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News zur Coronavirus-Pandemie Mehrere Tausend Menschen demonstrieren in Stuttgart gegen Corona-Maßnahmen

"Grundrechte sind Abwehrrechte gegen den Staat" steht auf dem Schild eines Teilnehmers einer Protestkundgebung
"Grundrechte sind Abwehrrechte gegen den Staat" steht auf dem Schild eines Teilnehmers einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken" auf dem Cannstatter Wasen
© Christoph Schmidt / DPA
In Deutschland gilt Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften. Derweil diskutieren Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über mögliche Lockerungen in allen Lebensbereichen. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

In Deutschland gilt in allen Bundesländern eine Maskenpflicht – zumindest in Geschäften und in Bussen und Bahnen. In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird derweil - nicht nur in Deutschland - über mögliche Lockerungen in allen Lebensbereichen diskutiert.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt unterdessen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde weltweit bei mehr als 3,4 Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, mehr als 240.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: Samstagabend).

In Deutschland gibt es mehr als 164.000 bestätigte Infektionen. Die Zahl der Toten hierzulande, die mit dem Coronavirus infiziert waren, wird vom RKI mit fast 6600 beziffert. (hier finden Sie weitere Zahlen)

Die wichtigsten Meldungen des Tages im Überblick:

  • SPD gegen staatliche Kaufprämie für Autos (21.59 Uhr)
  • Mehrere Tausend Demonstranten in Stuttgart (17.50 uhr)
  • Zahl der Corona-Toten in den USA steigt auf 65.000 (15.41 Uhr)
  • Sachsen-Anhalt lockert als erstes Bundesland die geltende Kontaktbeschränkung (13.25 Uhr)
  • Drei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln (9.42 Uhr)
  • Remdesivir mit Sonderzulassung in USA (9.38 Uhr)
Live Blog

Die Coronakrise: Alle News von Samstag, 2. Mai

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Vor einer Geberkonferenz haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs hinter einen Spendenaufruf der EU-Kommission zur Sammlung von 7,5 Milliarden Euro für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus gestellt. "Wir werden alle unsere eigenen Zusagen auf den Tisch legen, und wir freuen uns, von Partnern aus der ganzen Welt begleitet zu werden", schrieben Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und Norwegens Regierungschefin Erna Solberg in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom Samstag.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Sobald es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, muss dieser nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allen Menschen zur Verfügung stehen. Es gehe darum, "wie wir für alle Menschen auf der Welt Impfstoffe entwickeln, Medikamente und gute Diagnosemöglichkeiten bereitstellen", sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Kanzlerin äußerte sich im Vorfeld einer internationalen Geber-Videokonferenz zur Corona-Krise am Montag.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 161.703 angegeben - ein Plus von 945 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 164.077 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 6575 Todesfälle, die JHU 6736 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 129.000.

    Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

    Baden-Württemberg: 32.146 / +227 / 1402
    Bayern: 42.658 / +169 / 1885
    Berlin: 5943 / +56 / 152
    Brandenburg: 2886 / +14 / 122
    Bremen: 871 / +12 / 30
    Hamburg: 4609 / +5 / 163
    Hessen: 8486 / +110 / 364
    Mecklenburg-Vorpommern: 695 / +2 / 18
    Niedersachsen: 10.246 / +105 / 451
    Nordrhein-Westfalen: 33.216 / +158 / 1268
    Rheinland-Pfalz: 6099 / +13 / 173
    Saarland: 2597 / +16 / 135
    Sachsen: 4617 / +25 / 163
    Sachsen-Anhalt: 1571 / +7 / 44
    Schleswig-Holstein: 2728 / +14 / 112
    Thüringen: 2335 / +12 / 93

    Gesamt: 161.703 / +945 / 6575

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Ecuadors Präsident hat "Probleme" beim Umgang mit den Corona-Toten in seinem Land eingeräumt. Angesichts eines Zusammenbruchs des Gesundheitssystems sowie eines Platzmangels in den Leichenhallen der Krankenhäuser habe die Regierung "in der Anfangsphase" der Pandemie "Probleme" bei der Unterbringung der Leichen gehabt, sagte Präsident Lenín Moreno. Als Grund gab er an, die Regierung habe "jedem Ecuadorianer eine würdige Bestattung" ermöglichen wollen - "nicht wie in anderen Ländern, die Massengräber geöffnet haben".

