führt seine Beschränkungen für Reisende aus Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern wieder ein. Wie die finnische Regierung mitteilte, gelten die Reisebeschränkungen wegen der steigenden Corona-Zahlen von Montag (24. August) an wieder für Deutschland, Griechenland und Malta sowie Norwegen, Dänemark und Island. Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.

Menschen aus den finnischen Grenzgebieten zu Schweden und Norwegen können sich dagegen künftig freier über die Grenze bewegen, auch wenn die Infektionszahlen dieser Länder die finnischen Schwellenwerte überschreiten. Details dazu blieben zunächst jedoch offen.

Kölner Karnevalschef kann sich keinen Straßenkarneval vorstellen

Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, glaubt angesichts von Corona nicht an einen Straßenkarneval. "Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können", sagte Kuckelkorn auf WDR 2. "Auch Ballveranstaltungen können wir uns nicht vorstellen." Anders sei es bei Karnevalssitzungen mit Hygienekonzept. Man könne ja auch mit Maske in ein Restaurant gehen und diese dann am Platz abnehmen. Mitte September werde man vom Landesgesundheitsministerium die vorgelegten Hygienekonzepte bewertet zurückbekommen. Dann werde sich zeigen, wie der Karnevalsbeginn am 11.11. ablaufen werde. "Nach dem 11.11. wissen wir die Auswirkungen, wissen, wie's funktioniert hat, und das sind dann die Erfahrungswerte, die wir für die Session brauchen", sagte Kuckelkorn. Die Vereine müssten jetzt herausarbeiten, was der Kern des Karnevals sei und diesen klein inszenieren. "Das ist auch eine große Chance." 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden könne.

Umsatz von Restaurants und Hotels steigt im Juni um 64 Prozent

Der Umsatz von Restaurants, Kneipen, Hotels und Pensionen in Deutschland ist nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni stark gestiegen: Er nahm im Vergleich zum Mai um knapp 64 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Februar – dem Monat vor den Corona-Maßnahmen – waren die Einnahmen des Gastgewerbes aber rund 42 Prozent niedriger. Auch im Vorjahresvergleich betrug der Verlust rund 42 Prozent.

Die Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen erzielten laut Statistik im Vergleich zum Juni 2019 rund 52 Prozent niedrigere Umsätze. In der Gastronomie fielen die Einnahmen demnach um rund 36 Prozent. Vor allem die Catering-Betriebe litten: Ihre Umsätze lagen um rund 43 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. 

Australiens Premier will Corona-Impfpflicht

Australiens Premierminister Scott Morrison will eine Corona-Impfpflicht für die 25 Millionen Einwohner seines Landes. Die Impfung solle "so obligatorisch wie möglich sein", sagte der Regierungschef dem Radiosender 3AW. Ausnahmen sollten nur aus medizinischen Gründen erfolgen. Morrison sagte, das Risiko sei zu hoch, um die Krankheit weiter unkontrolliert zu lassen. "Wir sprechen von einer Pandemie, die die Weltwirtschaft zerstört und Hunderttausende getötet hat", sagte Morrison. Die Regierung habe jedoch noch keine Entscheidung zu dem Thema getroffen. Die Impfung solle kostenlos sein.

Erneut höchster Wert seit Mai: RKI meldet 1510 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1510 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie aus den RKI-Angaben vom frühen Mittwochmorgen hervorgeht. Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an. Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. 

Seit Beginn der Coronakrise haben sich laut RKI mindestens 226.914 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt demnach bei 9243. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 203.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Arbeitsminister Heil offen für Vier-Tage-Woche in der Coronakrise

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich gegenüber einem Vorschlag der IG Metall zur Einführung einer Vier-Tage-Woche offen gezeigt. "Gute und pragmatische Ideen sind gefragt, um gemeinsam durch die Krise zu kommen", sagte Heil der Funke Mediengruppe. Reduzierte Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich könne eine geeignete Maßnahme sein. Voraussetzung sei, dass "sich die Sozialpartner darauf verständigen". Die Tarifpartnerschaft sei "ein starkes Mittel, um solche Ideen gemeinsam zu entwickeln".

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte am Wochenende vorgeschlagen, in der kommenden Tarifrunde eine Vier-Tage-Woche als Option für die Betriebe zu vereinbaren, um einen Stellenabbau zu verhindern. Ohne die Forderung zu präzisieren, sprach Hofmann von "einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten, damit es sich die Mitarbeiter leisten können". Arbeitgeberverbände lehnten den Vorschlag ab. 

