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News zur Coronavirus-Pandemie RKI: Corona-Ansteckungsrate steigt wieder über kritischen Wert 1

Hochgeklappte Sitze und ein Dynamo-Logo sind im Rudolf-Harbig-Stadion zu Dresden
Nach zwei weitere positiven Corona-Fällen ist die komplette Mannschaft des Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden unter häusliche Quarantäne gestellt worden (Symbolbild)
© Robert Michael/dpa-Zentralbild/DPA
In Europa werden die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus gelockert. Neue Infektionen werden aber weiter gemeldet. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Bund und Länder haben sich auf weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen verständigt. Aber wie geht es weiter? Während weiter über die richtige Strategie debattiert wird, meldet die Johns-Hopkins-Universität mehr als 170.500 bestätigte Infektionen in Deutschland  zuletzt verlangsamte sich der Anstieg der Neuinfektionen. Die Zahl der Toten hierzulande, die mit dem Coronavirus infiziert waren, wird mit 7510 beziffert (hier finden Sie weitere Zahlen). Lesen Sie auch: Wo wird die Obergrenze gerissen? Daten zu allen Kreisen finden Sie hier

Auch weltweit steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde bei knapp vier Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, insgesamt 274.934 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: Samstagmorgen).

Die wichtigsten Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • Corona-Regeln nicht eingehalten: Rund 30 Festnahmen bei Demo vor Berliner Reichstag (16.34 Uhr)
  • Zahl der Corona-Infizierten in Coesfelder Fleischbetrieb steigt (15.01 Uhr)
  • Berichte: Großbritannien will Quarantäne für Reisende einführen (11.43 Uhr)
  • Laschet fordert Grenzöffnung zu Frankreich (5.07 Uhr)
  • Maas warnt vor hartem Brexit inmitten der Krise (4.04 Uhr)
Live Blog

Die Coronakrise: Alle News von Samstag, 9. Mai

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Tesla-Chef Elon Musk reagiert scharf auf die Ankündigung aus Kalifornien, dass der Elektroauto-Pionier sein einziges US-Fahrzeugwerk wegen der Corona-Risiken noch nicht wieder anfahren darf. Tesla werde seinen Konzernsitz und seine künftigen Programme mit sofortiger Wirkung aus Kalifornien abziehen und nach Texas oder Nevada verlegen, twitterte Musk am Samstag. Auch ließ er die Zukunft des Werks Fremont im kalifornischen Alameda mit seinen rund 10.000 Beschäftigten offen. Das werde davon abhängen, wie dort mit Tesla künftig weiter umgegangen werde.

    Hintergrund ist die Weigerung des Bezirks Alameda, das Werk bei San Francisco schon ab vergangenen Freitag wieder zu öffnen. Musk hatte in einer Mail an Mitarbeiter geschrieben, dann solle ein eingeschränkter Betrieb mit 30 Prozent der normalen Belegschaft pro Schicht wieder aufgenommen werden. Alamedas Gesundheitsbehörden hatten aber erklärt, es dürfe dort noch nicht wieder gearbeitet werden, weil Beschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus noch in Kraft seien. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hatte am Donnerstag zwar gesagt, eine Öffnung von Fabriken in dem Bundesstaat werde wieder erlaubt. Alameda hatte aber für sich entschieden, dass der "Shutdown" mit Ausnahme von unerlässlichen Betrieben bis Ende Mai bestehen bleiben soll.

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    Angesichts der anhaltenden Ausbreitung der Corona-Pandemie hat das brasilianische Parlament eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des neuartigen Virus angeordnet. Vor dem Kongress in der Hauptstadt Brasília wurde am Samstag die Nationalflagge auf halbmast gesetzt. Während der Trauerzeit sind öffentliche Feiern untersagt.

    Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 war zuletzt auf über 10.000 gestiegen. Damit liegt das größte Land Lateinamerikas weltweit an sechster Stelle. Bislang haben sich in Brasilien 148.670 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

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    Die Ansteckungsrate beim neuen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die kritische Marke 1 gestiegen. Die sogenannte Reproduktionszahl liege mit Datenbestand 9. Mai 0:00 bei 1,10, wie das RKI in einem am Samstagabend veröffentlichen Situationsbericht schreibt. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen.

    Am Mittwoch hatte das RKI den Wert noch mit 0,65 angegeben. Seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen.

    Das Institut teilte jedoch weiter mit: Wegen der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt würden, könne noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt - oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt. "Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten", schreibt das RKI.

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    Nach zwei weitere positiven Corona-Fällen ist die komplette Mannschaft des Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Wie der Club aus Sachsen am Samstagabend auf seiner Homepage mitteilte, habe das für die SGD zuständige Gesundheitsamt in Dresden "nach einer intensiven Analyse der Situation noch am Samstag darüber entschieden".

