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News zum Coronavirus Olaf Scholz kritisiert Impfstoff-Einkäufe der EU und fordert klare Impfstrategie

"Sputnik V"-Coronavirus-Impfstoff
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich im Falle einer erfolgreichen EU-Zulassung auch für den Einsatz von Corona-Impfstoff aus Russland und China in Deutschland offen. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Spahn: "Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, dann kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen". Entscheidend sei eine reguläre Zulassung nach europäischem Recht. Russland hatte am Freitag angekündigt, die EU im zweiten Quartal mit 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V versorgen zu können. Ein Antrag zur Zulassung des Vakzins sei bereits bei der Europäische Arzneimittelagentur eingereicht worden. Der Wirkstoff war Mitte August als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden, obwohl bis dahin wichtige Tests ausgestanden hatten. Das löste international Kritik aus.
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Impfstoff-Knappheit: Scholz kritisiert Einkaufspolitik der EU

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Strategie der Europäischen Union beim Einkauf von Corona-Impfstoffen kritisiert. "Es wäre gut gewesen, Europa hätte mehr Impfstoff bestellt. Viel weiter über den eigenen Bedarf hinaus", sagte der SPD-Kanzlerkandidat der "Süddeutschen Zeitung". Am Geld wäre ein solches Vorgehen aus seiner Sicht nicht gescheitert. "Über den Kauf der Impfstoffe hat die EU-Kommission verhandelt. Wenn die Kommission von uns weitere Finanzmittel erbeten hätte, hätten wir auch der EU zusätzliches Geld überwiesen." Von dem für Montag geplanten "Impfgipfel" bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet Scholz Klarheit darüber, in welchem Zeitraum wie viele Bürger geimpft werden können. "Impfen hat oberste Priorität", sagte er. Dies müsse sich nun auch in einem Konzept niederschlagen.

US-Republikaner entwickeln alternativen Plan für Corona-Hilfen

Zehn republikanische US-Senatoren haben einen eigenen Alternativ-Plan zu den von Präsident Joe Biden geplanten Corona-Wirtschaftshilfen in Höhe von 1,9 Billionen Dollar (rund 1,6 Billionen Euro) angekündigt. Der alternative Gesetzesentwurf könne "parteiübergreifende Unterstützung erhalten", teilte die Senatorin von Maine, Susan Collins, auf Twitter mit. Viele Republikaner wehren sich gegen die Gesetzesvorlage der neuen US-Regierung, die die Schulden und das Haushaltsdefizit der USA deutlich erhöhen würde. Details des alternativen Plans sollen am Montag veröffentlicht werden, wie die Unterzeichner mitteilten. Zuvor sei er an Präsident Biden geschickt worden. Einem Bericht der "Washington Post" zufolge beläuft sich der Gegenvorschlag auf 600 Milliarden Dollar (knapp 500 Milliarden Euro), was weniger als ein Drittel des von Biden vorgeschlagenen Betrags wäre. Es gilt daher als unwahrscheinlich, dass der Vorschlag akzeptiert wird.

Anzeigen bei ungenehmigtem "Corona-Spaziergang" in Wien

Bei einem nicht genehmigten Protest gegen Corona-Maßnahmen sind in Wien mehrere Menschen angezeigt worden. Rund 5000 Personen hatten sich nach Polizeiangaben trotz eines Verbots solcher Kundgebungen in der österreichischen Hauptstadt zu einem "Corona-Spaziergang" getroffen. Die Stimmung sei zunehmend aggressiver geworden, berichteten Beobachter vor Ort. Unter den Teilnehmern waren bekannte Vertreter der rechten Szene, darunter Identitäre rund um Martin Sellner sowie der verurteilte Neonazi Gottfried Küssel, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Weil viele Teilnehmer keine Masken trugen oder den vorgeschriebenen Abstand zur Vermeidung von Corona-Infektionen nicht einhielten, kündigte die Polizei die Auflösung der Versammlung an. Als Teilnehmer sich in Richtung Parlament bewegten und Aufrufen, sich zu zerstreuen, nicht nachkamen, schritt die Polizei ein.