Irland verschärft Corona-Auflagen

Die irische Regierung hat die Corona-Auflagen wegen gestiegener Infektionszahlen in einigen Regionen verschärft. Regierungschef Micheál Martin sagte, Irland habe durch seine anfänglichen Maßnahmen das Virus unter Kontrolle gebracht, die Lockerungen hätten die Infektionszahlen wieder steigen lassen. Künftig sollen sich noch sechs Menschen treffen können, bisher lag die Grenze bei 50 Menschen. Bei Hochzeiten sollen aber weiter bis zu 50 Menschen zusammenkommen können. Bei Sportveranstaltungen wurde die maximale Zuschauerzahl von 200 auf 15 gesenkt. Die neuen Regeln gelten mindestens bis 13. September. 

Das irische Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 190 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Infizierten stieg auf 27.499. 1775 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

RKI: Anteil der Corona-Nachweise mit Infektion im Ausland gestiegen

Fast 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 33, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 39 Prozent. Zum Vergleich: In der Meldewoche 32 hatten sich 34 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 31 waren es 21 Prozent. 

Allerdings gab das RKI nicht an, wie groß der Anteil der Tests von Reiserückkehrern an allen Tests war. Diese Angabe ist notwendig, um zu beurteilen, wie groß der Anteil der eingeschleppten Infektionen tatsächlich ist. Es könnte beispielsweise sein, dass Rückkehrer im Schnitt häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung.

RKI: Aus diesen Ländern stammen die in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen

Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Dabei steigt die Zahl der Infizierten, die sich vermutlich im Ausland mit dem Virus angesteckt haben. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Situationsbericht vom Dienstag schreibt, stammen dabei – nach Deutschland – die meisten Neuinfektionen aus dem Kosovo (1755 in den vergangenen vier Wochen). Auf Platz drei der sogenannten Expositionsländer steht die Türkei (1134). Kroatien folgt mit 786 Neuinfektionen in den vergangenen vier Wochen.

Der Anteil der Infektionen mit einem wahrscheinlichen Infektionsort im Ausland betrug in der vergangenen Meldewoche 39 Prozent – deutlich mehr als in den Wochen zuvor. Das RKI fasst zusammen: "Am häufigsten wurden Länder des Westbalkans, die Türkei, Bulgarien, Spanien, Rumänien und Polen als wahrscheinliche Infektionsländer genannt." Dabei falle auf, dass unter den Fällen mit Angabe Kosovo und Türkei eher Kinder und Personen mittleren Alters betroffen seien, was auf mögliche Reisen im Familienverbund hinweise. "Hingegen sind bei den Fällen mit wahrscheinlichem Infektionsland Spanien und Kroatien eher Personen zwischen 20-24 Jahren betroffen, was wiederum eher auf Vergnügungstourismus hindeutet."

Wien sieht Corona-Anstieg – "Ballermann bester Freund des Virus"

Die österreichische Regierung verstärkt nach steigenden Corona-Zahlen die Kontrollen an ihren südöstlichen Grenzen. Die spanischen Urlaubsinseln Mallorca, Menorca und Ibiza gelten außerdem ab Montag als Corona-Risikogebiet. "Auch in Österreich ist in den letzten Tagen leider Gottes ein massiver Anstieg der Infektionszahlen spürbar gewesen", sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstagabend. Die größte Gruppe sei die der Reiserückkehrer. "Der Ballermann ist der beste Freund des Coronavirus", fügte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit Blick auf die berüchtigte Partymeile auf Mallorca hinzu. 

Ab Montag sind auch bei der Rückreise von den Balearen ein negativer Corona-Test oder ein nachgeholter Test in der Quarantäne nötig. Das gilt auch für Reisende aus als sicher geltenden Ländern, etwa Deutschland, die in den zehn Tagen zuvor auf den Balearen oder in einem der anderen rund 30 ausgewiesenen Risikogebiete waren. Dazu gehören das spanische Festland, Kroatien, die Länder des Westbalkans, auch etwa Schweden, die USA und Russland.

