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News zur Coronavirus-Pandemie Großbritannien meldet mehr als 27.000 mit Sars-Cov-2 infizierte Tote

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock gibt in London die aktuellen Zahlen zur Coronakrise bekannt
Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock gibt in London die aktuellen Zahlen zur Coronakrise bekannt
© Pippa Fowles / AFP
In Deutschland gilt Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften. Derweil wird in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über mögliche Lockerungen in allen Lebensbereichen diskutiert. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

In Deutschland gilt in allen Bundesländern eine Maskenpflicht – zumindest in Geschäften und in Bussen und Bahnen. Derweil wird in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über mögliche Lockerungen in allen Lebensbereichen diskutiert.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt unterdessen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde weltweit bei mehr als 3,2 Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, mehr als 230.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: Freitagmorgen).

In Deutschland gibt es rund 163.000 bestätigte Infektionen. Die Zahl der Toten wird von der Universität hierzulande mit 6623 beziffert. (hier finden Sie weitere Zahlen)

Die wichtigsten Meldungen des Tages im Überblick:

  • Großbritannien: 27.510 Coronainfizierte gestorben (20.02 Uhr)
  • "Shutdown" in Österreich läuft aus (16.36 Uhr)
  • Tausend Touristen sitzen noch auf Malediven fest (14.44 Uhr)
  • WHO will zu Virus-Herkunft in China ermitteln (12.23 Uhr)
  • Zahl der Krankgeschriebenen stark gestiegen (8.57 Uhr)
  • Interpol warnt vor Drogen in Essenslieferungen (8.57 Uhr)
  • Keine lokalen Neuinfektionen mehr in Südkorea (8.55 Uhr)
  • Mysteriöse Erkrankung bei Kindern gibt Rätsel auf (8.49 Uhr)
Live Blog

Die Coronakrise: Alle News von Freitag, 1. Mai

  • Patrick_Roesing
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    Mehr als drei Monate nach der Schließung wegen des Ausbruchs des neuen Coronavirus in China sind der Kaiserpalast in Peking und die Große Mauer wieder für Besucher geöffnet worden. Auch Parks und Museen öffneten am Freitag ihre Tore. Eintrittskarten mussten über das Internet bestellt werden. Die Zahl der Besucher wurde stark begrenzt. Der auch Verbotene Stadt genannte Kaiserpalast lässt nur 5000 Besucher täglich zu - früher waren 80 000 erlaubt. Städtische Parks erlauben nur 30 Prozent der üblichen Besucherzahlen. An den Eingängen wurde Fieber gemessen. Besucher mussten ferner Mundschutz tragen und mit einem grünen Code auf einer in China jetzt weit verbreiteten Handy-App nachweisen, dass sie nicht krank sind oder Kontakt zu Infizierten mit dem Sars-CoV-2-Virus hatten. Auch mussten sie Abstand zueinander halten. Dennoch ist die Öffnung der Touristenattraktionen zum Maifeiertag ein weiteres Zeichen, dass China das Virus in den Griff bekommen hat.

  • Patrick_Roesing
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    Die Zahl der krankgeschriebenen Arbeitnehmer ist einem Medienbericht zufolge in der Corona-Krise stark gestiegen. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verzeichnete im April 43 Prozent mehr Krankschreibungen als im März, wie die "Augsburger Allgemeine" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf einen Bericht des GKV-Spitzenverbandes berichtete. Demnach stieg die Zahl der gesetzlich Versicherten, die im April arbeitsunfähig geschrieben waren, auf 2,13 Millionen. Im März waren es noch 1,49 Millionen. Wegen der Coronavirus-Pandemie dürfen sich Arbeitnehmer mit leichten Erkrankungen der Atemwege derzeit telefonisch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 18. Mai.