Tausende Ultraorthodoxe in Israel missachten für Bestattung von Rabbi Lockdown

Unter Missachtung des seit Ende Dezember in Israel geltenden Corona-Lockdowns haben tausende ultraorthodoxe Juden an der Bestattung eines Rabbiners in Jerusalem teilgenommen. Ohne sich an die Abstandsregeln zu halten und großteils auch ohne Masken, folgte eine riesige Menge dem Trauerzug für den Leiter einer einflussreichen Talmudschule, Meschulam Dovid Soloveitschik, der im Alter von 99 Jahren gestorben war. Strengreligiöse Juden stehen in Israel im Mittelpunkt der Bemühungen, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen. Immer wieder verstoßen sie gegen die Lockdown-Bestimmungen, insbesondere wenn es um Synagogen und Talmudschulen geht. Dies sorgte in den vergangenen Tagen immer wieder für heftige Zusammenstöße mit der Polizei. Nach Angaben eines AFP-Fotografen griffen die Ordnungshüter diesmal jedoch nicht ein.

SPD-Chefin Esken will Corona-Zuschlag

SPD-Chefin Saskia Esken will im nächsten Koalitionsausschuss einen monatlichen Corona-Zuschlag für Hartz-IV-Bezieher durchsetzen. "Angesichts der offenkundigen Not von Erwachsenen und Kindern in Grundsicherung erwarten wir von unserem Koalitionspartner im Bund, dass er da mitgeht, wenn wir uns demnächst in neuer Besetzung im Koalitionsausschuss treffen", sagte Esken dem Berliner "Tagesspiegel". Bei den nächsten Beratungen ist erstmals Armin Laschet als neuer CDU-Chef dabei. Esken sagte, die Corona-Pandemie treffe Menschen besonders hart, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. "Zu den Sorgen um die Gesundheit und erheblichen psychosozialen Belastungen kommen finanzielle Mehrausgaben, die aus dem schmalen Budget kaum geleistet werden können."

Corona-Hochrisikogebiet Portugal riegelt sich ab

Das Corona-Hochrisikogebiet Portugal hat sich zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Seit Sonntag ist die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. An der Landgrenze zum Nachbarn und EU-Partner Spanien wurden - wie bereits im Frühjahr 2020 - wieder Kontrollen eingeführt. An Häfen und Flughäfen wurden zudem nach dem Regierungsdekret die Kontrollen verschärft. Ausnahmen gelten unter anderem für Menschen, die zur Arbeit fahren, an ihren Hauptwohnsitz zurückkehren oder beruflich unterwegs sind, für den Warentransport sowie für medizinische Notfälle oder humanitäre Hilfe. Die Corona-Lage in Portugal ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa "sehr schlimm". Am Samstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 12.435 Neuinfektionen und 293 weitere Corona-Tote registriert. Gemessen an der Bevölkerungszahl gehören diese Werte zu den höchsten Werten weltweit.

Polizei beendet illegale Party mit 200 Feiernden

Die Polizei hat in Euskirchen (NRW) eine in Corona-Zeiten illegale Feier mit rund 200 Gästen aufgelöst. Ein 23-Jähriger habe die Freiluftparty auf dem Gelände einer ehemaligen Raketenstation im Billiger Wald organisiert, teilte die Polizei mit. Einem Zeugen sei am Sonntagmorgen laute Musik aufgefallen, die aus dem Waldgebiet kam. Vor Ort sei eine größere Musikanlage gefunden worden. Viele Gäste flüchteten demnach in den Wald, die Personalien von 35 Teilnehmern wurden aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen seien viele der Feiernden wohl von außerhalb angereist. Auf die Partygäste kämen "erhebliche Bußgelder" zu, teilte die Polizei weiter mit.