Haseloff: Reiserückkehrer könnten künftig zwei Corona-Tests brauchen

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnte laut Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff bald ein zweifacher Test vorgeschrieben werden, um eine Infektion mit dem Coronavirus auszuschließen. Derzeit werde geklärt, welche technischen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für einen zweiten Test notwendig seien, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Magdeburg. Bei Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Montag sei man sich einig gewesen, dass die jetzigen Testmodalitäten als Momentaufnahme medizinisch nicht belastbar seien. Vielmehr gebe erst ein zweiter Test nach fünf bis sieben Tagen Sicherheit. Bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz kommende Woche könnten daher neue Regeln festgelegt werden, so Haseloff. 

Jens Spahn: "Kann mir Karneval in diesem Winter nicht vorstellen"

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in einer Telefonschalt-Konferenz des Gesundheitsausschusses des Bundestags dafür ausgesprochen, den Karneval in der Saison 2020/2021 bundesweit komplett ausfallen zu lassen. Dies erfuhr "Rheinische Post" auf Nachfrage aus Teilnehmerkreisen. Demnach sagte Spahn: "Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es."

Sachsen-Anhalt verzichtet noch auf Bußgelder für Maskenverweigerer

Wer in Sachsen-Anhalt gegen die Maskenpflicht verstößt, soll auch künftig keine Strafe zahlen müssen. Ein Bußgeld für Maskenverweigerer erwäge die Landesregierung derzeit nicht, sagt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Es sei zu beobachten, dass die geltenden Regeln passend seien. "Wir werden bei unserem jetzigen Weg bleiben." Das sei auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit, ergänzte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Sachsen hatte zuvor angekündigt, ab 1. September 60 Euro Bußgeld von Maskenverweigern zu verlangen. In Thüringen gilt diese Strafe schon länger.

Griechenland rechnet für Jahresende mit erster Lieferung von Corona-Impfstoff

Griechenland rechnet nach eigenen Angaben für das Jahresende mit der ersten Lieferung eines Corona-Impfstoffs. "Wenn alles gut geht, wird Griechenland seinen vereinbarten Anteil in sieben Lieferungen erhalten", sagte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias am Dienstag dem Sender Skai TV. "Wir werden mit 700.000 Dosen im Dezember beginnen." Bis Juni werde es dann jeden Monat eine weitere Lieferung des Pharmakonzerns AstraZeneca geben.     AstraZeneca arbeitet gemeinsam mit der britischen Universität Oxford an dem Corona-Impfstoff und will diesen nach eigenen Angaben zum Selbstkostenpreis abgeben. Das Präparat erwies sich nach Unternehmensangaben in den ersten beiden Testreihen als für die Probanden gut verträglich und habe für die Bildung von Antikörpern sowie für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gesorgt. Die Ergebnisse einer dritten Testphase werden für den Herbst erwartet. Ist diese erfolgreich, soll der Impfstoff danach massenweise produziert und verabreicht werden. Die Europäische Kommission hatte am Freitag verkündet, dass es eine erste Übereinkunft mit AstraZeneca gebe, "einen potentiellen Impfstoff gegen Covid-19 zu erwerben". Das Mittel solle an EU-Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen gestiftet werden.

Müller droht wegen Verstößen in Gastronomie mit Rücknahme von Lockerungen in Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat wegen Corona-Verstößen in der Gastronomie mit der Rücknahme von Lockerungen gedroht. Wenn mit den Regeln nicht durchsetzbar sei, "was uns wichtig ist", müsse die Landesregierung vielleicht "die nächsten Lockerungen wieder verzögern, aussetzen oder sogar Dinge zurücknehmen", sagte er nach einer Senatssitzung. Von der Eckkneipe bis zum Sternelokal sei zu sehen, "dass mitunter nicht so genau auf Abstände geachtet wird". Zudem befürwortet er bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Feiern. "Es ist seit Monaten bekannt, dass ich immer ein Freund von einheitlichen Verfahren und Regeln bin. Ob es geht, muss man sehen", so Müller.

Bahn-Sicherheitsleute sollen in mehr Zügen Masken kontrollieren

Die Deutsche Bahn weitet die Maskenkontrollen in Fernzügen aus. Derzeit überprüften Sicherheitsmitarbeiter regelmäßig in 60 Fernzügen, ob die Fahrgäste die vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Bis zum 1. September soll sich diese Zahl verdoppeln, kündigte das Unternehmen an. Am Dienstag gab es Schwerpunktkontrollen mit der Bundespolizei in sieben Bundesländern. Insgesamt verkehren laut Deutscher Bahn täglich rund 1400 Fernzüge pro Tag.