  • Patrick_Roesing
    • Patrick_Roesing

    Beim 1. FC Köln sind drei positive Corona-Tests aufgetreten. Wie der Fußball-Bundesligist am Freitagabend auf seiner Homepage mitteilte, wurde das Trio in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt. "Alle sind symptomfrei", hieß es. Laut der "Bild"-Zeitung sind zwei Spieler und ein Physiotherapeut betroffen. "Der 1. FC Köln wird aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen keine Namen bestätigen", erklärte der Club. Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab waren am Donnerstag getestet worden. Der Trainingsbetrieb könne aufgrund der bereits seit dem 6. April praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen im Gruppentraining aber wie geplant weiterlaufen, hieß es weiter. Abgestimmt sei das Verfahren unter anderem auch mit dem Taskforce-Vorsitzenden Tim Meyer. "Die bisherigen Maßnahmen sowie die Strategie regelmäßiger Tests haben sich dahingehend bewährt, dass wir jetzt mit individuellen Lösungen reagieren können", sagte Kölns Geschäftsführer Horst Heldt.

  • Patrick_Roesing
    • Patrick_Roesing

    Das antivirale Mittel Remdesivir hat in den USA eine Sonderzulassung für die Behandlung von Coronavirus-Patienten erhalten. Die Arzneimittelbehörde FDA stellte am Freitag eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die Lungenkrankheit Covid-19 aus, wie US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus ankündigte. Zuvor hatte eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzt. Laut FDA darf das vom US-Pharmakonzern Gilead hergestellte Mittel fortan bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden, die im Krankenhaus wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung behandelt werden. Von einer schweren Erkrankung spricht die FDA bei einem geringen Sauerstoffgehalt im Blut und der Notwendigkeit einer Sauerstofftherapie oder eines Beatmungsgeräts. Die Behörde betonte, es gebe bislang nur "begrenzte Informationen" über Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments bei der Behandlung der Lungenerkrankung, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird. Sie verwies aber auf die klinische Studie zur verkürzten Behandlungsdauer von Covid-Patienten.

  • Patrick_Roesing
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    Wenn die Beschränkungen der Corona-Krise es zulassen, will das Auktionshaus Sotheby's seine traditionellen Frühjahrsauktionen Ende Juni leicht verspätet in New York stattfinden lassen. Dabei solle unter anderem ein Werk des US-Malers Roy Lichtenstein (1923-1997) versteigert werden, das bis zu 30 Millionen Dollar (etwa 27 Millionen Euro) einbringen könnte, teilte das Auktionshaus am Freitag (Ortszeit) in New York mit. Das Bild "White Brushstroke I", das der Pop-Art-Künstler 1965 malte, zeigt einen großen Pinselstrich.

  • Patrick_Roesing
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    Erstmals seit sieben Wochen dürfen die Spanier am Samstag wieder ihre Häuser verlassen. Sport im Freien und Spaziergänge von Mitgliedern eines Haushaltes sind wieder erlaubt. Diese Lockerung der strengen Corona-Restriktionen ist Teil eines langfristigen Plans der Regierung, nach Wochen des Stillstandes wieder etwas Alltag zuzulassen. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder, es starben schon mehr als 24.800 Menschen. Allerdings ging die Zahl der neuen Todesfälle in den vergangenen Tagen kontinuierlich zurück. Seit dem 14. März gilt in dem Land die europaweit schärfste Ausgangssperre, sie wurde vorerst bis zum 9. Mai verlängert. Allerdings ist es im Rahmen der vorsichtigen Lockerungen seit kurzem bereits Kindern unter 14 Jahren erlaubt, mit einem Erwachsenen eine Stunde am Tag das Haus zu verlassen. Zum Schutz der Risikogruppe dürfen Senioren nicht im gleichen Zeitraum wie Kinder ins Freie.

  • Patrick_Roesing
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    Japanische Ladeninhaber rüsten ihre wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Geschäfte mit Aufklebern gegen Einbrecher: "Wir haben aufgehört, Bargeld aufzubewahren" oder "Gib es auf, ein Dieb zu sein". Mit solch unmissverständlichen Botschaften an den geschlossenen Ladentüren hofft man in der japanischen Industriestadt Nagoya, potenzielle Einbrecher abhalten zu können. Während der gerade begonnenen "Goldenen Woche", einer Aneinanderreihung nationaler Feiertage, komme es jedes Jahr vermehrt zu Einbrüchen, zitierte die Nachrichtenagentur Jiji Press am Samstag einen Vertreter der Polizei, die diese Aufkleber verteilt hat.

