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News zur Coronavirus-Pandemie Kritik an Corona-Maßnahmen: Innenministerium verhängt Arbeitsverbot gegen Mitarbeiter

Das Bundesministerium des Innern in Berlin
Das Bundesministerium des Innern in Berlin
© Jens Büttner/ / Picture Alliance
In Europa werden die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus gelockert – indes steigt die Zahl der Neuinfektionen aber weiter an. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Bund und Länder haben sich auf weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen verständigt. Aber wie geht es weiter? Während weiter über die richtige Strategie debattiert wird, meldet die Johns-Hopkins-Universität knapp 172.000 bestätigte Infektionen in Deutschland  zuletzt verlangsamte sich der Anstieg der Neuinfektionen. Die Zahl der Corona-Toten hierzulande wird mit 7569 beziffert. Die offiziell dem Robert-Koch-Institut gemeldeten Zahlen liegen wie üblich etwas niedriger bei knapp 170.000 bestätigten Fällen und 7.417 Toten (hier finden Sie weitere Zahlen). 

Lesen Sie auch: Wo wird die Obergrenze gerissen? Daten zu allen Kreisen finden Sie hier.

Auch weltweit steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde bei mehr als vier Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, fast 283.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: Montagmorgen).

Die wichtigsten Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • Nach Kritik an Corona-Maßnahmen: Bundesinnenministerium verhängt Arbeitsverbot gegen Mitarbeiter (22.31 Uhr)
  • Behörde: Keine erhöhte Corona-Ansteckungsrate in Norwegen durch Schulöffnungen (19.58 Uhr)
  • Galeria Karstadt Kaufhof bereitet Mitarbeiter auf Stellenabbau vor (18.23 Uhr)
  • DFB-Pokal soll im Juni fortgesetzt werden, Neustart der 3. Fußball-Liga frühestens Ende Mai (17.03 Uhr und 17.04 Uhr)
  • Niedersachsen will "Notbremse" strenger auslegen (16.12 Uhr)
  • Forschungsministerin Karliczek: Kein wirksamer Corona-Impfstoff vor Mitte 2021 bereit (13.35 Uhr)

Die Coronakrise: News von Montag, 11. Mai

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Die japanische Regierung will diese Woche über eine vorzeitige Aufhebung des Corona-Notstands in einigen Provinzen entscheiden. Man entscheide am Donnerstag nach Beratungen mit Experten darüber, ob eine teilweise Aufhebung möglich ist, sagte Regierungschef Shinzo Abe am Montag im Parlament. Japan sei auf dem "stetigen Weg", die Coronavirus-Krise hinter sich zu lassen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der Städte- und Gemeindebund warnt vor massiven Schwierigkeiten beim Hochfahren des Schul- und Kitabetriebs in den kommenden Wochen. "Wir müssen einen Schichtbetrieb organisieren, damit nie zu viele Kinder gleichzeitig im Schulgebäude sind", sagte Verbandspräsident Uwe Brandl der Zeitung "Welt". "Wir müssen die Taktzeiten der Busse anpassen, damit alle Schüler an die Schulen kommen." Im ländlichen Raum müssten dafür eigene Buslinien organisiert werden. Nach den bisherigen Vorgaben müsse es Ausschreibungsverfahren geben, um den günstigsten Unternehmer zu finden. "Wenn wir das weiter so handhaben, werden wir einen Busdienst erst im Oktober etablieren können", sagte Bradl. "Wir brauchen schnelle Entscheidungen. Darunter auch solche, die unter Umständen jenseits der bisherigen Vergabepraxis stattfinden." Bei der Öffnung der Kitas sei ebenfalls ein Nachjustieren nötig. Mit einem Konzept wie in Bayern, dass fünf Kinder mit zwei Erzieherinnen in einem Gruppenraum vorsehe, "werden wir sehr schnell an räumliche und personelle Grenzen stoßen", sagte der Verbandspräsident. "Das wird unsere Ressourcen komplett sprengen."

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland explodiert trotz wirtschaftlicher Einbußen infolge der Corona-Krise bislang nicht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts nahm die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent zu. Im April sei die Zahl der eröffneten Verfahren dagegen deutlich um 13,4 Prozent gesunken, teilte die Wiesbadener Behörde mit.

    "Die durch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung verursachte wirtschaftliche Krise spiegelt sich im März und April somit nicht in einem Anstieg der eröffneten Insolvenzverfahren wider", erklärten die Statistiker. Dies sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht überraschend: Denn Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, hat der Gesetzgeber vorübergehend von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen in manchen Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb teilweise nur eingeschränkt läuft.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Behörden in Ländern und Kommunen aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus konsequent durchzugreifen. "Wir brauchen das beherzte, umfassende Vorgehen vor Ort", betonte Spahn im ZDF. Es sei sehr wichtig, alle Infektionen schnell nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu isolieren. Nur wenn in den Landkreisen sofort gehandelt werde, könne verhindert werden, dass die Zahlen auch bundesweit wieder anstiegen.

