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Covid-19-Pandemie #StayTheFuckHome: Ein Frankfurter bringt tausende Menschen auf der Welt dazu, zu Hause zu bleiben


Der Frankfurter Florian Reifschneider hat unter dem Hashtag "StayTheFuckHome" tausende Menschen dazu inspiriert, zuhause zu bleiben: um sich und vor allem schwächere und ältere Menschen vor der Covid-19-Pandemie zu schützen. 

Der Frankfurter Florian Reifschneider hat genug von Menschen, die sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen halten, um die gefährlich schnelle Ausbreitung des Coronavirus auf der Welt zu bremsen. "Stay the fuck home!", also "Bleibt verdammt noch mal zu Hause!", verlangt er auf Twitter. Seitdem geht der Hashtag um die Welt. Tausende Menschen halten sich an seinen Rat. Sogar ein sogenanntes Quarantäne-Manifest hat Reifschneider entwickelt. Darin ruft er dazu auf, die wichtigsten Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten – wie weniger zu reisen und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Ihm gehe es dabei nicht in erster Linie darum, dass jeder sich selbst schützt, erklärt er im Gespräch mit dem stern. Stattdessen sei ihm wichtig, die 20 Prozent der Risikopatienten zu schützen: diejenigen, die alt sind, Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem haben. 

"Wir sollten uns alle Gedanken darüber machen, ob die persönlichen Unannehmlichkeiten, die durch die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen entstehen, wirklich Rechtfertigung genug sind, um Millionen von Menschen zu gefährden, die ein höheres Risiko haben, stark unter der Krankheit zu leiden", sagt er. 

Reifschneider verlässt sein Haus seit dem Start der Kampagne gar nicht mehr

 Mit der bisherigen Durchsetzung der Maßnahmen in Deutschland ist Reifschneider nicht zufrieden. "Wo anderswo schon seit Wochen Großveranstaltungen verboten wurden und die Schulen geschlossen werden, hat man Anfang der Woche in Deutschland noch darüber diskutiert, ob man die Leute zum Fußball ins Stadion lassen solle oder nicht."

Mit Blick auf die Situation in Italien hätte eigentlich schon in der vergangenen Woche jedem klar sein müssen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, "um uns vor der gleichen Situation zu bewahren".  Dies geschehe nur, wenn wir endlich zu Hause bleiben würden.

Er selbst habe das Haus seit dem Start seiner Kampagne gar nicht mehr verlassen. "Privat lebe ich mit meiner Freundin, soweit möglich, in Selbst-Quarantäne in unserer Wohnung in Frankfurt. Bis auf kurze Trips zum Einkaufen, gab es für uns die letzten drei Wochen keinen Grund, in die Öffentlichkeit zu treten." Die Zeit habe er viel mit kochen und gründlichem Putzen verbracht. "Dinge, zu denen man unter normalen Umständen vor lauter Aus-dem-Haus-Gehen nicht kommt."

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In seiner Firma Rocketloop in Frankfurt bleiben alle Mitarbeiter seit zwei Wochen im Home Office. Das empfiehlt Reifschneider jedem Unternehmen. "Den ausbleibenden sozialen Kontakt mit den Kollegen versuchen wir mit täglichen Video-Calls zur Mittagszeit mit dem gesamten Team und gemeinsamen Videospiel-Runden zum Feierabend auszugleichen."

Reifschneider zeigt, wie einfach es sein kann, die explosionsartige Ausbreitung des Virus einzudämmen. Wozu bei aller Vorsicht aber auch er rät: "Sei nicht panisch, aber wachsam." 


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