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Das Glück ist ein Turnschuh: Wie wir uns krank sitzen

Aufstehen. Am besten gleich. Und laufen gehen. Oder spazieren. Einfach die Beine vertreten - und so etwas sehr wichtiges für die Gesundheit tun. Wer noch Motivation braucht: Laut einer neuen Studie veröffentlich im "Journal of the National Cancer Institute" haben Menschen, die mehrere Stunden am Tag sitzen, ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko an speziellen Krebsarten zu erkranken.

Diese Ergebnisse sind erschreckender als viele andere Studien zuvor. Sie basieren auf der Auswertung von 43 Untersuchungen in denen Personen zu ihren Sitzgewohnheiten und Krebserkrankungen befragt wurden. Die Forscher fanden heraus, dass der Zusammenhang zwischen einer Krebserkrankung und der Sitzdauer deutlich nachweisbar war - auch wenn die befragte Person ansonsten relativ aktiv war. Das bedeutet, dass Menschen, die zwar regelmässig trainieren, aber danach viele Stunden, zum Beispiel vor dem Fernseher oder Computer hocken, eine deutlich erhöhte Krebsrate hatten im Vergleich zu weniger sitzenden Menschen. Vermutlich löst das stundenlange Sitzen eine Entzündungskette im Körper aus, an deren Ende eine Krebserkrankung steht. Im Laufe aller ausgewerteten Studien stießen die Forscher auf 69.000 Krebsfälle.

Die Studienleiter sagen, dass wer viel sitzt ein bis zu 54 Prozent erhöhtes Risiko für Dickdarm-Krebs hat. Das Risiko für Gebärmutterkrebs steigt um bis zu 66 Prozent. Für alle zwei Stunden, die die Testpersonen zusätzlich saßen, wuchs das Dickdarm-Risiko um 8 Prozent und das für Gebärmutterkrebs um 10 Prozent. Für Brust- oder Prostatakrebs wurde kein Zusammenhang nachgewiesen.

Es ist also nicht nur wichtig aktiv zu sein im Leben und sich zu bewegen, sondern mindestens genauso gesundheitsfördernd, die Zeit der Inaktivität zu verringern. Bereits in einigen Studien zuvor war diese Verbindung nachgewiesen worden. So hatten Personen, die nach dem Essen noch spazieren gingen, einen deutlich geringeren Blutzuckerspiegel als solche, die zu Hause auf dem Sofa blieben.

Interessanterweise haben die Wissenschaftler auch einen Zusammenhang zwischen TV-Konsum und Krebserkrankungen aufgezeigt. Denn Fernsehgucker trinken mehr zuckerhaltige Softdrinks und essen viele ungesunde Snacks. Beides starke Auslöser für Krebserkrankungen.

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