    Die Namen der betroffenen Spieler nannte der Verein mit Verweis auf die Privatsphäre nicht. Durch die Quarantäne-Maßnahme wird Dresden beim geplanten Neustart der ersten beiden Ligen in einer Woche nicht dabei sein können. "Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können", sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

    Dynamo Dresden hat die DFL darüber vorab informiert. Wir werden zu Beginn der kommenden Woche das weitere Vorgehen mit Blick auf die Ansetzungen von Dynamo Dresden festlegen", teilte ein Sprecher der Deutschen Fußball Liga am Samstagabend mit.

    Die dritte Testreihe war am Freitag planmäßig durchgeführt worden. Die betroffenen Profis seien in den vergangenen Tagen medizinisch unauffällig gewesen und gegenwärtig weiterhin symptomfrei, erklärte der Verein, der schon nach der ersten Testreihe einen positiven Befund vermeldet hatte.

    Das Team war seit Donnerstag wieder im Mannschaftstraining. "Seitdem haben zwei Übungseinheiten unter Vollkontakt stattgefunden", hieß es in der Mitteilung. Dresden hätte am 17. Mai auswärts gegen Hannover 96 spielen müssen.

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    Nach Angaben von Geschäftsführer Mario Kallnik würden Geisterspiele bei einer Fortsetzung der 3. Fußball-Liga für den 1. FC Magdeburg jeweils 740.000 Euro Mehrkosten bedeuten. Das sagte der 45 Jahre alte ehemalige Profi dem MDR. Diese Summe käme dann auf die ohnehin großen Verluste durch die Corona-Krise pro Spiel noch obendrauf, erklärte Kallnik.

    Die dritthöchste Spielklasse, für die der Deutsche Fußball-Bund und nicht die Deutsche Fußball Liga verantwortlich ist, plant einem Medienbericht zufolge - vorbehaltlich der Zustimmung der Politik - die Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 26. Mai. Laut "Sportschau" wurden die Vereine mit einem Schreiben über den detaillierten Terminfahrplan des DFB informiert.

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    In den vergangenen 24 Stunden hat Frankreich 80 Corona-Tote verzeichnet - das ist der niedrigste Wert seit Wochen. Insgesamt seien seit Beginn der Epidemie 26.310 Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Am Wochenende sind die Werte häufig niedriger als unter der Woche - häufig werden dann noch Tote nachgemeldet. Der Druck auf die Intensivstationen lässt weiter nach.

    Auf vier Regionen im Land entfallen 75 Prozent der im Krankenhaus behandelten Fälle. Dies sind: der Großraum Paris, die an Deutschland grenzende Region Grand Est, Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten des Landes und Hauts-de-France im Norden.

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    Die Zahl der Virus-Toten in Großbritannien steigt nach Angaben der Regierung binnen 24 Stunden um 346 auf 31.587.

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    Ein Pharmazeut in Indien ist nach dem Trunk eines selbstgemischten vermeintlichen Corona-Heilmittels gestorben. Der Chef des Pharmazeuten, der das Gemisch ebenfalls probiert habe, sei mit einer Vergiftung ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Polizeichef im südindischen Chennai, Ashok Kumar, der Nachrichtenagentur AFP.

    Der 47-jährige Pharmazeut kaufte die Inhaltsstoffe für das Gebräu demnach auf einem Markt und entwickelte das Gemisch nach einer Recherche im Internet gemeinsam mit seinem Chef in einer Wohnung. Es habe sich um eine Mischung aus Stickoxid und Natriumnitrat gehandelt.

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    Italien meldet den dritten Tag in Folge weniger Virus-Tote. Zuletzt habe es 194 neue Todesfälle gegeben, teilt die Zivilschutzbehörde mit. Am Freitag waren es 243 gewesen, am Donnerstag 274. Insgesamt beträgt die Zahl der offiziell mit Covid-19 in Verbindung gebrachten Toten damit nun 30.395. Die Zahl der Neuinfektionen sank von 1327 am Freitag auf nun 1083. Insgesamt sind damit 218.286 Ansteckungen registriert.

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    Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt will definieren lassen, wann wer auf das Coronavirus getestet werden muss. Sie fordert ein transparenteres, bundesweit einheitliches Konzept für Coronatests. Dem "Tagesspiegel am Sonntag" sagte die Chefin der Bundestagsfraktion: "Wir schlagen vor, dass das Robert-Koch-Institut, das RKI, fünf Corona-Warnstufen mit entsprechend verbindlichen Testpflichten definiert. Die höchste Stufe bedeutet: Hotspot, die niedrigste Stufe: so gut wie keine Fälle. Je mehr Fälle es in einer Region gibt, desto mehr Stichproben-Tests an bislang symptomfreien Personen sollte es geben. In Hotspots mit besonders vielen Infektionen sollten alle Menschen getestet werden." Nur in Regionen mit der niedrigsten Corona-Warnstufe wären dann lediglich die Personen mit bekannten Symptomen zu testen.

