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News zum Coronavirus Bundesregierung kauft 200.000 Dosen Antikörper-Mittel für Corona-Infizierte 

Links ist eine Deutschlandkarte mit den Bundesländern in unterschiedlichen Rot-Tönen, rechts einer Grafik mit Öffnungsschritten
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Erste Fälle der Virus-Mutante B.1.1.7. in Flensburg bestätigt +++ Innenministerium warnt vor Störaktionen während Impfkampagne +++ Bundesregierung kauft Antikörper-Mittel für Deutschland +++ Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker.

Hunderte Querdenker demonstrieren in München

Mehrere Hundert Anhänger der Querdenken-Bewegung haben am Sonntagabend in der Münchner Innenstadt vor dem Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs demonstriert. Die Polizei zählte nach Angaben eines Sprechers rund 300 Teilnehmer und war mit rund 500 Beamten im Einsatz. Der Veranstalter war zunächst nicht erreichbar. Dieser hatte rund 1000 Teilnehmer bei den Behörden angemeldet. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat genehmigte jedoch nur 200 Teilnehmer und begründete dies mit den derzeit geltenden staatlichen Corona-Regeln. Der Veranstalter hatte dagegen vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde eingelegt. Die Richter entschieden am Sonntagmittag, dass an der Versammlung maximal 200 Menschen teilnehmen dürfen.

Ägypten beginnt mit Impfungen gegen Corona

Als eines der ersten Länder in Afrika hat Ägypten am Sonntag mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Ein Arzt und eine Krankenschwester in einem Krankenhaus in der nordöstlichen Stadt Ismailia erhielten als erste eine Spritze mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm. Dutzende weitere Mitarbeiter der Klinik folgten.

Alle Mitarbeiter des Gesundheitssystems würden kostenlos geimpft, kündigte Gesundheitsministerin Hala Sayed vor Journalisten im Abu Chalifa Krankenhaus in Ismailia an. Wer über die finanziellen Mittel verfüge, solle in den kommenden Monaten für die Impfung zahlen, sagte sie weiter. Die Ministerin gedachte der mehr als 330 ägyptischen Ärzte, die an Covid-19 gestorben sind. Ihren Angaben zufolge sollen landesweit mehr als 35 Impfzentren eingerichtet werden. Die Bürger wurden aufgerufen, sich online zu registrieren. 

Flensburg: Erste Fälle von hochansteckender Corona-Mutation im Norden

Die hochansteckende Mutation des Corona-Virus B.1.1.7. ist in Flensburg nachgewiesen worden. Um wie viele Fälle es sich genau handelt, konnte ein Stadtsprecher am Sonntag nicht sagen. Anfang dieser Woche war von rund 30 Verdachtsfällen mit der Variante, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war,  berichtet worden. Die Stadt werde entsprechend reagieren, eine neue Allgemeinverfügung werde erarbeitet. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" (online) darüber berichtet. 

Nach Angaben des Sprechers trat ein Teil der Fälle in der Belegschaft eines Betriebes unter Leiharbeitern auf. Es gebe aber auch davon einige unabhängige Fälle in der Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Wie es den Betroffenen gesundheitlich geht, sei nicht bekannt. Die sich rasant in Großbritannien ausbreitende Variante ist Experten zufolge nicht nur leichter übertragbar, sondern möglicherweise auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Sie ist bereits in diversen Ländern, darunter auch Dänemark, nachgewiesen worden.

Israel will Flughafen wegen hoher Corona-Zahlen schließen 

Israel will den internationalen Flugverkehr wegen hoher Corona-Infektionszahlen drastisch einschränken. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, man wolle den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv "hermetisch abriegeln". Nach israelischen Medienberichten soll die Maßnahme am Montagabend um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten und mindestens bis Ende des Monats gelten. Netanjahu sagte, es sollte nur wenige Ausnahmen von der Sperre geben. Ziel sei es, das Einschleppen weiterer Corona-Mutationen nach Israel zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war wegen laxer Kontrollen am Flughafen scharf kritisiert worden.

Rund 500 Mitarbeiter von Airbus in Hamburg in Quarantäne 

Nach Corona-Infektionsfällen sind beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg rund 500 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt worden. Dies betreffe nicht nur die unmittelbaren Kontaktpersonen der 21 positiv auf Corona getesteten Beschäftigten, sondern die gesamte Schicht, sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde am Sonntag. Nach Bekanntwerden der Corona-Fälle befinden sie sich demnach seit Freitag in Quarantäne. Unklar sei bislang, ob es sich um eine veränderte Corona-Variante handelt, sagte der Sprecher. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den Ausbruch berichtet.