Maskenverweigerer bildeten weiterhin eine kleine Minderheit, betonte die Bahn. Sie wies darauf hin, dass die 12.000 Zugbegleiter im Fern- und Regionalverkehr Menschen ohne Maske jederzeit von der Fahrt ausschließen könnten. Im Konfliktfall werde die Bundespolizei hinzugerufen.

Südkorea verbietet nach Corona-Anstieg Gottesdienste in Kirchen

Nach dem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen verbietet Südkorea in der Hauptstadtregion Gottesdienste in den Kirchen. Gottesdienste können vorerst wieder nur gestreamt werden. Hintergrund sind massenhafte Infektionen unter Kirchenmitgliedern. Nachdem die Behörden die Regeln zur Vermeidung sozialer Kontakte für Seoul und die angrenzende Provinz Gyeonggi bereits verschärft hatten, verkündete Ministerpräsident Chung Sye Kyun am Dienstag die neuen Maßnahmen.

Weitere Corona-Fälle im Camp auf griechischer Insel Chios 

Im Migrantenlager von Vial auf der griechischen Insel Chios sind in den vergangenen Tagen fünf Menschen positiv auf das Coronaviris getestet worden. Es handelt sich um vier Migranten und eine Mitarbeiterin des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO), wie die halbamtliche Nachrichtenagentur ANA-MPA am Dienstag berichtete. Der erste Coronafall war am 14. August registriert worden; ein Migrant aus dem Jemen. Nun wurden weitere drei Migranten positiv getestet, die mit dem Jemeniten zusammenlebten. Das Camp von Vial, in dem rund 3000 Menschen leben, ist seitdem unter Quarantäne. Keiner darf es verlassen, nur wenige Angestellte dürfen es betreten. Es werden umfangreiche gesundheitliche Kontrollen durchgeführt. Die Menschen werden mit Lebensmitteln und Wasser von den Behörden versorgt, wie die Gesundheitsbehörde EODY mitteilte.

Russischer Energieminister Nowak mit Coronavirus infiziert

Der russische Energieminister Alexander Nowak hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie Ministerpräsident Michail Mischustin am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Interfax mitteilte, erfuhr Nowak bei einem Besuch in der Stadt Blagoweschtschensk im Fernen Osten Russlands von seinem positiven Testergebnis. Er wollte dort an einem Treffen mit Regierungsvertretern und der Eröffnung einer großen Petrochemie-Anlage nahe der Grenze zu China teilnehmen.

Nach seinem positiven Testergebnis sei Nowak zurück nach Moskau gereist, sagte Mischustin, der sich im April selbst mit dem Coronavirus infiziert hatte. An einer Videokonferenz der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihrer Partnerstaaten am Mittwoch will Nowak aber trotz seiner Infektion teilnehmen, wie ein Sprecher seines Ministeriums der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte.

Infizierter Urlauber besucht Party – 120 Menschen in Quarantäne

Nach einem bestätigten Corona-Fall in Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf müssen nun 120 Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Kontakte seien im privaten Bereich geschehen, teilte das Landratsamt auf seiner Seite mit. Laut "Mittelbayerischer Zeitung" hatte ein nach einer Italienreise positiv getesteter Mann an einer Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen teilgenommen, noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte. Die anderen 20 Menschen seien weitere Kontaktpersonen des Mannes. 

Der Mann hatte sich laut Zeitung bei der Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten – da hatte er aber schon kräftig gefeiert. Seinem Gastgeber hatte er laut Zeitung gesagt, ihm sei an der Grenze zugesagt worden, bei einem positiven Ergebnis binnen 24 Stunden informiert zu werden. Weil ein Anruf ausblieb, habe er an der Feier teilgenommen.

Corona-Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen stark erhöht 

Die Gefahr einer Corona-Infektion ist in geschlossenen Räumen nach bisherigen Erkenntnissen im Vergleich zu an der frischen Luft extrem erhöht. Konkrete Zahlen dazu gibt es bislang aber noch nicht. Das lasse sich auch nicht so genau beziffern, erklärte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts. Der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch, verwies aber auf eine Studie aus China, nach der von 318 untersuchten Ausbrüchen mit drei oder mehr Infektionsfällen Anfang des Jahres nur ein einziger im Freien stattgefunden hatte. In fast 80 Prozent der Fälle steckte der Erkrankte andere Menschen zu Hause an, schreiben die Forscher. Ansteckungen gab es auch in Verkehrsmitteln und etwa beim Einkaufen.