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    Im Medienstreit mit Peking legen die USA nach: Journalisten mit chinesischem Pass sollen künftig kein unbegrenztes Visum mehr erhalten, sondern nur noch für 90 Tage. Dies geht aus einer am Freitag ausgestellten Regelung des Heimatschutzministeriums hervor. Verlängerungen sind möglich.

    Zur Begründung hieß es, China erteile ausländischen Journalisten - auch aus den USA - immer kürzere Aufenthaltsgenehmigungen. Die neue Regelung schaffe ein "größeres Maß an Gegenseitigkeit". Ausgenommen sind Journalisten aus den chinesischen Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

    Seit Monaten gibt es Spannungen zwischen China und den USA aufgrund der Behandlung von Journalisten und Presseorganen. Ausgangspunkt war die Ausweisung von Korrespondenten des "Wall Street Journals", die China aus Protest gegen einen als beleidigend empfundenen Kommentar zum Ausbruch des Coronavirus veranlasst hatte. Daraufhin verschärften die USA ihre Gangart im Umgang mit chinesischen Presseorganen.

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    Im Europäischen Parlament in Straßburg soll ab Montag ein neues Corona-Testzentrum seine Türe öffnen. Es werde eine Kapazität von 2000 Personen pro Tag haben, teilten die zuständige Präfektur, die Stadt, die Gesundheitsbehörde und das Parlament in einer gemeinsamen Erklärung mit. Im Louise-Weiss-Gebäude soll kostenlos ein Areal für das Screening-Zentrum zur Verfügung gestellt werden, Einwohner aus dem Département Bas-Rhin und insbesondere aus Straßburg sollen sich dort testen lassen können. Nur Menschen ohne Symptome, die als Kontaktfälle identifiziert worden, sollen sich dort auf eine ärztliche Verschreibung hin und nach Terminvereinbarung einfinden können. Partnerlabors seien für die Entnahmen der Proben zuständig. Die Region Grand-Est an der Grenze zu Deutschland ist von der Coronavirus besonders heftig getroffen.

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    Frankreich fordert angesichts der Coronavirus-Krise künftig eine bessere Zusammenarbeit in Europa im Bereich Gesundheit. Wir werden dafür sorgen müssen, dass das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten in der Lage ist, beimersten Anzeichen von Gefahr Alarm zu schlagen, strategische Vorräte an Gesundheitsprodukten und -geräten anzulegen, unsere Forschungsanstrengungen zu bündeln und die Verbindungen zwischen unseren Krankenhausdiensten zu stärken", hieß es anlässlich des Europatages in einer gemeinsamen Mitteilung von Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian und Europaministerin Amélie de Montchalin.

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    Einem erneuten Demonstrationsaufruf gegen die Coronavirus-Beschränkungen sind in Stuttgart mehrere Tausend Menschen gefolgt. Die Polizei verzeichnete auf dem Demonstrationsgelände einen regen Zustrom an Menschen, sagte ein Polizeisprecher. Es sei ziemlich voll geworden. Eine genaue Teilnehmerzahl konnte die Polizei zunächst nicht nennen. Die Polizei achtete auf die Einhaltung des Infektionsschutzes und des geforderten Abstands. Größere Probleme habe es nicht gegeben. Die Vorgaben seien meist eingehalten worden, es sei friedlich geblieben.

    Für die als überparteilich bezeichnete Demo auf dem Cannstatter Wasen hatte der Initiator Michael Ballweg ursprünglich 50.000 Teilnehmer angemeldet. Dem schob aber die Stadt Stuttgart einen Riegel vor: Ballweg erhielt die Auflage, die Versammlung auf 10 000 Teilnehmer zu begrenzen. Mehr seien für Stadt und Polizei nicht machbar, sagte ein Sprecher der Stadt. Entscheidend sei, dass sich niemand bei der Demo anstecke, hatte die Stadt zuvor mitgeteilt.

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    Auf dem Münchner Marienplatz haben am Samstag rund 3000 Menschen teils unter Missachtung aller Corona Abstandsregeln gegen die aus ihrer Sicht zu strikten Infektionsschutzbestimmungen in Bayern und Deutschland demonstriert. Die Demonstration sei angemeldet gewesen, allerdings nur für 80 Teilnehmer, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.

    Den Demonstranten sei es um den Schutz der Grundrechte gegangen. Nach Berichten von Augenzeugen warfen die Demonstranten in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie der Politik und auch Medizinern vor, Panikmache zu betreiben und die Grundrechte der Bevölkerung zu beschneiden. Auch Impfgegner waren unter den Demonstranten.

    Die Polizei habe mit Lautsprecherdurchsagen versucht, auf die Einhaltung der Bestimmungen zu dringen, sagte der Sprecher. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit hätten die Ordnungshüter die Demonstration laufen lassen und sie nicht aufgelöst. Alle Teilnehmer hätten sich friedlich verhalten.

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