    Der Bund hatte den Ländern vergangene Woche weitgehend freie Hand für die Lockerung der Corona-Auflagen gegeben. Vereinbart wurde aber eine Art Notfall-Mechanismus: Danach sollen in der betreffenden Region wieder strikte Beschränkungen greifen, wenn innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert werden. Spahn verteidigte die Vereinbarung gegen Kritik. "Es wirkt doch", sagte er. Wichtig sei, dass alle zusammenstünden. Die Debatte werde immer polarisierter, das zeigten auch die Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen. Deshalb müsse die Politik die notwendigen Maßnahmen noch besser erklären und erläutern. Für Entwarnung sei es viel zu früh: "Wir sind noch immer mitten in dieser Pandemie", mahnte Spahn.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Israel hat die Quarantänebestimmungen für Rückreisende gelockert. Nach der Einreise können Israelis statt eines zweiwöchigen Aufenthalts in "Corona-Hotels" in Heimquarantäne gehen, wie das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Nacht mitteilte. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich zu isolieren, muss weiterhin in Hotel-Quarantäne, allerdings auf Staatskosten. Die Regierung billigte am Sonntagabend ein Budget von sechs Millionen Schekel (1,5 Millionen Euro), um israelischen Staatsbürgern bei der Rückkehr aus dem Ausland zu helfen. Für Ausländer gilt weiterhin ein Einreiseverbot.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    In Nordrhein-Westfalen haben nach ihrer Corona-Pause schon in der Nacht die ersten Fitnessstudios wiedereröffnet. Ganz kurz nach Mitternacht wurden etwa im Kölner Stadtteil Kalk die ersten Sportler wieder an die Geräte gelassen. Die Kette McFit sperrte dort ebenso wie an anderen Standorten in NRW um 0.01 Uhr die Türen auf. "Ich glaube, das haben alle herbeigesehnt", sagte McFit-Gründer Rainer Schaller. Er betonte zugleich, dass es wichtig sei, die von der Politik vorgegeben Auflagen einzuhalten.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der ehemalige Basketball-Superstar Shaquille O'Neal hat sich angesichts der Corona-Krise für einen Abbruch der NBA-Saison ausgesprochen. "Jeder sollte nach Hause gehen, gesund werden und nächstes Jahr wiederkommen. Verschrottet die Saison", sagte der 48-Jährige "USA Today". Nun mit aller Gewalt irgendwie Playoffs hinzubekommen und mit einem womöglich angepassten Format einen Meister zu ermitteln findet O'Neal nicht gut. Dem Champion werde seiner Meinung nach dann ohnehin nicht der übliche und gebührende Respekt entgegengebracht.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der Kardiologe Tienush Rassaf warnt vor Herzmuskelschäden bei unerkannt an Corona erkrankten Fußball-Profis sowie vor möglichen Folgeschäden durch das Virus. "Trotz aller Tests: Im Endeffekt bleibt ein Risiko", sagte der Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Essen. "Wir wissen, dass Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ein erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken", sagte Rassaf: "Und wir wissen umgekehrt, dass Sars-CoV-2 zu lebensgefährlichen Herzmuskelerkrankungen führen kann." Leistungssport sei "eine Stress-Situation für den Körper", sagte der Professor, der zahlreiche Leistungssportler betreut: "Die Abwehrfunktion des Körpers ist in bestimmten Situationen geschwächt. Deshalb können die Organe Schaden nehmen, wenn der Körper von einem Virus befallen ist." "In der Bundesliga wird sehr gewissenhaft getestet", sagte Rassaf: "Und ich bin kein Virologe. Aber ich würde in Frage stellen, dass man so viele Menschen komplett und durchgehend virusfrei halten kann." Und auf vorerkrankungen des Herzens ließen sich nicht so leicht ausschließen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Fußballprofi Julian Baumgartlinger von Bayer Leverkusen hat einen differenzierten Blick auf die Kritik an seiner Branche. "Ich kann jedes Elternpaar verstehen, das sagt: Warum darf mein Kind nicht in die Schule oder die Kita, aber die Bundesliga darf spielen? Die Frage muss man sich dann auch gefallen lassen. Aber, sie muss nicht nur dem Fußball gestellt werden, sondern in erster Linie der Politik", sagte der 32 Jahre alte Österreicher dem "Kicker". Die Debatte um den Fußball sei nicht immer ganz fair. "Der Fußball hat eine Strahlkraft, fasziniert, aber polarisiert auch. Da sind Diskussionen normal. Doch er hat eine faire Chance verdient."

