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News zur Coronavirus-Pandemie Merkel und Macron wollen Corona-Wiederaufbaufonds von 500 Milliarden Euro

Angela Merkel und Emmanuel Macron bei der Videokonferenz
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (im Hintergrund aus Paris zugeschaltet), hier bei der Pressekonferenz, haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben
© Kay Nietfeld/Pool/AFP
In Europa und Deutschland werden die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus nach und nach gelockert – derweil steigt die Zahl der Neuinfektionen aber weiter an. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Deutschland hat seine Corona-Maßnahmen gelockert und geht die ersten Schritte in die "neue Normalität". Die Johns-Hopkins-Universität meldet 176.369 bestätigte Infektionen in Deutschland. Die Zahl der Corona-Toten hierzulande wird mit 7962 beziffert. (Stand: Montagmorgen). 

Auch weltweit steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde bei mehr als 4,7 Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, mehr als 315.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben.
+++ Lesen Sie auch: Wo wird die Obergrenze gerissen? Daten zu allen Kreisen finden Sie hier. +++

Die wichtigsten Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • Dänemark bietet allen Erwachsenen Corona-Tests an (19.52 Uhr)
  • Schweden: Im April höchste Totenzahl in einem Monat seit Jahrzehnten (18.32 Uhr)
  • Berlin und Paris für Wiederaufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro (17.05 Uhr)
  • Maas: Reisehinweise ab 15. Juni - Kein Starttermin zum Urlaubmachen (14.54 Uhr)
  • Merkel: "Immer wieder prüfen, wie wir die Abläufe in der WHO verbessern können" (13.49 Uhr)
  • Heil zu Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen: "Werden in dieser Branche aufräumen" (12.33 Uhr)
  • Kramp-Karrenbauer will Steuern wegen Corona-Krise nicht erhöhen (9.56 Uhr)
Live Blog

Die Coronakrise: News von Montag, 18. Mai

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    In Katar müssen von diesem Dienstag an bis zum 30. Mai alle Geschäfte schließen und alle Geschäftsaktivitäten eingestellt werden. Damit solle die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur QNA aus einer Kabinettsentscheidung. Ausgenommen seien Apotheken, Lebensmittelläden und Lebensmittellieferanten.

  • Tim Sohr
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    US-Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben seit eineinhalb Wochen zur Vorbeugung gegen Covid-19 das Medikament Hydroxychloroquin ein - täglich eine Tablette. "Was hat man zu verlieren?" sagt er vor Journalisten. Es sei gut möglich, dass die Arznei etwas bewirke. Trump pries bereits in der Vergangenheit das Anti-Malaria-Mittel an. EU-Experten sehen dagegen keinen Beleg, dass es gegen Covid-19 wirkt. Gegenwärtig laufen mehrere Studie zur Klärung der Frage. Hydroxychloroquin hat Nebenwirkungen und kann etwa zu Herzproblemen führen.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Positive Nachrichten zu einem Impfstoffkandidaten gegen die Lungenkrankheit Covid-19 haben die US-Börsen beflügelt. Hinzu kam Optimismus über zunehmenden Lockerungen in einigen US-Bundesstaaten, und auch die fortgesetzte Erholung am Ölmarkt stützte. Der Dow Jones Industrial sprang wieder über die Marke von 24.000 Punkten, um die herum er seit Anfang April pendelt.

  • Tim Sohr
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    Der Handelskonzern Foot Locker schließt seine Laufschuhkette Runners Point und nimmt die Marke vom Markt. "Alle Filialen werden geschlossen", sagte ein Sprecher der US-Firma auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies gelte auch für die Filialen in Österreich und der Schweiz. Anfang Februar gab es in Deutschland, Österreich und der Schweiz laut Geschäftsbericht insgesamt 81 Filialen. Im Internet listet Runners Point aktuell 73 Filialen in Deutschland auf, vor allem in den alten Bundesländern und in Berlin. Die Zentrale des Filialisten hat ihren Sitz in Recklinghausen mit 170 Beschäftigten.