Schweden untersagt Einreisen aus Norwegen wegen Corona-Variante 

Schweden verbietet vorübergehend Einreisen aus dem Nachbarland Norwegen, nachdem es Infektionsfälle mit der britischen Variante des Corona-Virus in der Region um die Hauptstadt Oslo gegeben hat. Das Verbot tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft und gilt bis zum 14. Februar, wie Innenminister Mikael Damberg nach einer Kabinettssitzung am Sonntag mitteilte.

Norwegens Regierung hatte am Samstag nach dem Ausbruch der britischen Corona-Variante die vorübergehende Schließung der meisten Einkaufszentren in zehn Gemeinden um Oslo verhängt, darunter auch die Hauptstadt selbst. Die Schließung der Geschäfte könnte dazu führen, dass Norweger nach Schweden reisen und zu einer erhöhten Ausbreitung der Infektion beitragen, erklärte Damberg. Das schwedische Außenministerium riet zudem von allen nicht notwendigen Reisen nach Norwegen ab.

Corona-Verstöße: Konfrontationen ultraorthodoxer Israelis mit Polizei 

Hunderte ultraorthoxe Israelis haben sich am Sonntag Konfrontationen mit Polizisten geliefert, die Corona-Regeln durchsetzen wollte. Die Polizisten waren von den frühen Morgenstunden an im Einsatz, um die regelwidrige Öffnung strengreligiöser Bildungseinrichtungen zu verhindern. Ein einflussreicher Rabbiner hatte zuvor dazu aufgerufen, die Schulen im ultraorthodoxen Sektor trotz eines allgemeinen Verbots zu öffnen.

In der Hafenstadt Aschdod sowie in Jerusalem kam es zu teilweise heftigen Konfrontationen mit der Polizei. Im strengreligiösen Viertel Mea Schearim in Jerusalem wurden Sicherheitskräfte als "Nazis" beschimpft. Auch in Bnei Brak bei Tel Aviv blockierten strengreligiöse Einwohner Straßen und bewarfen Polizisten mit Steinen. Nach Polizeiangaben wurden bei Zusammenstößen mehrere Polizisten verletzt und mindestens 15 Demonstranten festgenommen.

Bundesregierung kauft Antikörper-Mittel für Corona-Infizierte 

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Bundesregierung Antikörper-Mittel zur Behandlung infizierter Risikopatienten gekauft. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nimmt Deutschland damit eine Vorreiterrolle in der EU ein: "Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt - zunächst in Uni-Kliniken", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". In der EU zugelassen sind die Mittel bislang nicht. Der Bund hat sich Spahn zufolge insgesamt "200.000 Dosen für 400 Millionen Euro" gesichert.

Von den Antikörper-Mitteln könnten laut Bundesgesundheitsministerium "einzelne Covid-19-Patienten" mit dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs profitieren. "Sie wirken wie eine passive Impfung", sagte Spahn. "Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauf verhindert wird." 

Niederlande: Krawalle bei erster Ausgangssperre

Die coronabedingte Ausgangssperre hat in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam hatten Dutzende Menschen am späten Samstagabend gegen die Sperrstunde protestiert, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert. Jugendliche steckten nach Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Zwei Personen wurden festgenommen und Dutzende Geldstrafen verhängt.

Landesweit hat die Polizei nach eigenen Angaben in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Auch in Stein im Süden des Landes gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als die Beamten eine illegale Party mit etwa 100 Besuchern beenden wollten. Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21.00 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstöße werden mit Geldbußen von je 95 Euro bestraft.

Bericht: Spahn will Corona-Schnelltests daheim ohne Arzt ermöglichen

Die Menschen in Deutschland sollen Corona-Schnelltests künftig selbst zuhause vornehmen können. Um dies zu ermöglichen, wolle Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Medizinprodukte-Abgabeverordnung ändern, berichtete die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". Damit werde der so genannte Arztvorbehalt für die Tests aufgehoben. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können die Tests dann in der Apotheke kaufen und zuhause vornehmen.