  • DieterHoss
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    Und so sieht laut RKI die Verteilung der Corona-Fälle in den einzelnen Bundesländern aus:

  • DieterHoss
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    Diese aktuellen Fallzahlen hat das Robert-Koch-Institut am Morgen mitgeilt: Demnach wurden bis zum Montagmorgen offiziell 169.575 Infektionen der Behörde gemeldet. Das sind den Angaben zufolge 357 mehr als am Vortag. Die Zahl der hierzulande an Covid-19 gestorbenen Menschen liegt demnach bei 7417. Erfahrungsgemäß liegen die Zahlen an einem Montag niedriger als zuvor, weil über das Wochenende weniger Meldungen oder diese verzögert bei der Behörde eingehen.

  • MiriamKhan
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    Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock warnt, dass sich Kriminelle die Entwicklung eines wirksamen Corona-Medikaments zunutze machen könnten. Der illegale Handel mit gefälschten Produkten werde zunehmen, wenn ein Medikament in Sicht sei, das Heilung oder Linderung verspreche, sagte Stock der Deutschen Presse-Agentur. Ähnliches sei bereits bei gefälschten medizinischen Produkten wie Schutzmasken oder Desinfektionsmitteln zu sehen. "Es wird eine weitere große Welle geben, eine globale Welle, wenn wir im Bereich eines Impfstoffes vorankommen", sagte der Generalsekretär der internationalen Polizeiorganisation. Die Kriminalität habe sich schnell an die Coronavirus-Pandemie angepasst, so Stock. "In dem Sinne, dass sie die neuen Ängste, Sorgen und Nöte der Menschen ausnutzt, um sich im Hinblick auf kriminelle Aktivitäten neu zu orientieren."

  • MiriamKhan
    • MiriamKhan

    Der Formel-1-Rennstall Alpha Tauri bereitet sich auf den möglichen Start der neuen Saison im Juli auch mit einer Ersatz-Crew vor, falls es an der Rennstrecke zu einem positiven Corona-Test kommen sollte. In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" erklärte Teamchef Franz Tost: "Wenn ein Mitarbeiter
    vom Virus befallen wird, gibt es gar keine Diskussion. Er muss dann entweder sofort ins Krankenhaus, oder in häusliche Quarantäne.
    Die Entscheidung hängt von der Schwere des Falls ab." Mit Blick auf das weitere Team-Geschehen vor Ort werde dann geprüft, wo der Mitarbeiter tätig war, ob zum Beispiel direkt am Auto mit mehreren Mechanikern um ihn herum. "Dann muss man diese Mannschaft austauschen. Das bereiten wir gerade vor: Dass wir eine Austauschtruppe haben, die wir zur Strecke bringen können", sagte Tost. Bei Rennen in Europa ist das schnell möglich.

  • MiriamKhan
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    An Plänen der großen Koalition zur Unterstützung der Gesundheitsämter in der Corona-Krise durch den Bund wird Kritik laut. "Der Hebel sollte nicht an der falschen Stelle angesetzt werden", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass Länder und Kommunen der Verantwortung für den öffentlichen Gesundheitsdienst in den vergangenen Wochen in herausragender Weise nachgekommen seien. Dieses Erfolgsmodell sei weiterzuführen und nicht durch weitere direkte Kooperationsformen zwischen Bund und Kommunen zu erschweren.

    Die Bundesregierung hatte angekündigt, 105 mobile Teams zu schulen, die Gesundheitsämter beim Nachverfolgen von Infektionsketten vor Ort unterstützen können. Gesetzespläne von Union und SPD sehen zudem eine Finanzspritze von 50 Millionen Euro für die 375 Gesundheitsämter vor, um vor allem die Digitalisierung von Prozessen voranzubringen. Das Robert-Koch-Institut soll dauerhaft eine Kontaktstelle für den öffentlichen Gesundheitsdienst mit zusätzlichen 40 Stellen bekommen.

  • MiriamKhan
    • MiriamKhan

    Auch Frankreich lockert am Montag die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre. Erstmals seit acht Wochen dürfen die Franzosen ihre Wohnungen wieder ohne strenge Auflagen verlassen. Auch viele Geschäfte öffnen wieder. Zudem dürfen rund eine Million Kinder wieder zur Schule gehen. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Unter anderem im Pariser Großraum und dem Grenzgebiet zu Deutschland ist der Druck auf die Krankenhäuser weiter groß. Deshalb bleiben dort Kaufhäuser vorerst geschlossen, auch weiterführende Schulen oder Parks öffnen erst später.


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