Marburger Bund will einheitliche Gäste-Obergrenze bei Feiern

Nach einer Warnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor Corona-Ansteckungen bei Veranstaltungen haben Ärztevertreter bundesweit einheitliche Teilnehmergrenzen für Feiern gefordert. "Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern verständigen", sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Wenn die Infektionszahlen wieder stark stiegen, seien 150 Gäste bei einer Familienfeier oder einer Party in Innenräumen zu viel, warnte Johna. Wichtig sei es zudem, gerade die Jüngeren daran zu erinnern, Ansteckungsrisiken zu vermeiden, sagte Johna. Viele seien sorglos, weil sie auf die hohe Quote der Genesenen in Deutschland schauten. Zu diesen würden jedoch auch Menschen mit schweren Langzeitschäden wie chronischer Erschöpfung oder Herzmuskelentzündungen zählen.

1390 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1390 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen hervor. Damit liegt die Zahl wieder deutlich über der Schwelle von 1000. Am Sonntag und Montag war der Wert nur knapp halb so hoch. Das war zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

New Yorks Gouverneur Cuomo nennt Corona "europäisches Virus" 

Bei einer Attacke auf US-Präsident Donald Trump wegen seines Umgangs mit der Coronakrise hat der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, das Virus als "europäisches Virus" bezeichnet. Die gegenwärtige Regierung sei "dysfunktional und inkompetent", sagte Cuomo in einer am Montagabend (Ortszeit) im Rahmen des Parteitags der Demokraten ausgestrahlten Rede. "Sie konnte das Virus nicht abwehren, sie hat es tatsächlich nicht einmal kommen sehen. Das europäische Virus hat den Nordosten infiziert, während das Weiße Haus noch auf China fixiert war." Cuomos Bemerkung schien eine Anspielung auf Trump zu sein, der das Coronavirus immer wieder als "China-Virus" bezeichnet, aus Sicht seiner Gegner hat das eine stigmatisierende Wirkung. Das Virus wurde erstmals in Wuhan in China nachgewiesen. Einige Studien besagen, dass der Ausbruch in New York von europäischen Reisenden ausgegangen sein könnte, die nicht wussten, dass sie infiziert waren.

Mehrere tausend Zuschauer sollen zum NFL-Start im Stadion sein 

Etwa 17 000 Zuschauer sollen zum Start in die NFL-Saison in das Heimstadion von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs dürfen. Der Titelverteidiger veröffentlichte am Montag (Ortszeit) seine Bedingungen für den Ticketverkauf und will das Arrowhead Stadium in Kansas City für die drei ersten Heimspiele mit ungefähr 22 Prozent auslasten. Das betrifft den für den 10. September geplanten Auftakt gegen die Houston Texans sowie die Partien gegen die New England Patriots und die Las Vegas Raiders. Zunächst haben nur Dauerkarteninhaber Zugriff auf die Tickets, die gruppiert werden. Die Zuschauer müssen im Stadion eine Maske tragen. Das Zusammenkommen vor dem Spiel auf dem Parkplatz, das in den USA sehr beliebte Tailgating (Parkplatz-Party auf Heckklappe eines Autos) mit Grillen und Trinken, soll erlaubt sein – allerdings nur direkt hinter dem eigenen Fahrzeug und mit Menschen aus der eigenen Ticket-Gruppe. Die Chiefs wollen ihren Kartenverkauf nach Beratung von Gesundheitsexperten je nach Verlauf der Corona-Pandemie anpassen.