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    Interpol warnt davor, dass kriminelle Organisationen während der Coronavirus-Krise Lebensmittellieferanten nutzen, um Drogen und andere illegale Waren zu transportieren. Entsprechende Berichte lagen aus Irland, Malaysia, Spanien und Großbritannien vor, wie die internationale Polizeibehörde am Donnerstag mitteilte. Die spanische Polizei nahm demnach im April in Alicante und Valencia insgesamt sieben Personen fest, die als Fahrer von Lebensmittellieferungen verkleidet waren. Sie hätten Kokain und Marihuana mit dem Fahrrad, Motorrad und Auto ausgeliefert, erklärte die Behörde mit Sitz im französischen Lyon. Die Drogen seien teilweise in doppelten Böden in den Rucksäcken der Lieferanten versteckt gewesen.

  • Patrick_Roesing
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    Führende Forschungsorganisationen in Deutschland sind sich einig, dass eine konsequente Eindämmung des Coronavirus Sars-CoV-2 aus epidemiologischer Sicht im Moment die "einzig sinnvolle Strategie" ist. "Das Erreichen einer "Herdenimmunität" würde nach den bisher vorliegenden Daten einen Zeitraum von einigen Jahren erfordern, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll", heißt es in einer Stellungnahme der Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft. "Unsere Modelle stimmen darin überein, dass sich dies selbst bei optimistischen Schätzungen der Dunkelziffer über Jahre hinziehen und viele Tote erfordern würde", heißt es in den Erläuterungen. Daher müssten einschränkende Maßnahmen auch bei einem solchen Weg über den gesamten Zeitraum aufrechterhalten werden, betonen sie. Zudem sei nicht bekannt, wie lange Personen nach einer Infektion immun sind.

  • Patrick_Roesing
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    Erstmals seit Februar hat Südkorea landesweit keine lokalen Neuinfektionen mit dem Coronavirus mehr gemeldet. Wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden am Mittwoch lediglich am Flughafen vier importierte Fälle festgestellt. Dabei handelte es sich um Personen, die aus dem Ausland eingereist oder zurückgekehrt sind. "Es gab keine Infektionen in den Gemeinden", sagte Kwon Jun Wook von der Zentrale für Krankheitskontrolle. Präsident Moon Jae In äußerte sich auf Twitter erfreut über die Entwicklung: Zum ersten Mal seit 72 Tagen "null lokal bestätigte Covid-19-Patienten", das sei auf die Leistung der Menschen in Südkorea zurückzuführen.

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    Für rund 1,6 Milliarden Muslime weltweit hat vergangene Woche der Fastenmonat Ramadan begonnen. Zwischen Sonnenauf- und -untergang verzichten Gläubige über gut vier Wochen lang unter anderem auf Essen und Trinken. Die religiöse Tradition des Fasten wird nicht selten kritisch beäugt. Dieses Jahr wird vor allem kontrovers darüber diskutiert, ob das Ramadan-Fasten in Anbetracht der Corona-Pandemie medizinisch bedenklich sein könnte. "Gesunde Menschen sollten in der Lage sein, diesen Ramadan, wie in den Vorjahren zu fasten", schrieb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Info-Blatt "Safe Ramadan practices in the context of the Covid-19" (deutsch: "Sichere Ramadan-Praktiken im Rahmen von Covid-19"). Sie wies aber auch darauf hin, dass noch keine Studien zum Fasten und zum Risiko einer Covid-19-Infektion vorliegen. Auch der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Joachim Gardemann sieht in der religiösen Praxis kein Problem. "Die Fastenzeiträume im Ramadan sind für Gesunde vollkommen unbedenklich", sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Humanitäre Hilfe der Fachhochschule Münster, dessen wissenschaftlicher Schwerpunkt die Ernährungsmedizin des Hungerstoffwechsels ist. Fasten schwäche das Immunsystem bei gesunden und regelrecht ernährten Menschen nicht. Problem im Ramadan sei aus medizinischer Sicht nicht das Fasten, sondern eher das Fastenbrechen. Also die Aufnahme von Nahrung nachdem die Sonne untergegangen ist. "Hier sollte man sehr maßvoll bleiben und vor allen Dingen nicht zu viele Kohlenhydrate in Form von Süßigkeiten und Backwaren essen", sagte Gardemann.