Die Zeitung zitierte aus dem Entwurf der Verordnung. "Tests zur Eigenanwendung durch Laien werden perspektivisch eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen", heißt es demnach in dem Text. "Darüber hinaus erscheinen Tests zur Eigenanwendung dort sinnvoll, wo eben kein professioneller Anwender vorhanden ist."

Testpflicht für Pendler aus Tschechien: Lange Schlangen 

Nach der Verschärfung der Testpflicht für tschechische Berufspendler, die in Deutschland arbeiten, haben sich vor den Teststationen teils lange Schlangen gebildet. Die deutsche Polizei berichtete am Nachmittag von etwa 500 Menschen auf deutscher Seite, die wegen eines Corona-Tests im Bereich des Übergangs Schirnding (Landkreis Wunsiedel) unterwegs waren.

Der stellvertretende Bürgermeister der tschechischen Nachbargemeinde Cheb (Eger), Jiri Cerny, sagte der Deutschen-Presse-Agentur, bei Temperaturen unter null Grad betrage die Wartezeit zwei bis drei Stunden. Auch aus hygienischen Gründen sei die lange Warteschlange ungünstig, sagte Cerny. Die Menschen stünden "ziemlich dicht beieinander". "Gestern waren es sehr viele und heute sind es noch mehr." Die Bundesregierung hat Tschechien wegen der vielen Corona-Fälle zum Hochrisikogebiet erklärt. Pendler müssen bei der Einreise nach Bayern einen Corona-Test (PCR-Test oder Labor- oder Schnelltests vergleichbarer Qualität) vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Fast 25 Millionen Menschen in USA bisher mit Corona infiziert

In den USA haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr fast 25 Millionen Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus angesteckt. Die Zahl der bisher registrierten Toten im Zusammenhang mit dem Virus stieg laut Johns-Hopkins-Universität auf knapp 417.500. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden erreichte am Samstag demnach 3332. Der bisherige Höchstwert an Coronatoten wurde am 12. Januar mit 4462 verzeichnet. Zudem registrierten die Behörden für Samstag 172.650 Neuinfektionen. Der bisherige Tagesrekord lag am 2. Januar bei 298.031 neuen Fällen.

Das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern verzeichnet in absoluten Zahlen gemessen weltweit die meisten Infektionsfälle und Toten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus.

12.257 Corona-Neuinfektionen und 349 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Innenministerium warnt vor Störaktionen während Impfkampagne

Das Bundesinnenministerium warnt laut einem Medienbericht vor massiven Störaktionen während der Corona-Impfkampagne. Es seien bereits "mehrere mutmaßliche Ausforschungsversuche bezüglich deutscher Impfstoffhersteller bekannt geworden", zitierten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben) aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Die Gefahr von Cyberangriffen müsse "als hoch eingestuft" werden.

Als potenzielle Ziele für Spionage und Sabotage durch fremde Nachrichtendienste gelten demnach Einrichtungen zur Erforschung, Produktion und Zulassung von Impfstoffen. Das Ministerium warnt dem Bericht zufolge auch vor Störaktionen von Verschwörungstheoretikern.

Die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic sagte den Funke-Zeitungen, der Sturm auf das US-Kapitol habe gezeigt, "wie schnell absurde Verschwörungserzählungen in Gewalt umschlagen" könnten. Ihr Parteikollege Konstantin von Notz warnte, der Cyberangriff auf die europäische Arzneimittelbehörde EMA habe gezeigt, dass die Gefahr von IT-Angriffen, Spionage und Sabotage durch ausländische Nachrichtendienste "sehr real" sei.

Bundesregierung kauft Antikörper-Mittel für Deutschland

Die Bundesregierung hat ein neues Corona-Medikament auf Antikörper-Basis gekauft. "Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der "Bild am Sonntag". "Der Bund hat 200.000 Dosen für 400 Millionen Euro eingekauft."

Mit dieser Form der Antikörper wurde laut dem Medienbericht der frühere US-Präsident Donald Trump nach seiner Corona-Infektion behandelt. "Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauft verhindert wird", erklärte Spahn.

Die Nachrichten von Samstag, 23. Januar 2021

Frankreich hat Eine-Million-Marke bei Anti-Corona-Impfungen erreicht 

Frankreich hat die Eine-Million-Marke bei den Anti-Corona-Impfungen früher erreicht als erwartet. Premierminister Jean Castex verbreitete die Neuigkeit am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Zielsetzung der Regierung in Paris bestand ursprünglich darin, bis Ende Januar eine Million Menschen zu impfen.