Argentinier protestieren während Corona-Quarantäne gegen Regierung

Trotz strikter Ausgangsbeschränkungen sind in Argentinien Tausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Alberto Fernández auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Buenos Aires protestierten zahlreiche Demonstranten am Montag gegen die seit 150 Tagen andauernde Quarantäne gegen die Ausbreitung des Coronavirus, eine geplante Justizreform, Korruption, die Entlassung von Häftlingen und die angespannte Sicherheitslage. Auch in zahlreichen anderen Städten des südamerikanischen Landes gingen die Menschen bei den bislang größten Protesten seit Beginn der Coronakrise auf die Straße.  Im Großraum Buenos Aires gelten seit Mitte März recht strenge Ausgangbeschränkungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Zwar gelang es der Regierung mit der harten Linie zunächst tatsächlich, die Zahl der Infizierten und Opfer im regionalen Vergleich niedrig zu halten. Wegen der langen Dauer der Quarantäne ließ die Disziplin der Bevölkerung zuletzt allerdings nach. Mittlerweile haben sich rund 300 000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, über 5000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Zudem haben die Restriktionen die ohnehin schon schwer angeschlagene Wirtschaft des Landes weiter abgewürgt. 

Coronavirus-Ausbruch in britischer Lebensmittelfabrik

Mehr als 70 Mitarbeiter einer britischen Lebensmittelfabrik sind mit dem Coronavirus infiziert. Das Unternehmen Bakkavor in Newark-on-Trent im Osten Englands ist nach eigenen Angaben auf frische Speisen spezialisiert. Bei Untersuchungen von 701 Arbeitern wurde bei etwa jedem Zehnten der Erreger nachgewiesen, wie der Nachrichtensender Sky News am Montagabend berichtete. Nun sollen auch alle anderen der insgesamt etwa 1600 Beschäftigten getestet werden. Wie es zu dem Ausbruch gekommen war, ist dem Bericht zufolge noch unklar.

28 Menschen in Flüchtlingsunterkunft in Hessen mit Corona infiziert

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im mittelhessischen Neustadt sind 24 Mitarbeiter sowie vier Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Beschäftigten befinden sich in häuslicher Quarantäne, die Bewohner und ihre Kontaktpersonen wurden in einem gesonderten Gebäudebereich isoliert, wie das zuständige Regierungspräsidium Gießen am Montag mitteilte. Von den infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 22 bei einem privaten Sicherheitsdienst tätig, zwei weitere bei einem medizinischen Dienstleister.

Der Behörde zufolge wurden alle Beschäftigte und Bewohner auf das Virus getestet, nachdem erste Fälle bekannt geworden waren. Die vier infizierten Bewohner zeigten demnach nur leichte oder keine Symptome. Bei ihren ermittelten Kontakten sei der Corona-Test negativ ausgefallen.

Malta verschärft Corona-Schutz und schließt Bars und Nachtclubs

Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen schließt die Regierung in Malta von Mittwoch an Bars und Nachtclubs. Ausgenommen sind nur Lokale, die auch ein Restaurant haben, wie die Zeitung "Times of Malta" berichtet. Gesundheitsminister Chris Fearne habe zudem angeordnet, dass in dem Mittelmeerstaat Bootspartys verboten werden. Insgesamt dürfe es keine Ansammlungen von Gruppen mehr geben, die mehr als 15 Menschen umfassen. Außerdem gilt in Malta demnach eine Maskenpflicht in allen Räumen von öffentlichen Orten – mit der Ausnahme von Restaurants, für die es spezielle Regeln gebe. In dem kleinen Inselstaat hatten die Behörden zuletzt täglich um die 70 Neuinfektionen registriert – und damit Höchstwerte, wie die Zeitung schrieb. 

Regelmäßige Corona-Gurgeltests an Österreichs Schulen geplant

Corona-Tests mit Gurgelwasser bei Schülern und Lehrern sollen in Österreich ab Herbst einen Überblick über die Infektionslage an Schulen liefern. Eine repräsentative Gruppe von 1. 000 Schülerinnen und Schülern und 1200 Lehrkräften an 250 Schulen soll alle drei Wochen getestet werden, um auch symptomfreie Fälle zu erfassen, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in Wien ankündigte.

Dabei wird für die Tests statt des bislang üblichen Rachenabstrichs ein Gurgelverfahren benutzt, das von Forschern in Wien entwickelt und im Frühsommer getestet wurde. Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit wie bei einem Abstrich Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschließend in einem Labor auf Virenerbgut analysiert. Nach Angaben der Forscher können zehn Proben auf einmal getestet werden. Fällt der Befund positiv aus, werden die Proben nochmal einzeln analysiert.