  • Patrick_Roesing
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    Auch Baumärkte leiden unter der Krise: Im Unterschied zu anderen Geschäften durften Baumärkte in den vergangenen Wochen öffnen. Sie decken den Grundbedarf und gelten als "systemrelevant". Die Vorstellung täusche aber, es sei gleichermaßen zu einem Ansturm gekommen, sagt Sprecher Florian Preuß von der Baumarktkette Hornbach. "In unseren deutschen Märkten hatten wir im April weniger Kunden als üblicherweise. Verantwortung dafür tragen wir selbst - denn wir begrenzen den Eintritt in unsere Märkte seit dem 18. März strikt."
    Einen Markt mit 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche dürften aktuell nur 100 Kunden zeitgleich betreten. "Alle weiteren Kunden müssen außen warten - was bisweilen den Eindruck verstärkt, es gäbe einen Ansturm", sagt Preuß. Allerdings spüre das Unternehmen eine sehr hohe Nachfrage. "Die Bestellungen in unserem Onlineshop explodieren." Interesse herrscht vor allem an Pflanzen, Erden und Dünger - aber auch etwa an Gartenspielgeräten - und Pools. "Die Menschen machen es sich und ihren Kids schön", meint Preuß.
    Dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) zufolge sind die beschlossenen Einschränkungen während der Corona-Krise wichtig, sie bringen viele Betriebe jedoch an die Existenzgrenze.

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    In mehreren europäischen Ländern sind bei Kindern ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden, darunter in Deutschland. Bei einigen der Kinder wurde das Coronavirus nachgewiesen. Die Zahlen sind allerdings sehr niedrig. Die kleinen Patienten zeigen Symptome, die dem Kawasaki-Syndrom mit Fieber und entzündeten Blutgefäßen ähneln.
    In Deutschland wurden nach Angaben von Reinhard Berner vom Uniklinikum Dresden mindestens zwei Fälle gemeldet. Es sei aber noch unklar, ob es einen Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gibt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Denkbar ist es durchaus", fügte er hinzu. Die Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. In der Universitätsklinik Genf wurden seit Beginn der Corona-Epidemie drei Kinder mit solchen schweren Entzündungen behandelt. Auch aus Italien und Spanien wurden Fälle gemeldet. In Großbritannien hat der nationale Gesundheitsdienst (NHS) Krankenhäuser auf etwa zwei Dutzend schwer kranke Kinder aufmerksam gemacht. Viele, aber nicht alle seien positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden.

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    US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan gesehen und China mit neuen Strafzöllen gedroht. Trump bejahte am Donnerstag die Frage eines Journalisten im Weißen Haus, ob er Beweise gesehen habe, die ihn zu der Annahme veranlassten, dass das Virologische Institut in Wuhan der Ursprung der Coronavirus-Pandemie sei. "Ja, habe ich", sagte Trump, fügte aber auf Nachfragen hinzu, er könne dazu keine näheren Angaben machen. Angesprochen auf Berichte, wonach er im Streit um den Ursprung des Coronavirus Zahlungsverpflichtungen gegenüber China stoppen könne, sagte Trump, er könne "Strafzölle" gegen China verhängen. Dies hatte er bereits im Handelskonflikt mit Peking getan. Die US-Geheimdienste hatten sich zuvor gegen Spekulationen gestellt, wonach das neuartige Coronavirus vom Menschen geschaffen worden sein könne. Das Büro des geschäftsführenden US-Geheimdienstdirektors Richard Grenell erklärte am Donnerstag, die US-Dienste würden dem "wissenschaftlichen Konsens" zustimmen, dass das Coronavirus "nicht menschengemacht oder genetisch verändert" sei. Zugleich schlossen die Nachrichtendienste nicht aus, dass der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 auf einen Unfall in einem chinesischen Labor zurückgehen könnte.


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