Die Impfkampagne in Frankreich begann am 27. Dezember. Zunächst gab es viel Kritik, weil die Impfungen zu langsam anliefen. Als Reaktion darauf vergrößerte die Regierung den Personenkreis, der für die Impfungen in Frage kam. Als nächstes Ziel gab Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher nun die Impfung von 15 Millionen Menschen bis Juni aus. Sie zeigte sich "ziemlich zuversichtlich", dass dieses Ziel sogar übertroffen werden könne.

Schärfere Corona-Kontrollen ab Sonntag an Flughäfen 

Die Bundespolizei am größten deutschen Flughafen Frankfurt intensiviert ab Sonntag die Kontrollen bei Flügen aus Hochrisikogebieten der Corona-Pandemie. Dabei werden auch die erforderlichen Einreisevoraussetzungen konsequent überprüft, teilte die Bundespolizeidirektion am Samstagabend in Frankfurt mit. Kontrolliert werden sollen vor allem die Einreiseanmeldungen und der Nachweis über einen aktuellen, negativen Corona-Test.

Auch am Flughafen München mobilisiert die Bundespolizei nach Informationen des "Spiegel" deutlich mehr Beamte, um alle landenden Passagiere überprüfen zu können. Die Überprüfungen finden nach Angaben der Bundespolizei in Frankfurt noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle statt - und zwar direkt an den Flugzeugen. 

Israel beginnt mit Corona-Impfung von Jugendlichen 

Israel hat mit der Corona-Impfung von Jugendlichen begonnen. Die größte Gesundheitspflegeorganisation des Landes, Clalit, ließ den ersten Teenagern am Samstagmorgen eine Spritze verabreichen, wie es auf der Website der Organisation hieß. Das Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag angekündigt, bei Zustimmung der Eltern die Impfung von Oberschülern zwischen 16 und 18 Jahren zu genehmigen.

Seit Beginn der Impfkampagne vor einem Monat erhielten mehr als 2,5 Millionen der insgesamt rund neun Millionen Einwohner die erste Impfdosis, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 900.000 Menschen erhielten bereits die zweite Spritze.

Zu früh geimpft: Spaniens oberster Militär tritt zurück

Spaniens oberster Militär, Generalstabschef Miguel Ángel Villarroya, hat am Samstag seinen Rücktritt angeboten, weil er und andere ranghohe Militärs früher als Andere gegen Corona geimpft worden waren. Verteidigungsministerin Margarita Robles habe das Gesuch angenommen, berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Der General habe seinen Schritt damit begründet, dass er "das Ansehen der Streitkräfte" wahren wolle. Die frühzeitige Impfung ranghoher Militärs war als Privilegierung kritisiert worden. Nach dem nationalen Impfplan werden zurzeit zunächst besonders gefährdete Menschen gegen das Virus Sars-CoV-2 geimpft, also vor allem Bewohner von Altenheimen und ihr Pflegepersonal. Das Militär betonte, es gebe intern einen eigenen Impfplan, gegen den nicht verstoßen worden sei.

Spahn: Im Februar mindestens drei Millionen Impfdosen von Astrazeneca

Trotz verringerter Lieferzusage des Impfstoffherstellers Astrazeneca an die EU rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn für Deutschland "im Februar mit mindestens drei Millionen Impfdosen". Das sei "leider weniger, als erwartet war", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". 

Astrazeneca wird nach einer Zulassung zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant, hatte eine Sprecherin des britisch-schwedischen Unternehmens am Freitag mitgeteilt. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette. 

Rund 1.000 Menschen demonstrieren in Erfurt gegen Corona-Maßnahmen

Wenige Tage vor dem geplanten Inkrafttreten einer neuen Corona-Verordnung haben in Erfurt rund 1.000 Menschen gegen die Anti-Corona-Regeln demonstriert. Weitere Teilnehmer seien von der Polizei zurückgewiesen worden. Angemeldet waren 500 Teilnehmer. Laut Polizei gab es vereinzelt Verstöße gegen die Auflagen für die Versammlung - etwa gegen die Pflicht, eine Maske zu tragen. Thüringen ist derzeit das Land mit dem bundesweit größten Infektionsgeschehen.