Tschechien führt Maskenpflicht wieder ein 

Tschechien führt die landesweite Maskenpflicht nur zwei Monate nach ihrer Aufhebung wieder ein. Ab dem 1. September muss in den Innenräumen von Geschäften und Behörden sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Hintergrund seien das Ende der Sommerferien und der Beginn des neuen Schuljahres, sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag in Prag. "Es wird viel mehr Kontakte zwischen den Menschen geben und darauf müssen wir reagieren", betonte der 33-Jährige. Es handele sich um eine "präventive Maßnahme".

Corona-Tester an Autobahn-Station selbst positiv getestet

Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks positiv auf das Virus getestet worden. Der Sender beruft sich auf das örtliche Gesundheitsamt. Mehrere Kontaktpersonen, darunter Ehrenamtliche von Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk, seien deshalb in Quarantäne, hieß es. Der Kontakt zwischen dem Eurofins-Mitarbeiter und den Ehrenamtlichen habe bei der Übergabe der Teststation Donautal-Ost an der A3 bei Passau stattgefunden.

Merkel nennt Corona-Zahlen noch beherrschbar

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel am Montag weiter, es könne deswegen derzeit keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.

Nach weiteren Informationen aus Parteikreisen laufen derzeit Gespräche über ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in der kommenden Woche, bei dem über die Corona-Lage beraten werden soll. Die Entscheidung solle noch im Laufe des Tages bei Beratungen von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Chefs der Staatskanzleien fallen. Wann das Treffen sein könnte und ob es mit persönlicher Anwesenheit im Kanzleramt stattfindet, ist noch unklar. Bei den Beratungen soll es demnach auch um die uneinheitlichen Regeln im Umgang mit der Pandemie gehen.

Niedersachsen verschiebt Corona-Lockerungen um zwei Wochen

Niedersachsens Landesregierung will die geplanten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschieben. Ursprünglich habe die nächste Stufe der Lockerungen zum 1. September in Kraft treten sollen, sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Montag dem Sender Antenne Niedersachsen.

"Wir sind aber derzeit in einer labilen Situation", erklärte der SPD-Politiker. Es werde genau beobachtet, wie sich die Infektionsrate in Niedersachsen entwickle. Die nächste Stufe werde daher "mindestens" bis zum 14. September verschoben – je nach Lage werde es möglicherweise auch länger dauern. Die Zahl neuer Coronavirus-Infektionen steigt in Niedersachsen.

Demonstration gegen Suspendierung von Schulleiter in Rathenow

Mehrere Dutzend Menschen haben am Vormittag vor einer Grundschule im brandenburgischen Rathenow gegen die Suspendierung des Schulleiters demonstriert. Weil die Kundgebung nicht angemeldet gewesen sei, habe die Polizei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion West.

Der Schulleiter hatte sich in der vergangenen Woche in einem Brief an die Eltern gegen die Maskenpflicht an seiner Grundschule gewandt. Daraufhin war das Schulamt Neuruppin eingeschritten. Das Bildungsministerium hatte erklärt, dass die Maskenpflicht selbstverständlich auch an dieser Grundschule gelte. Der Schulleiter sei nach die Vorfall suspendiert worden, bestätigte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld am Montag.

Forscher: Flüchtlinge durch Coronakrise am stärksten von Entlassungen betroffen

Der Ausbruch der Coronakrise hat nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) den positiven Trend bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen zum Erliegen gebracht. Geflüchtete seien die Gruppe am Arbeitsmarkt, "die am stärksten von Entlassungen betroffen ist", sagte IAB-Migrationsforscher Herbert Brücker der "Rheinischen Post". Denn Flüchtlinge übten häufig Berufe aus, die sich nicht im Homeoffice erledigen ließen, etwa Sicherheitsdienste oder Tätigkeiten in der Gastronomie. "Hinzu kommt, dass sie erst seit kurzer Zeit beschäftigt waren oder nur befristete Verträge hatten", sagte Brücker. Bis zum Ausbruch der Coronakrise sei die Erwerbstätigkeit der Geflüchteten dagegen stetig gestiegen.

