HOME

Das Glück ist ein Turnschuh: Laufen macht kreativ!

Leere im Gehirn? Dann machen Sie doch einen Spaziergang. Sport ist nicht nur gesund, sondern beschert uns auch originelle Ideen, schreibt Alexandra Kraft. Das ist sogar wissenschaftlich belegt.

Klappt es heute nicht mit den zündenden Ideen? Keine Einfälle? Alles langweilig? Fantasielos? Dann nichts wie raus aus dem Büro. Denn schon ein kleiner Spaziergang hilft der Kreativität auf die Sprünge.

Eigentlich weiß heute ja jeder, dass Bewegung die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigert. So wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass Menschen nach dem Training bei Gedächtnis-Tests deutlich besser abschneiden. Außerdem fällt es ihnen leichter, Entscheidungen zu treffen.

Das Sport auch die Kreativität fördert, war bisher lediglich eine Legende. Vielleicht sogar nur ein Wunschtraum unter Athleten. Denn einen wissenschaftlichen Beweis gab es dafür nicht. Nur viele Autoren, Journalisten, Maler oder Künstler, die immer wieder berichtete, dass sie ihre besten Einfälle während einer Laufrunde oder eines Spaziergangs hatten. Alles nur Einbildung?

Nein, wie jetzt endlich Wissenschaftler der Stanford University belegten. Dafür ließen sie Testpersonen erst einen Kreativitäts-Test sitzend am Schreibtisch ausfüllen. Und dann noch einmal in einer angenehmen Geschwindigkeit gehend auf einem Laufband. Davor nichts als eine weiße Wand.

Fast alle steigerten ihre Kreativität dramatisch, wenn sie sich während des Tests bewegten. So waren, wie Studienleiter Marily Oppezzo berichtet, die meisten plötzlich in der Lage waren 60 Prozent mehr Verwendungsmöglichkeiten für einen Gegenstand aufzulisten, als zuvor still am Tisch sitzend. "Und alle Ideen waren neu und brauchbar", so Oppezzo.

Nun leider kann nicht jeder, in seinem Büro ein Laufband auf. Um herauszufinden, ob die Bewegung auch noch nachwirkt, wenn wir wieder sitzen, wurde eine weitere Gruppe nach dem Training getestet. Und tatsächlich: Auch hier waren die Ergebnisse deutlich besser.

Übrigens: Die Steigerung der Kreativität war auch messbar nach einem einfachen Spaziergang. Allerdings lagen die Ergebnisse nach einer entspannten Runde durch den Garten der Universität nicht höher als wie nach einem achtminütigen Lauf auf dem Band. Weiße Wand oder zwitschernde Vögel und schöne Aussicht machten keinen Unterschied.

So schließt Marily Oppezzo, dass einzig Laufen dem Gehirn den entscheidenden Schub gibt. Warum das so ist, dazu gibt es zahlreiche Vermutungen. Nur eines ist bislang sicher, so Oppezzo: "Es funktioniert sofort."

Wissenscommunity