Weil fordert verlässlichen Impfplan von Bundesregierung

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat vor dem Corona-Impfgipfel eine konkrete und realistische Strategie gefordert. "Ich erwarte, dass die Bundesregierung einen verlässlichen nationalen Impfplan vorlegt, auf den sich Länder und Kommunen dann entsprechend einstellen können", sagte er einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge. "Ankündigungen, die anschließend fortlaufend geändert werden, erschweren Ländern und Kommunen die Arbeit und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger." Darüber hinaus müsse der Bund klare Wege aufzeigen, wie die Produktion von Impfstoffen beschleunigt werden könne – "indem beispielsweise andere Pharmaunternehmen mit ihren Produktionsstätten die Impfstoffhersteller unterstützen".

WHO-Experten inspizieren verdächtigen Markt im chinesischen Wuhan

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben den Huanan-Markt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan inspiziert, der als Ursprungsort der Corona-Pandemie gilt. Mitglieder des internationalen Expertenteams, das die Ursprünge Pandemie erforschen soll, trafen am Sonntag an dem seit Januar vergangenen Jahres geschlossenen Markt ein. Am Freitag hatten sie bereits das Krankenhaus besucht, in dem die ersten Corona-Patienten behandelt wurden. Medien waren nicht zugelassen. In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,2 Millionen weltweit starben. Die erste WHO-Mission in Wuhan ist hochbrisant, weil dabei mögliche Versäumnisse der chinesischen Behörden in den Anfängen der Pandemie in den Fokus rücken könnten.

Österreich übernimmt portugiesische Corona-Intensivpatienten

Österreich übernimmt von Portugal schwer kranke Corona-Patienten. Wie viele Menschen nach Österreich geflogen werden sollen, werde mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium abgeklärt, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit. "Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu helfen, um Menschenleben zu retten", sagte er. Österreich hatte schon mal Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen. Das portugiesische Gesundheitsweisen steht wegen hoher Infektionszahlen massiv unter Druck. Nach Behördenangaben stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung.

Berater Struth zu Corona: "Mache mir Sorgen um so manchen Spieler"

Nach Ansicht von Spielerberater Volker Struth könnte die Coronavirus-Pandemie noch weitreichende Folgen für die Fußball-Branche haben. "Die Frage ist, was Corona noch alles verändern wird", sagte er im Sport1-"Doppelpass": "Ich mache mir große Sorgen um so manche Spieler, deren Verträge im Sommer auslaufen." Schon die aktuelle Transferperiode, die am Montag endet, habe wenig Bewegung gebracht. "Ich glaube auch, dass im Sommer im Verhältnis zu anderen Perioden wenig passieren wird", so Struth weiter. Durch die Corona-Krise ist die finanzielle Situation bei vielen Clubs angespannt. Zuschauer in den Stadien sind bis auf wenige Ausnahmen im Sommer seit fast einem Jahr nicht erlaubt.

RKI meldet weniger Neuinfektionen, aber mehr Tote

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sinkt die Zahl der durch die Gesundheitsämter gemeldeten Corona-Infektionen in Deutschland auch am Sonntag. Demnach wurden 11.192 Neuansteckungen verzeichnet, am letzten Sonntag waren es noch knapp 1000 Fälle mehr. Sonntags sind die Fallzahlen im Vergleich zum Rest der Woche immer etwas niedriger, weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt liegt die Zahl der hierzulande mit Corona Infizierten damit bei 2.216.363.

Die Zahl der an Corona Verstorbenen steigt dagegen leicht auf 399 Personen an. Damit sind 50 Menschen mehr an den Folgen des Virus verstorbenen als am Vorwochentag. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 56.945 Menschen in Deutschland durch das Coronavirus gestorben.

Eine gute Nachricht ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weiter sinkt. Mit einem Wert von 90,2 Infektionen pro 100.000 Einwohnern liegt sie deutlich unter dem Höchststand von 197,6, der im Dezember erreicht wurde. Der Sieben-Tage-R-Wert bleibt mit 0,92 zum Vortag stabil. Er gibt an, dass 100 Infizierte im Schnitt 92 weitere Menschen anstecken. Ist der Wert unter 1, geht das Infektionsgeschehen zurück. Der Wert bildet die Infektionslage vor 8-16 Tagen ab.

