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News zur Coronavirus-Pandemie: Saarlands Regierungschef fordert Grenzöffnungen für alle schon vor Mitte Juni

In Europa werden die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus gelockert – derweil steigt die Zahl der Neuinfektionen aber weiter an. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)

DPA

Deutschland hat seine Corona-Maßnahmen gelockert und geht die ersten Schritte in die "neue Normalität". Während weiter über die richtige Strategie debattiert wird, meldet die Johns-Hopkins-Universität mindestens 173.171 bestätigte Infektionen in Deutschland. Die Zahl der Corona-Toten hierzulande wird mit 7.738 beziffert. Die offiziell beim Robert-Koch-Institut gemeldeten Zahlen liegen bei 171.306 Infizierten und 7634 Todesfällen. (Stand: Mittwochmorgen). 

Auch weltweit steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde bei mehr als 4,2 Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, mehr als 290.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: Mittwochmorgen). Die meisten bestätigten Fälle weisen weiterhin die USA auf.

+++ Lesen Sie auch: Wo wird die Obergrenze gerissen? Daten zu allen Kreisen finden Sie hier. +++

Die wichtigsten Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • USA: Gesundheitsbeamter warnt wegen Corona vor "dunkelstem Winter" (23.19 Uhr)
  • Saarlands Regierungschef fordert Grenzöffnungen für alle schon vor Mitte Juni (21.25 Uhr)
  • UN: Weltwirtschaft könnte 2020 wegen Corona um 3,2 Prozent schrumpfen (19.51 Uhr)
  • Wintersportort Ischgl wieder coronafrei (15.46 Uhr)
  • Bundesregierung beschließt Lockerung der Grenzkontrollen von diesem Samstag an (11.14 Uhr)
AFP / DPA

Die Coronakrise: News von Mittwoch, 13. Mai

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Erneut haben sich Dutzende Menschen zu einer unerlaubten Demonstration gegen Corona-Restriktionen im sächsischen Pirna getroffen und diesmal auch Polizisten angegriffen. Im Vorfeld der Ansammlung sei im Internet zu einem "Spaziergang" aufgerufen worden, teilte die Polizei mit. Rund 200 Menschen kamen auf dem Markt in Pirna zusammen. Mit etwa 190 Beamten versuchte die Polizei, die Versammlung zu stoppen. Dabei griffen den Angaben zufolge 30 "Gewaltbereite" die Einsatzkräfte an, wobei ein Beamter verletzt wurde.

    Acht Strafverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruch und tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte wurden eingeleitet. Etwa eine Stunde nach Beginn löste sich die Versammlung wieder auf. Bereits vor einer Woche trafen sich etwa 250 Menschen an derselben Stelle, um gegen die Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu demonstrieren. Die damals 15 Minuten dauernde Versammlung verlief friedlich. Seit dem 22. April kam es immer wieder zu solchen nicht angemeldeten Kundgebungen. Dabei hatten Demonstranten auch Polizeibeamte beleidigt und bedrängt.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Den USA könnte wegen eines gleichzeitigen Ausbruchs der Grippe und des Coronavirus nach Ansicht eines ranghohen Gesundheitsbeamten der "dunkelste Winter der jüngeren Geschichte" bevorstehen. Die Zeit für die Regierung, noch rechtzeitig eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Strategie zu planen und umzusetzen, laufe jetzt rasch ab, warnte Rick Bright in einer vorab verbreiteten Aussage für einen Ausschuss des Repräsentantenhauses. Ohne koordinierte Strategie würde die Pandemie zu Erkrankungen und Todesfällen in noch nie da gewesenem Ausmaß führen, warnte er. Er sollte am Donnerstag im Parlament angehört werden.