Tausende Mitglieder protestantischer Kirche in Seoul unter Quarantäne

Nach mehreren Infektionsherden im Zusammenhang mit religiösen Gruppen in Südkorea sind in der Hauptstadt Seoul tausende Mitglieder einer protestantischen Gemeinde unter Quarantäne gestellt worden. Bis Montag seien unter den Mitgliedern der umstrittenen Sarang-Jeil-Kirche 315 Corona-Fälle nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Etwa 3400 der Gläubigen müssten sich deshalb isolieren. Erschwert werde die Nachverfolgung von Verdachtsfällen durch eine "fehlerhafte" Mitgliederliste, welche die Kirche bereitgestellt habe. Kim beklagte mangelnde Kooperation der umstrittenen Kirche, deren konservativer Pastor Jun Kwang-hun zur Führungsfigur bei Protesten gegen den Mitte-Links-Präsidenten Moon Jae-in geworden ist.

RKI registriert 561 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Forscher fordert Frühwarnsystem für Viren

Angesichts der Coronakrise fordern immer mehr Forscher ein globales Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich. Eine frühzeitige Entdeckung könnte in Zukunft ähnliche Pandemien verhindern, sagte Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, in einem am Montag veröffentlichten Podcast seiner Uni. Wichtig sei eine Überwachung von sogenannten Schlüsselevents wie Lebend- oder Wildtiermärkten in Asien. Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungen. "Wenn bei Routine-Untersuchungen auf Lebendtiermärkten vermehrt Infektionen gefunden werden, muss sofort die Bremse reingehauen werden, um die schnelle Verbreitung zu stoppen", sagte Ludwig. Ein Frühwarnsystem könnte von der Weltgesundheitsorganisation oder den Vereinten Nationen eingerichtet werden. 

Drei weitere Verdachtsfälle bei Olympique Marseille

Der Saisonauftakt der ersten französischen Fußball-Liga steht auf der Kippe: Fünf Tage vor dem geplanten Start hat Olympique Marseille drei weitere Corona-Verdachtsfälle gemeldet. Das teilte der Verein am Sonntagabend via Twitter mit. Damit erhöht sich die Zahl der Verdachtsfälle im Team auf vier. Für Marseille ist damit das Eröffnungsspiel in der Ligue 1 am Freitag gegen Saint-Etienne unsicher. Laut französischer Fußball-Liga darf ein Team sieben Tage kein Mannschaftstraining ausüben, wenn mehr als drei Spieler oder Betreuer mit einer Corona-Erkrankung gemeldet sind, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Obstbauern zittern wegen Corona um ihre Ernte

Die Landwirte in den größten Apfelanbaugebieten in Deutschland bangen aufgrund der Coronakrise um ihre Ernte. "Die Sorge ist sehr groß", sagte der Vorsitzende der Obstregion Bodensee, Thomas Heilig. Zum einen sei noch nicht hundertprozentig sicher, ob die Erntehelfer – die meisten stammen aus osteuropäischen Ländern – überhaupt einreisen dürften. Beispielsweise zählten einige Regionen in Bulgarien und Rumänien derzeit zu den Risikogebieten.

Mehr als 3000 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat am Sonntag den zweiten Tag infolge mehr als 3000 Ansteckungen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden verzeichnet. Wie die französischen Gesundheitsbehörden mitteilten, wurden 3015 neue Infektionen gemeldet, etwas weniger als die 3310 Neuinfektionen am Samstag – die höchste Zahl an Ansteckungen seit Mai. Die Zahl der Intensivpatienten liege demnach unverändert bei 376. Mit mehr als 30.400 Corona-Toten zählt Frankreich zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Seit dem Ende der strengen Ausgangsbeschränkungen im Mai steigen die Fallzahlen wieder an.

Hofreiter attackiert Söder wegen Test-Panne

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf für seine Politik in der Coronakrise attackiert. Mit kostenlosen Tests an den Grenzen habe der CSU-Chef "zu viel versprochen", sagte Hofreiter der "Passauer Neuen Presse" (Montag). Mit der Testpanne und den Tausenden nicht informierten Personen über eine Corona-Infektion werde Vertrauen der Bevölkerung verspielt, kritisierte er. Söder sei es darum gegangen "sich als Klassenprimus im Krisenmanagement darzustellen". Hofreiter fügte hinzu: "Bei Söder gehen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander." Versäumnisse sieht der Grünen-Fraktionschef auch bei der Bundesregierung. Sie habe mit den Ländern keine "wirkliche einheitliche Strategie auch mit Blick auf die Corona-Tests" koordiniert.

js / rw / wue / kng DPA AFP

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