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Ansteckung mit Sars-CoV-2 Coronavirus auf Oberflächen - wirklich eine Gefahr?

Coronavirus: Eine Frau desinfiziert eine Türklinke
Achtung, Türklinke: Eine Ansteckung über Oberflächen ist bei Coronaviren grundsätzlich möglich. Ob das auch auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 zutrifft, ist noch unklar.
© dragana991 / Getty Images
Wie lange überlebt das Coronavirus auf Türklinken oder Gesichtsmasken? Bis zu mehreren Tagen, zeigen Studien. Doch die Untersuchungen haben laut WHO einen entscheidenden Haken. 

Ob Menschen sich beim Berühren von Klinken, Haltegriffen oder Computertastaturen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken können, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach wie vor nicht bekannt. Gleichwohl seien Desinfektionen empfehlenswert, heißt es in einer am Samstag in Genf veröffentlichten Hygiene-Empfehlung. Darin erwähnt die WHO eine Studie, wonach das Virus auf der Außenseite einer medizinischen Gesichtsmaske bis zu sieben Tage überleben kann. Sämtliche Studien über die Lebensfähigkeit des Virus auf Oberflächen seien aber mit Vorsicht zu genießen. Sie seien in Laboren durchgeführt und ließen keine Rückschlüsse auf die echte Lebenswelt zu, so die WHO.

In der erwähnten Studie habe das Virus auf Edelstahl und Plastik bis zu vier Tage, auf Glas bis zu zwei Tage und auf Stoff und Holz einen Tag überlebt. In einer anderen Studie seien es vier Stunden bei Kupfer, 24 Stunden bei Pappe und 72 Stunden bei Plastik und Edelstahl gewesen. Bei Untersuchungen dieser Art wird das Virus meist in einem Flüssigkeitstropfen auf die Oberflächen aufgetragen. Diese Tropfen sind jedoch nicht zwangsläufig mit Tröpfchen zu vergleichen, wie sie beim Husten oder Niesen entstehen.

Corona-Ansteckung über Oberflächen nicht nachgewiesen

Obwohl bislang keine Studie Ansteckungen mit Sars-CoV-2 über die Berührung von Oberflächen nachgewiesen habe, sei dies nach Erfahrungen mit anderen Coronaviren nicht auszuschließen. Deshalb sei Desinfizieren wichtig - in Kliniken, aber auch außerhalb, etwa bei Waschbecken, Toiletten, elektronischen Geräten, Handläufen von Treppen, Böden und Wänden. Experten raten zudem, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

Vom Versprühen von Desinfektionsmitteln rät die WHO ab, in Kliniken, Geschäften, Büros und Haushalten, aber auch im Freien, wie es vor allem in Asien viele Behörden machen. Straßen und Gehwege seien kein Reservoir für Viren, und es sei unwahrscheinlich, dass das Desinfektionsmittel auf unebenen Flächen lange genug wirken könne, um Erreger abzutöten. 

"Menschen sollten niemals besprüht werden", warnt die WHO. Das verhindere nicht die Weitergabe von Viren über Tröpfcheninfektion, sollten Menschen infiziert sein. "Das Besprühen von Personen mit Chlor und anderen giftigen Chemikalien kann zu Augen- und Hautreizungen und durch das Inhalieren zu einer Verkrampfung der Atemmuskeln sowie Magen-Darm-Störungen und Übelkeit und Erbrechen führen."

ikr DPA

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