Kein Ende des harten Corona-Lockdowns in Sicht

Trotz sinkender Corona-Infektionszahlen zeichnet sich angesichts der Furcht vor einer Ausbreitung besonders ansteckender Virus-Varianten kein baldiges Ende des Lockdowns in Deutschland ab. Bundes- und Landespolitiker plädierten zum Teil für eine Verlängerung der Maßnahmen. "Besser jetzt noch ein wenig länger etwas härtere Maßnahmen als ein Raus-Rein-Raus-Rein, was letztlich alle zermürbt", sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Der aktuelle Lockdown mit geschlossenen Schulen, der angeordneten Schließung der meisten Geschäfte sowie strengen Kontaktbeschränkungen gilt bislang bis zum 14. Februar. In den kommenden Tagen werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder darüber beraten, wie es danach weitergeht. 

Flick über Goretzka und Martínez: "Beide haben keine Symptome"

Trainer Hansi Flick vom FC Bayern München hat bekräftigt, dass Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka und Javi Martínez nach positiven Corona-Tests nicht schwerer erkrankt sind. "Es ist so, dass beide keine Symptome haben, ich habe mit beiden auch gesprochen", sagte Flick nach dem 4:1 (2:1) gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Am Tag vor dem Bundesliga-Spiel hatte der Club die positiven Testergebnisse öffentlich gemacht. Goretzka und Martínez befinden sich nach Vereinsangaben in häuslicher Quarantäne.

Spahn: "Werden Pandemie im Laufe des Jahres weitestgehend unter Kontrolle bekommen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Corona-Pandemie im kommenden Jahr weitgehend überwunden sein wird. "Einen zweiten Jahrestag wird es in dieser Form nicht geben", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Im Lauf des Jahres werden wir die Pandemie weitestgehend unter Kontrolle bekommen - durch die Impfungen und durch die Möglichkeit, das Vakzin an Mutationen anzupassen." Es sei "enorm", dass innerhalb von nur einem Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt worden sei und der Aufbau der komplexen Produktion innerhalb weniger Monate gelinge.

Über die Schärfe der Kritik am schleppenden Impfbeginn zeigte sich Spahn verwundert. "Nachdem wir wochenlang über die Impfreihenfolge und Knappheit am Anfang diskutiert haben, hätte aus meiner Perspektive jedem klar sein müssen, dass das einige Zeit dauern wird", betonte der Minister. Dennoch verstehe er die Enttäuschung und wolle nichts schönreden. Es bleibe das Ziel der Bundesregierung, dass jeder aus der höchsten Risikogruppe der über 80-Jährigen bis Ende März geimpft sei. Das hänge jedoch von den Lieferungen aus dem europäischen Impfstoff-Kontingent ab.

Intensivmediziner: Spüren keine Entspannung – Personal ausgebrannt

Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland ist nach Angaben von Medizinern trotz sinkender Corona-Fallzahlen weiterhin angespannt. "Wir spüren auf den Intensivstationen, anders als die Zahlen den Anschein erwecken, derzeit keine Entspannung", sagte der Magdeburger Uniklinik-Professor Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Er forderte schärfere Maßnahmen, bis die Infektionsketten von den Gesundheitsämtern kontrollierbar seien: "Wir müssen in einen harten Lockdown gehen, alles andere ist ethisch schwer vertretbar."

Walcher warnte vor Leichtsinn: "Unsere größte Sorge ist, dass durch die Impfungen und Lockerungsdiskussionen der Eindruck erweckt wird, die Krise sei bald überwunden, und die Vorsicht der Bürger, sich an die notwendigen Maßnahmen zu halten, nachlässt", sagte er. "Wenn das passieren sollte, dann werden wir eine dritte Welle mit Virusmutationen erleben, deren Folgen unabsehbar sind."