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    In den USA haben Texas und mehrere andere Bundesstaaten ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert - in anderen Regionen gab es indes Proteste gegen Anordnungen, weiterhin zu Hause zu bleiben. In Texas wurde Restaurants, Kinos und Einzelhändlern am Freitag erlaubt, in begrenztem Umfang wieder zu öffnen. Auch andere, mehrheitlich von Republikanern regierte Bundesstaaten wie Alabama, Idaho, Iowa und Maine lockerten die Maßnahmen am Freitag. US-Präsident Donald Trump - ein Republikaner - dringt auf die schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft.

  • Patrick_Roesing
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    Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Mitglieder in der Corona-Krise zu Mut und Zuversicht aufgefordert. "Wir haben uns unter Druck auch eine Reihe von neuen Chancen erarbeitet - zum Beispiel, in vielen Bereichen schneller und konsequenter zu digitalisieren, als uns das zugetraut worden ist. Daran sollten wir anknüpfen", schreiben DIHK-Präsident Eric Schweitzer und Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben in einem internen Brief. Angst und Verunsicherung bremsten die ohnehin schwierige Entwicklung. "Deshalb ist es wichtig, dass gerade wir als Vertreter der Wirtschaft auch Zuversicht verbreiten." Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

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    Die irische Regierung hat die Ausgangsbeschränkungen in der Coronavirus-Pandemie erneut verlängert. Die Bestimmungen sollen zunächst bis zum 18. Mai weiter gelten, sagte Premierminister Leo Varadkar am Freitag. Danach sollen sie schrittweise gelockert und das Land in mehreren Phasen wieder geöffnet werden, sagte der Premier in einer Fernsehansprache. Die verschiedenen Phasen sollen jeweils drei Wochen auseinanderliegen. Sollte alles laufen wie geplant, werde die letzte Phase am 10. August beginnen. "Es wird eine Weile dauern, bis unser Leben zur Normalität zurückkehrt - zu einer neuen Normalität", betonte Varadkar, der selbst Arzt ist.

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    Das Weiße Haus blockiert eine geplante Anhörung des prominenten US-Regierungberaters und Immunologen Anthony Fauci zur Corona-Krise im US-Repräsentantenhaus. Der Vizesprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, teilte am Freitagabend (Ortszeit) mit, es sei "kontraproduktiv", Menschen, die an Maßnahmen gegen das Virus arbeiteten, derzeit bei Anhörungen im Kongress auftreten zu lassen. Diese könnten "zu gegebener Zeit" angehört werden. Der Sprecher des Haushaltsausschusses im Repräsentantenhaus, Evan Hollander, sagte dem Sender NBC, man habe Fauci kommende Woche zur Reaktion der Regierung von US-Präsident Donald Trump auf das Virus befragen wollen. Das Repräsentantenhaus wird von den Demokraten kontrolliert, die dem Republikaner Trump schwere Versäumnisse in der Corona-Krise vorwerfen.

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    Angesichts des Konjunktureinbruchs dringen Wirtschaftsverbände auf einen schnellen Ausstieg aus den Anti-Corona-Maßnahmen. Die Industrieverband BDI pocht auf die Vorlage eines klaren Exit-Plans an diesem Mittwoch. "Unsere Unternehmen wollen und müssen wissen, in welchen Stufen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder anlaufen soll - und zwar nach dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am 6. Mai", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Jede Woche eines Shutdowns kostet die deutsche Volkswirtschaft einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag an Wertschöpfung." Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) forderte, die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch im Mai zu beenden. "Heben Sie den Lockdown auf, bevor es zu spät ist!", heißt es nach Verbandsangaben in einem Offenen Brief der Spitze um BVMW-Präsident Mario Ohoven an Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

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    UN-Generalsekretär António Guterres hat die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie alte Menschen nicht zu vernachlässigen und ihre "Rechte" und "Würde" zu achten. Diese Bevölkerungsgruppe - vor allem die über 80-Jährigen - sei nicht nur am stärksten von der Pandemie betroffen, für sie bestehe auch "ein höheres Risiko von Armut, Diskriminierung und Isolation", warnte Guterres. Die 193 Mitgliedstaaten der UNO müssten in ihrer Reaktion auf die Pandemie "die Rechte und die Würde der alten Menschen respektieren". Die Mehrheit der alten Menschen sei weiblich und die Politik müsse auf ihre Bedürfnisse eingehen, sagte der 71-Jährige, der sich nach eigenen Angaben auch um seine betagte Mutter kümmert. "Lasst uns die alten Menschen nicht wie unsichtbare oder machtlose Wesen behandeln", sagte Guterres.


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