    Rechtsanwalt Jürgen Graser, der in Recklinghausen zwei Runners-Point-Betriebsräte vertritt, schätzt die Zahl der in den Filialen betroffenen Mitarbeiter auf rund 700. "Wir rechnen damit, was die Stores betrifft, dass die Tätigkeit sobald wie möglich eingestellt wird", sagte er der dpa. Zuvor hatten der WDR und die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Die US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) wollen im Sommer bis zu 325.000 Bürger aus 25 Ballungsräumen auf Antikörper gegen das Coronavirus testen. Die Untersuchung solle im Juni oder Juli beginnen, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von beteiligten Wissenschaftlern und einer CDC-Sprecherin. Eine bereits gestartete Vorab-Untersuchung unter der Leitung von Michael Busch vom Vitalant Research Institute untersucht gegenwärtig 36.000 Proben. Ein CDC-finanzierter Teil soll demnach in den kommenden Tagen angekündigt werden und die Entwicklung über 18 Monate verfolgen.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    EZB-Chefin Christine Lagarde begrüßt den deutsch-französischen Plan für einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds in der Corona-Krise. Die Vorschläge seien "ehrgeizig, gezielt und willkommen", heißt es in einem Interview, das Largarde vier europäischen Zeitungen gab, darunter dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Sie öffnen den Weg zu langfristigen Anleihen der EU-Kommission" und zeugten zudem vom "Geist der Solidarität und Verantwortung", sagt sie laut Vorabbericht. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich für einen 500 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds für besonders schwer getroffene EU-Staaten ausgesprochen.

  • Tim Sohr
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    Bei Protesten wegen der wirtschaftlichen Härten in der Corona-Krise haben sich Demonstranten und Polizisten in einem Vorort von Santiago de Chile heftige Auseinandersetzungen geliefert. Bewohner von El Bosque im Süden der chilenischen Hauptstadt errichteten am Montag Barrikaden und warfen Steine auf Polizisten, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

    Die Ortschaft steht wegen der grassierenden Corona-Pandemie seit rund einem Monat unter Quarantäne. Viele Bewohner können deshalb ihrer Arbeit nicht nachgehen. "Wir sehen, dass die medizinische Pandemie auch zu einer sozialen Pandemie führt", sagte Bürgermeister Sadi Melo. "Seit vier Wochen stehen wir hier unter Quarantäne, die Leute haben kein Geld, und Lebensmittel und Hunger sind ein Thema." Er rief die Regierung dazu auf, Nahrungsmittel in der Gemeinde zu verteilen.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    US-Präsident Donald Trump spricht von "einigen großen Ankündigungen", die bevorstünden und schon gemacht worden seien bezüglich Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus. "Es sind riesige Fortschritte erzielt worden", sagt er bei einem Treffen mit Managern aus dem Gaststättengewerbe und anderen Geschäftsleuten im Weißen Haus.

  • Tim Sohr
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    Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte sieht die Fortsetzung der Bundesliga-Saison während der Corona-Pandemie weiterhin sehr kritisch. Er sei zwar froh über den reibungslosen Verlauf dieses Spieltags, sagte der SPD-Politiker am Montagabend in der TV-Sendung "ARD Extra". "Aber es bleibt das ganz problematische Signal an die Öffentlichkeit: Wir predigen überall "Abstand halten", im Kindergarten, in der Schule, in den Gaststätten. Und dann lassen wir sportliche Großereignisse zu, bei denen es zum Programm gehört, dass sich 22 Menschen auf die Pelle rücken. Und zwar nicht aus zwei Haushalten, sondern aus 22 verschiedenen Haushalten."

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, findet den deutsch-französischen Plan für ein Milliarden-Programm für die durch Corona geschwächte Wirtschaft in der EU "ausgesprochen gut". "Es gibt kein zweites Land in Europa, dass ein so hohes Interesse haben muss wie Deutschland, dass diese Europäische Union, insbesondere der europäische Binnenmarkt, wieder funktioniert", sagte der frühere Unions-Fraktionschef in einem Video-Live-Gespräch mit dem "Spiegel" am Montagabend.

    Alleine würde es Deutschland nicht schaffen. "Wenn drumherum die Europäische Union nicht auf die Beine kommt, dann werden wir auch keinen Erfolg haben. Das Schicksal Europas und das Schicksal Deutschlands sind untrennbar miteinander verbunden - nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich." Das Land müsse deshalb, wie alle anderen EU-Staaten auch, einen finanziellen Beitrag für Europa leisten. Merz betonte im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau-Programm aber: "Das ist kein Geld, das von Deutschland und Frankreich kommt, sondern das ist ein gemeinsames Budget der Europäischen Union."