Sorge bereitet den Intensivstationen laut Walcher auch die Überlastung des Personals. Die Beschäftigten hätten zwischen den beiden Lockdowns keine Verschnaufpause gehabt, da viele verschobene Operationen nachgeholt worden seien. Es drohten nun massive Ausfälle. "Das Pflegepersonal ist maximal belastet, die Menschen können einfach nicht mehr" sagte der Mediziner. "Sehr viele sind ausgebrannt, es gibt schon jetzt sehr viele Burnout-Fälle und Rückzugserscheinungen. Wir Intensivmediziner haben Angst, dass in den kommenden Monaten viele das Handtuch werfen."

WHO dringt auf mehr Einheit in Deutschland im Kampf gegen Corona

Der Covid-19-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), David Nabarro, hat Politiker in Deutschland zu mehr Einheit im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. Vertreter von Bund und Ländern müssten geschlossen dieselbe Botschaft verkünden, sagte Nabarro der Deutschen Presse-Agentur ein Jahr, nachdem die WHO wegen der ersten Coronafälle in China eine "Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen hatte (30. Januar 2020). Das ist die höchste WHO-Alarmstufe.

Ein Ende der Pandemie sei noch nicht abzusehen, warnte Nabarro. "Ich rechne damit, dass es noch lange dauert, Monate – wir sind dem Ende noch lange nicht nahe."

Um alle Menschen hinter die Coronaschutzmaßnahmen zu bringen, brauche Deutschland einen Jürgen-Klopp-Effekt, sagte Nabarro mit Verweis auf den früheren Fußballtrainer von Borussia Dortmund, der heute in Liverpool arbeitet. "Klopp weiß, wie man Menschen berührt und Massen zusammenbringt", sagte Nabarro. "Er hätte sicher gute Ideen."

Taiwan meldet ersten Covid-Toten seit Mai 2020

Erstmals seit Mai 2020 ist am Samstag in Taiwan ein Todesfall nach einer Corona-Infektion registriert worden. Damit seien in der Inselrepublik mit knapp 24 Millionen Einwohnern nun acht mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben, berichtete das taiwanische Epidemiezentrum CECC. Von insgesamt 909 registrierten Infektionen seien 75 im Inland erfolgt.

Merkel wirbt bei Familien um Geduld in der Coronakrise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Coronakrise angesichts des Lockdowns als "gewaltigen Kraftakt" für Familien bezeichnet und um Geduld geworben. "Noch sind wir nicht so weit, Kitas und Schulen wieder öffnen zu können", sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Aber: "Je konsequenter wir uns jetzt verhalten, auf Kontakte verzichten und da, wo sie unumgänglich sind, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Masken tragen, desto schneller wird das wieder möglich sein."

Der Lockdown ist derzeit bis Mitte Februar befristet. "Wir setzen alles daran, Kitas und Schulen als erstes wieder öffnen zu können, um den Kindern ein Stück ihres gewohnten Alltags wiederzugeben und um Familien zu entlasten", so Merkel. Zwar gingen die Infektionszahlen zurück, gleichzeitig gebe es aber eine sehr reale Gefahr durch die hochansteckenden Virusmutationen. "Deshalb müssen wir auf unserem Weg durch die nächsten Wochen vorsichtig und behutsam handeln."

Es sei ein gewaltiger Kraftakt für Eltern, Kita- und Grundschulkinder zu Hause zu betreuen und zu unterrichten, sagte Merkel. "In der Bundesregierung sind wir uns sehr bewusst, wie hart der Alltag für viele Eltern und Kinder zurzeit ist. Das unterschätzt niemand von uns."

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RKI-Zahlen am Samstag: 12.000 neue Infektionen

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 12.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.321 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.205.171. 

Nach Angaben des RKI wurden zudem 794 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 56.546.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 1.911.800. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag am Samstag bei 90,9. Am Donnerstag war dieser Wert erstmals seit drei Monaten unter die Marke 100 gesunken.    

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht seit Wochen zurück, ihren bislang höchsten Stand hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 erreicht. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar.