Nach Medienbericht: Bundespolizei plant deutliche Verschärfung der Grenzkontrollen

Die Bundespolizei plant nach Informationen des "SPIEGEL" ab Sonntagmorgen eine deutliche Verschärfung der Grenzkontrollen, um die Einreise von mit dem Coronavirus infizierten Passagieren zu verhindern. Das Innenministerium wies intern an, dass alle Einreisenden aus den neu definierten Hochinzidenzgebieten "streng kontrolliert" werden sollen. Dazu mobilisiert die Bundespolizei vor allem an den Flughäfen Frankfurt und München mehr Personal, um alle Passagiere zu checken.

Die Bundesregierung hat zum Schutz vor der Einschleppung neuer Corona-Fälle nach Deutschland deutlich mehr Länder als bisher als Risikogebiete eingestuft – insgesamt 32. Neu ist vor allem die Listung von Ländern, in denen die sogenannte 7-Tage-Inzidenz über 200 liegt. Alle Einreisenden aus diesen Ländern müssen schon vor dem Abflug nach Deutschland einen Corona-Test machen und dürfen nur mit dem Nachweis eines aktuellen Negativ-Ergebnisses nach Deutschland einreisen.

Berliner Klinik stoppt Aufnahmen wegen Corona-Mutation

Das Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum nimmt nach mehreren entdeckten Infektionen mit der gefährlichen britischen Coronavirus-Variante keine Patienten mehr auf. Routinescreenings in der Station für Innere Medizin und Kardiologie ergaben positive Nachweise bei bislang 14 Personen, wie die Klinik am Samstag bestätigte. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Der seit Mitternacht verhängte Aufnahmestopp gilt bis auf Weiteres. 

Laschet: Es wird bis Sommer keine langfristige Corona-Strategie geben 

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet hält ein langfristiges Öffnungskonzept für die Zeit nach dem Corona-Lockdown für unrealistisch. "Es wird keine Strategie bis zum Sommer geben können, weil immer neue Fakten hinzukommen, auf die wir reagieren müssen", sagte Laschet am Samstag am Rande des Parteitags der Südwest-CDU in Stuttgart. Die neuen Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika könnten nochmal weiter mutieren. "Wir wissen nicht, welche Arten wir in den nächsten Wochen und Monaten noch erleben. Deshalb ist Auf-Sicht-fahren das einzig Richtige", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

Spahns Ministerium setzt wegen Ärger bei Maskenbeschaffung Dutzende Anwälte ein

Wegen Problemen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Schutzmasken im Frühjahr setzt das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) Dutzende Anwälte ein. Zeitweise seien rund 50 Rechtsanwälte des Beratungsunternehmens Ernst&Young (EY Law) damit befasst gewesen, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion. Beim Landgericht Bonn seien mit Stand 5. Januar 58 Klagen in der Angelegenheit mit einem Streitwert von insgesamt 142 Millionen Euro anhängig gewesen.

Allein für die Anwälte von EY habe das Ministerium im vergangenen Jahr neun Millionen Euro ausgegeben, berichtete der "Spiegel". Insgesamt habe das Ministerium bislang 30 Millionen Euro für Berater ausgegeben, die bei der Beschaffung von Schutzausrüstung helfen sollten. Für dieses Jahr seien weitere 33 Millionen Euro eingeplant.

Die juristischen Probleme um die Beschaffung von Masken stammen aus dem vergangenen Frühjahr. Um möglichst schnell große Mengen von Masken zu kaufen, hatte das Ministerium interessierten Händlern eine Abnahme zum Fixpreis garantiert. Dieses sogenannte Open-House-Verfahren sorgte aber für Ärger: Nach Angaben des Ministeriums vom August stellte sich bei 40 Prozent der Labor-Prüfungen heraus, dass Anbieter mangelhafte Ware angeboten hatten. Umgekehrt beschweren sich Hersteller, das Ministerium zahle nicht für gelieferte Masken.

Weiter weit über 3000 Corona-Todesfälle in den USA binnen 24 Stunden

In den USA sind gestern 3655 Todesfälle binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden, wie die Johns-Hopkins-Universität meldet. Der bisherige Höchstwert an Coronatoten war am 12. Januar mit 4462 verzeichnet worden. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden erreichte am Freitag 186.891. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 298.031 neuen Fällen verzeichnet. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 24,8 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 414-000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner darauf eingesteimmt, dass die Corona-Lage im Land erst einmal schlechter wird. Die Pandemie einzudämmen ist eines der Hauptanliegen Bidens, der am Mittwoch vereidigt worden war. Bereits in den ersten Stunden im Amt hatte er eine Maskenpflicht unter anderem in Regierungsgebäuden angeordnet.