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich kritisch zu dem von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft geäußert. Österreich halte an seiner Position fest, dass von der EU rückzahlbare Kredite und keine Zuschüsse an Krisenstaaten vergeben werden sollten, sagte Kurz in Wien. "Wir werden uns weiterhin solidarisch zeigen und Länder, die am stärksten von der Coronakrise betroffen sind, unterstützen, jedoch muss dies über Kredite erfolgen und nicht über Zuschüsse", hieß es auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA aus dem Bundeskanzleramt. "Unsere Position bleibt unverändert", schrieb der konservative Politiker auch im Kurznachrichtendienst Twitter.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    In Litauen dürfen nach wochenlangen Beschränkungen in der Corona-Krise die Sitzbereiche in Bars, Cafés und Restaurants wieder genutzt werden. Dabei gelten aber strenge Sicherheitsmaßnahmen und Hygienevorschriften. Bislang durften Bars, Cafés und Restaurants ihre Kunden nur im Freien bedienen und Speisen zum Mitnehmen anbieten. Nun können sie auch im Innenbereich von 8 bis 22 Uhr Kunden bedienen. Kindergärten und Fitnessstudios sind ebenfalls mit Einschränkungen wieder geöffnet. Litauische Medien berichteten von einem zunächst verhaltenen Zustrom von Besuchern. Zweifel an der Wirtschaftlichkeit hielten zudem manche Gastronomen davon ab, wieder zu öffnen. Grund dafür war die vielfach kritisierte und nun wieder aufgehobene Anforderung, dass jedem Gast eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung stehen müsse.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    In Dänemark können sich ab sofort auch Erwachsene ohne Symptome auf das neuartige Coronavirus testen lassen. "Wir haben die Infektionsrate auf ein sehr niedriges Niveau gesenkt. Es ist zwingend erforderlich, dass es keine versteckten Infektionsherde gibt, die zu einer weiteren Ausbreitung des Virus führen könnten", erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Dänemark registrierte nach offiziellen Angaben mit 41 Fällen den geringsten Anstieg der Neuinfektionen seit zwei Monaten. Bislang konnten sich in Dänemark nur Patienten mit Symptomen und einer Bestätigung ihres Arztes testen lassen. Bei den Tests, die das Gesundheitsministerium nun anbietet, werden die Menschen nur auf eine aktuelle Infektion getestet. Es handelt sich dabei nicht um Antikörpertests, mit denen sich bereits abgeklungene Infektionen nachweisen lassen.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    Der am Abend verkündete deutsch-französische Vorschlag für einen Wiederaufbaufonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wird im Prinzip positiv aufgenommen. Führende EU-Abgeordnete begrüßten den gemeinsamen Plan von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als "konstruktiven" und "wichtigen" Schritt. Am angestrebten finanziellen Umfang des Fonds von 500 Milliarden gab es aber Kritik. Der deutsch-französische Vorschlag sei ein "wichtiger Startpunkt für Gespräche unter den Mitgliedstaaten", aber "eindeutig nicht genug", erklärte die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Iratxe García. "Ein Schritt in die richtig Richtung", befand auch der belgische Liberale Guy Verhofstadt. "Aber wird der Umfang ausreichen?" Ähnlich äußerte sich die italienische Regierung. Finanzexperten der Unionsfraktion stellten sich unterdessen hinter den Plan. Die Initiative sei ein starker Beitrag für europäische Solidarität.

  • DieterHoss
    • DieterHoss

    In den Gaststätten Portugals darf man sich erstmals seit Mitte März wieder zu einem Pastel de Nata, dem typischen Pudding-Törtchen, hinsetzen - oder Stockfisch in Sahnesoße bestellen. Landesweit begann am Montag die zweite Phase des Exitplans aus Maßnahmen der linken Regierung von Ministerpräsident António Costa in der Corona-Pandemie. Die Portugiesen durften sich über die Wiedereröffnung der Restaurants, Cafés und Kneipen freuen. Auch Schulen, Kindertagesstätten, Museen und Läden mit bis zu 400 Quadratmetern Fläche nahmen unter strengen Sicherheitsauflagen den Betrieb wieder auf. Die Menschen dürfen zudem erstmals wieder Verwandte in Altenheimen besuchen.

DPA AFP

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