Seehofer erwartet allenfalls stufenweise Lockerungen nach Lockdown

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht keinen großen Spielraum für Lockerungen des Corona-Lockdowns. "Im Moment kann niemand seriös beurteilen, wie es Mitte Februar weitergeht", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagsausgaben). "Aber eines kann man nach allen Erfahrungen bei der Infektionsbekämpfung sagen: Man wird auch nach einem Lockdown nicht sofort und vollständig zu normalen Verhältnissen zurückkehren können", betonte Seehofer. "Das wird nur stufenweise möglich sein. Andernfalls droht ein Rückfall in die dritte Welle."

US-Behörden sagen Coachella-Festival wegen Coronavirus erneut ab

Wegen der Corona-Pandemie wird das legendäre  Coachella-Festival in Kalifornien erneut abgesagt. Die zuständige Gesundheitsbehörde im Bezirk Riverside County teilte am Freitag mit, dass das für April geplante Festival nicht abgehalten werden könne. Ein möglicher neuer Termin wurde nicht genannt.

Schon zu Beginn der Pandemie – im April 2020 – hatte es einen coronabedingten Aufschub gegeben. Die Veranstalter schoben die Veranstaltung zunächst auf Oktober, aber auch dieser Termin platzte. 

Mehr als 125 000 Konzertgänger waren 2020 auf dem Festivalgelände in Indio erwartet worden. Als Hauptacts an sechs Tagen sollten Gruppen und Künstler wie Rage Against the Machine, Travis Scott, Frank Ocean, Lana Del Rey, Big Sean und Calvin Harris auftreten.

Stiko-Vorsitzender verteidigt Altersvorgabe für Astrazeneca-Impfstoff

ach der europäischen Zulassung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca hat der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) die von seinem Gremium empfohlene Altersvorgabe verteidigt. Die Daten von Astrazeneca seien nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahre beurteilen zu können, sagte Thomas Mertens am Freitagabend bei einer Videoschalte des Science Media Center. Man brauche weitere Informationen dazu, wie gut der Impfstoff auch ältere Menschen vor Covid-19 schütze.

Das Präparat von Astrazeneca werde "aktuell aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen", hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Impfkommission am erklärt. "Wir haben nicht die Qualität des Impfstoffs bewertet, sondern die Qualität der Daten", betonte Mertens. Der Virologe fügte hinzu, dass die Stiko ihre Empfehlungen nach dem Einreichen weiterer Daten zur Effizienz bei älteren Menschen aktualisieren werde. Gleichzeitig betonte er, die Sicherheit des Impfstoffs stehe außer Zweifel.

WHO-Experten treffen Behördenmitarbeiter und besuchen Krankenhaus in Wuhan

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im Rahmen ihrer Untersuchungen zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie mehrere Treffen absolviert. Nach Gesprächen mit Behördenvertretern besuchten sie am Freitag unter anderem ein Krankenhaus, in dem die ersten Covid-19-Patienten behandelt worden waren.

In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,1 Millionen weltweit starben. 

"Wir sind in dem Krankenhaus, in dem einige der ersten bekannten Fälle von Covid-19 behandelt wurden, und treffen uns mit den Ärzten und Mitarbeitern, die diese Arbeit geleistet haben, und führen eine offene Diskussion über die Details ihrer Arbeit", twitterte WHO-Teammitglied Peter Daszak, der Präsident der EcoHealth Alliance ist – einer globalen Nichtregierungsorganisation, die sich auf die Prävention von Infektionskrankheiten konzentriert. 

Der genaue Ablauf der WHO-Forschungsarbeit in Wuhan wird von den chinesischen Behörden nicht kommuniziert. Laut WHO plant das internationale Expertenteam auch Besuche des Wuhan-Instituts für Virologie sowie des Huanan-Markts. Dieser weiterhin geschlossene Markt gilt als Ursprungsort der Pandemie.

Die Meldungen zur Coronavirus-Pandemie von Montag, 25. Januar, bis Freitag, 29. Januar, lesen Sie hier.

les / kng / aen / rw DPA AFP

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