Britische Experten verwundert über Johnsons Aussage zu Sterblichkeit

Die Aussagen von Premierminister Boris Johnson zu einer womöglich höheren Sterblichkeit bei der in Großbritannien nachgewiesenen Virus-Variante verwundern britische Experten. Derzeit liefen mehrere Untersuchungen. Es sei "nicht vollständig klar", dass die Mutante tödlicher sei, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle BBC Radio 4. "Es ist zu früh, das zu sagen." Es gebe zwar Hinweise. Aber: "Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird."

Der Wissenschaftler Mike Tildesley, Mitglied des Expertengremiums Sage, sagte der BBC, es sei zu früh für klare Aussagen. "Ich würde gerne noch ein oder zwei Wochen warten und ein bisschen analysieren, bevor wir wirklich starke Schlussfolgerungen ziehen." Die Zahl der Todesfälle sei zwar leicht gestiegen, von 10 auf 13 je 1000 Patienten. "Aber das basiert auf einer ziemlich kleinen Datenmenge", so Tildesley. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Johnson die Information auf einer Pressekonferenz verkündet habe. "Ich mache mir Sorgen, dass wir Dinge voreilig melden, wenn die Daten noch nicht wirklich besonders aussagekräftig sind." Johnson hatte gesagt, es gebe "einige Hinweise", dass die Variante tödlicher ist als die bislang vorherrschende.

RKI meldet 16.417 Corona-Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 16.417 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 879 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 18.678 Neuinfektionen und 980 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bei 112,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Furcht vor Corona-Ausbruch: Hongkong schottet ganzen Stadtteil ab

Aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus ist ein besonders dicht besiedelter Stadtteil der Millionenmetropole Hongkong im Morgengrauen abgeriegelt worden. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden sind seit heute früh (Ortszeit) damit beschäftigt, die rund 10.000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Das betroffene Gebiet mit 150 Wohnblöcken werde zu diesem Zweck für zwei Tage bis voraussichtlich Montagmorgen hermetisch abgeschottet, teilte die Regierung mit. Bis dahin, so die Hoffnung der Behörden, sollen alle Testergebnisse vorliegen.

Es handelt sich um den ersten derartigen Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwa einem Jahr. Bewohner des betroffenen Viertels, das zu den ärmsten in Hongkong gehört, dürfen die Sperrzone nicht mehr verlassen und müssen nach dem Test in häuslicher Quarantäne bleiben, bis ein gesichertes Ergebnis vorliegt. Lokale Medien zeigten Bilder von Einsatzkräften in weißen Schutzanzügen, die das Viertel in Gruppen durchkämmten und auf der Suche nach Infizierten von Tür zu Tür ziehen sollten. Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus.

Weltgesundheitsorganisation hält Stoffmasken weiterhin für wirksam

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält Stoffmasken trotz der sich ausbreitenden Coronavirus-Mutanten weiterhin für ausreichend. "Wir haben keinen Hinweis darauf, dass sich die Art der Übertragung verändert hat", sagte die für die Corona-Pandemie zuständige WHO-Expertin Maria Van Kerkhove in Genf. Deshalb ändere die WHO ihre Empfehlungen derzeit nicht. Nicht-medizinische Stoffmasken könnten weiterhin "von der allgemeinen Bevölkerung unter 60 Jahren ohne gesundheitliche Vorbelastung verwendet werden".

Die WHO-Expertin wies darauf hin, dass Stoffmasken aus drei Schichten bestehen sollten, um wirksamen Schutz zu bieten: Die innere Schicht sollte etwa aus Feuchtigkeit absorbierender Baumwolle hergestellt sein, die mittlere sollte aus einem Material wie Polypropylen-Vlies bestehen und als Filter fungieren. Die äußerste Schicht sollte demnach aus wasserabweisendem Material wie Polyester sein.

News zum Coronavirus von Montag, 18. Januar, bis Freitag, 22. Januar, finden Sie hier. 

wue / fs / aen DPA AFP

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