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Soziale Netzwerke "Ich kann nicht mehr": Ärzte und Pfleger flehen Menschen an, zu Hause zu bleiben

Der Coronavirus ist in Deutschland angekommen. Schulen sind geschlossen und Unternehmen senden ihre Mitarbeiter vermehrt ins Homeoffice.  
Das können Sie tun, damit der isolierte Alltag leichter wird.
  1. Struktur
Das DRK Hessen empfiehlt trotz Home Office und Home Schooling einen geregelten Alltag aufrecht zu erhalten. Dazu gehören zum Beispiel genaue Lernzeiten für die Kinder und Arbeitszeiten für die Eltern. Auch feste gemeinsame Essenszeiträume sind hilfreich, sofern alle Mitglieder gesund sind.
Auch räumlich sollten Sie zu Hause die Grenzen wahren: Das heisst den Arbeitsplatz vom privaten Raum trennen und allen Personen ihre Privatsphäre zu ermöglichen.
  1. Fitness
Sportliche Übungen und gemeinsame Entspannungszeiten mit Spielen oder Lesen helfen gegen Niedergeschlagenheit. Dafür können Sie auch digitale Angebot wie Fitness-Apps oder Spiele verwenden.  


  1. Frische Luft
Gehen Sie an die frische Luft, aber nicht unter viele Menschen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Räume im Haus frisch belüftet sind.


  1. Aktivitäten vorplanen
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Aktivitäten in den kommenden Wochen gemeinsam vorzuplanen. Verabreden Sie sich zum Beispiel zu Spaziergängen „mit Abstand“. Suchen Sie Alternativen zur Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und richten Sie zum Beispiel Fahrgemeinschaften ein.
  1. Hilfe organisieren
Online:
Die Ausnahmezeit macht es umso wichtiger, dass Menschen gemeinschaftlich aufeinander Acht geben.  Auf Nachbarschaftsportalen wie nebenan.de oder Online-Listen wird im Netz Hilfe organisiert. In Berlin bietet die Seite Coronaport zum Beispiel einen Überblick über Helfer in der Region an.
In Hamburg gibt es die Facebook-Gruppe CoronaHilfe Hamburg:
Auch in Köln haben sich über die Facebook-Gruppen "CoronaHilfe Gruppe Köln“ und „Corona Kinderbetreuung &Nachbarschaftshilfe Köln“ erste Gruppen organisiert.
Vor Ort:
Mit einem Aushang im Hausflur können Sie Älteren oder Menschen mit Kreislaufvorerkrankungen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, Ihre Hilfe anbieten. Geben Sie in dem Aushang an, welche Hilfe Sie anbieten und wie man Sie am besten kontaktieren kann.



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Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, fordern Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern eindringlich dazu auf, zu Hause zu bleiben. Andernfalls könnte das Gesundheitssystem zusammenbrechen. 

Noch immer sind einige öffentliche Plätze in Großstädten wie Berlin oder München voller Menschen – und das, obwohl selbst die Bundeskanzlerin dazu aufgerufen hat, soziale Kontakte bis hinein in das familiäre Umfeld einzuschränken. Das Problem: Erkranken zu viele Menschen zeitgleich an dem Coronavirus, könnte das Gesundheitssystem kollabieren. Viele Passanten scheint das jedoch nicht zu stören. Sie tätigen vermeintlich letzte Hamsterkäufe vor dem großen Shutdown oder sitzen Schulter an Schulter in Cafés, um die Frühlingssonnenstrahlen zu genießen. Ärzte und Krankenpfleger appellieren nun eindringlich an den gesunden Menschenverstand und fordern auch Menschen ohne Symptome dazu auf: Bleibt zuhause! 

"Das Virus ist für normal immunkompetente Menschen harmlos wie eine Erkältung", schreibt der Arzt Martin Sprengel auf Facebook. Doch das sind eben nicht alle. "Die wenigen Menschen, die es voll erwischt, weil sie alt, krank oder immungeschwächt sind, brauchen gegebenenfalls intensivmedizinische Betreuung. Diese ist stark limitiert und eine Überflutung der Kliniken mit zu vielen schwer kranken Patienten auf einmal würde für viele dieser Risikopatienten den Tod bedeuten", erklärt er. "Daher kann unsere einzige Bestrebung nur sein, das 'Outbreak' zu verlangsamen und über eine längere Zeit relativ wenige Neuerkrankungen zu produzieren."

Ärztin berichtet vom schlimmsten Dienst ihres Lebens

Wie es aussehen kann, wenn das nicht passiert, schildert eine Ärztin aus Hamburg, die sich auf Instagram "Doktor Ela" nennt. "Heute hatte ich den schlimmsten Dienst in meinem Leben in einem Kleinstadtkrankenhaus. Ich kann nicht mehr. Ich bin echt fix und fertig", schreibt sie zu einem Foto von sich selbst in Schutzkleidung. Sie berichtet von panischen Menschen, die sie anschreien, weil die Ärztin sie nicht auf Covid-19 testet, und von Patienten, die nicht verstehen, warum sie Schutzkleidung trägt, wenn sie doch gar nicht infiziert sei. 

"Ich trage eine Schutzausrüstung, damit ich mich auch noch in zwei, vier, sechs und acht Wochen um kranke Menschen kümmern kann und nicht selbst in Quarantäne bin", erklärt sie. "Wir können nicht alle Menschen mit Erkältungssymptomen auf einmal testen. Dafür ist unser Gesundheitssystem nicht ausgelegt und selbst wenn man heute noch negativ ist, kann man morgen schon positiv sein." 

Weniger als 20 Prozent junger, gesunder Erwachsener hätten Symptome. Das heißt: Sie stecken vermutlich andere, darunter möglicherweise Risikopatienten, an, ohne zu wissen, dass sie überhaupt infiziert sind. Der Appell der Ärztin lautet deshalb: "Bleibt cool und gebt Acht auf alte und kranke Mitmenschen. Bleibt Ihnen zur Liebe zu Hause." 

Fotos mit genau dieser Bitte von Ärzten und Krankenschwestern gehen auf Twitter bereits um die Welt. 

Auch der Krankenpfleger Ricardo Lange schreibt auf Facebook: "Jeder kann mithelfen, diese Pandemie zu verlangsamen. Aufhalten werden wir sie nicht. Aber verlangsamen ist schon viel wert, so können die Krankenhäuser sich um die Erkrankten kümmern ohne überrannt zu werden."

Und er hat noch eine andere Bitte: 

"Diese extremen Hamsterkäufe, Desinfektionsmittel, was in den Krankenhäusern geklaut oder in den Apotheken weggekauft wird, gehen gar nicht. Denkt nicht nur an euch."


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