    Bright wurde im April nach eigenen Angaben als Direktor einer dem Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde geschasst, weil er sich weigerte, von US-Präsident Donald Trump angepriesene Behandlungsmethoden für die Lungenerkrankung Covid-19 zu unterstützen, die nicht wissenschaftlich belegt waren. Bright wurde auf einen Posten im Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) versetzt. Trump wiederum erklärte damals, er kenne den Beamten gar nicht.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die vor der Fusion stehenden Autoriesen Fiat Chrysler und PSA wollen vor dem Hintergrund der
    Corona-Krise auf eine Dividendenzahlung für 2019 verzichten. Dies hätten die Aufsichtsgremien beider Unternehmen entschieden, hieß es in einer Mitteilung der Konzerne. Die Vorbereitungen für die im Dezember angekündigte Fusion schritten aber voran. Mit einem Abschluss der Transaktion werde weiter vor dem Ende des ersten Quartals 2021 gerechnet.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Volkswagen will die wegen der Corona-Krise angehaltene Produktion in seinem US-Werk im Bundesstaat Tennessee in wenigen Tagen wieder aufnehmen. Ab dem 17. Mai solle die Fahrzeugherstellung schrittweise wieder aufgenommen werden, teilte der deutsche Autoriese mit. Ende April hatte VW den Plan für ein Wiederanfahren des Werks am 3. Mai noch fallengelassen. Der Autobauer hatte die Bänder wegen der Pandemie am 21. März angehalten. In dem Werk in Chattanooga sind insgesamt rund 3800 Mitarbeiter beschäftigt.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    In Bulgarien wird ein zweimonatiger Ausnahmezustand zum Kampf gegen das neue Coronavirus von diesem Donnerstag an durch eine "epidemische Ausnahmesituation" ersetzt. Die neue Regelung soll bis 14. Juni gelten. Das entschied die Regierung in Sofia auf einer Sondersitzung per Video, wie Gesundheitsminister Kiril Ananiew vor der Presse mitteilte. Der Beschluss basiere auf die Begründung, dass "die Covid-19-Pandemie eine schwere Ausnahmesituation darstellt". In Bulgarien sollen jetzt Änderungen des Gesundheitsgesetzes in Kraft treten, die vom Parlament am Dienstag verabschiedet wurden. "Der Ausnahmezustand wird aufgehoben, alle (Schutz)maßnahmen gelten aber weiter", erläuterte der Minister. Dazu gehörten das obligatorische Tragen einer Mund-Nasen-Maske in geschlossenen öffentlichen Räumen, physischer Abstand sowie eine 14-tägige Quarantäne für alle Einreisenden - sowohl Bulgaren als auch Ausländer. 

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    In Litauen ist nach mehr als anderthalb Monaten Pause wieder das erste Passagierflugzeug gelandet und gestartet. Eine Maschine der Lufthansa kam am aus Frankfurt mit mehr 150 Reisenden an Bord am Flughafen der Hauptstadt Vilnius an. Eine ähnliche große Anzahl an Passagieren flog litauischen Medienberichten am Abend auch wieder in die Mainmetropole zurück. Nach ihrer Ankunft in Vilnius mussten sich die Fluggäste einem medizinischen Check unterziehen, ehe sie einem Rundfunkbericht zufolge nach etwa 40 Minuten den Flughafen verlassen konnten. Sie müssen sich nun in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Umgekehrt durften nur Passagiere mit Ticket das Abflugterminal betreten, und strenge Hygienevorschriften und Abstandsregeln einhalten.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Wegen der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa Lockerungen der seit sieben Wochen bestehenden Restriktionen angekündigt. Ende Mai sollen sie von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft werden, sagte Ramaphosa am Dienstagabend (Ortszeit) in einer Ansprache an die Nation. Nur in Hotspot-Gegenden mit hohen Infektionszahlen bleibt die strikte Ausgangssperre wie bisher bestehen. In Südafrika sind laut Ramaphosa bislang 12.074 Covid-19-Fälle bestätigt worden und 219 Menschen daran gestorben.

    Die Regierung hatte Ende März eine strenge landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Ohne sie hätte die Fallzahl beim Achtfachen gelegen, sagte Ramaphosa. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft. Millionen von Südafrikanern in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen demnach um ihr Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschlechtert.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) drängt auf eine frühere Rückkehr zum freien Reiseverkehr in der EU als von der Bundesregierung geplant. Zwar sei er nach der heutigen Ankündigung von schrittweisen Grenzöffnungen durch das Bundesinnenministerium grundsätzlich froh, dass unter anderem an den kleinen Übergängen in seinem Bundesland "endlich die Grenzbarrikaden fallen", sagte Hans in den ARD-"Tagesthemen". Die Grenzen müssten aber für alle fallen und es "sollte früher als der 15. Juni sein". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor nach einer Kabinettssitzung in Berlin mitgeteilt, dass Deutschland ab Samstag die Corona-bedingten Grenzkontrollen lockert. Zudem strebt die Bundesregierung bis Mitte Juni die Rückkehr zum freien Reiseverkehr in der EU an.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    In Spanien haben sich einer Studie zufolge bisher wahrscheinlich fünf Prozent der Bevölkerung oder 2,3 Millionen Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Dies ergab die erste Runde einer Ende April gestarteten Testreihe auf Antikörper in 36.000 Haushalten mit rund 90.000 Bewohnern, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Die Tests sollen helfen, das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land einzuschätzen. Offiziell lag die Zahl der mit dem Virus infizierten Spanier am Mittwoch bei knapp 229.000. Jedoch gilt die Zahl nicht als repräsentativ, weil die Tests größtenteils bei Erkrankten mit starken Symptomen oder Mitarbeitern des Gesundheitssektors durchgeführt wurden.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will sich für eine teilweise Aufhebung von Quarantänebestimmungen in der Europäischen Union einsetzen. Selbst wenn Grenzen geöffnet werden, müsse man sich nach dem Überschreiten der Grenze in vielen Ländern in Quarantäne begeben, sagte Maas im ARD-"Extra". Er sei zusammen mit Frankreich der Auffassung, dass solche Quarantänebestimmungen innerhalb der EU gegenüber Ländern mit einer positiven Pandemientwicklung aufgehoben werden sollten. "Es gibt ein ganzes Paket von Fragen, die entschieden werden müssen", sagte Maas. Die Zurückführung von Grenzkontrollen sei nur der erste Schritt. Alle anderen Schritte müssten mit den europäischen Partnern besprochen werden.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    In Frankreich sind mehr als 27.000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 27.074 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Toten stieg damit im Vergleich zum Vortag um 83. Nach Angaben des Ministeriums wurden 9973 der Todesfälle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert. Rund 27 000 Menschen wurden noch in Kliniken wegen einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 behandelt.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die in der kommenden Woche geplante Anhörung zur möglichen Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange von Großbritannien an die USA ist wegen der Corona-Pandemie um mehrere Monate verschoben worden. Die Anhörung solle nun erst am 7. September stattfinden, teilte das Assange-Unterstützerkomitee in London mit. Assange kämpft vor Gericht gegen eine Auslieferung in die USA, wo ihm lebenslange Haft droht.

    Assange hatte sich ab 2012 sieben Jahre lang in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Im April 2019 wurde der Australier festgenommen, seitdem sitzt er im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Gegen ihn läuft ein Verfahren zur Auslieferung an die USA. Dort ist der 48-Jährige wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Die Vereinten Nationen dämpfen ihre Wirtschaftsprognose wegen der Corona-Pandemie deutlich. Die Weltwirtschaft könnte in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen, hieß es in einer Mitteilung zum UN Halbjahresbericht zur wirtschaftlichen Situation weltweit. Schlimmstenfalls sei sogar ein Rückgang von 4,9
    Prozent denkbar.
    Mit einer schrittweisen Erholung werde erst von 2021 an gerechnet, hieß es in dem Ausblick. Vor der Krise waren die UN noch von einem Wachstum um 2,5 Prozent ausgegangen. Bereits Anfang April trübte sich die Einschätzung deutlich ein, damals ging die Organisation von minus 0,9 Prozent aus.

    "Ohne schnelle Durchbrüche bei der Impfstoff- und Therapieentwicklung wird die Welt nach Covid-19 wahrscheinlich erheblich anders sein", so die Vereinten Nationen. Es drohten eine langsame Erholung und ein anhaltender Wirtschaftseinbruch - mit zunehmender Armut und Ungleichheit.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, kann seine restliche Haftstrafe wegen der Corona-Pandemie nach Medienberichten zu Hause absitzen. Mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und der Fernsehsender CNN, berichteten unter Berufung auf Manaforts Anwälte, dieser habe wegen Befürchtungen einer Corona-Infektion aufgrund von Vorerkrankungen die Erlaubnis bekommen, seine weitere Haftstrafe statt im Gefängnis unter Hausarrest zu verbüßen.

    Gerichte in der US-Hauptstadt Washington und dem Bundesstaat Virginia hatten Manafort im März 2019 zu Haftstrafen von insgesamt siebeneinhalb Jahren verurteilt. Manafort war unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs schuldig gesprochen worden. Trump hatte Manafort im März 2016 in sein Wahlkampfteam geholt und ihn im Juni zum Leiter gemacht. Schon im August jenes Jahres musste er allerdings wieder gehen. Hintergrund waren seine finanziellen Verstrickungen in der Ukraine.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Für Bulgariens Abiturienten sind die Abschlussbälle ein großes Ereignis. Doch in diesem Jahr müssen sie wegen der Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus auf die üppigen Feste in Ballsälen großer Hotels oder in Restaurants verzichten. Nach einer Petition von Schülern der zwölften Klasse erlaubte Regierungschef Boiko Borissow am Mittwoch aber die traditionellen Versammlungen aller Klassen des Abiturientenjahrgangs auf dem Schulhof.

    Nach einem Gespräch mit den Zwölfklässlern ordnete Regierungschef Borissow umgehend an, dass die Ministerien für Gesundheit und für Bildung nun Schutzregeln für das letzte Treffen der bulgarischen Abiturienten in ihrer Schule ausarbeiten. Bei diesem Ereignis zählen sie überall in Sprechchören lautstark von eins bis zwölf - jede Zahl steht für eines der zwölf Schuljahre. Damit nehmen die Abiturienten Abschied von ihrer Schule.

    Die herausgeputzten Jugendlichen fahren dann mit teuren Autos oder Geländewagen, die oft gemietet werden, zum Ballsaal oder Restaurant. Das Abiturientenfest beginnt schon zuhause, wo Freunde und Verwandte zu Gast kommen. In dem ärmsten EU-Land nehmen nicht wenige Eltern einen Kredit auf, um ihren Kindern die gewünschte aufwendige Abiturientenfeier zu ermöglichen.

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