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dasgegenteilvontraurig: Darf ich mal anfassen?

Depressionen sind ne ernste Sache.
Aber wenn ich mein Leben zu einer einzigen Überzeugung kondensieren sollte – ich wäre der festen Ansicht, dass man auch ernsten Dingen mit Humor begegnen sollte.
Nicht mit Witzchen – sondern Humor. Und Akzeptanz.

Ich habe lange mit mir gerungen, mit dem wie und was ich war.
Mich dagegen gewehrt, so zu sein, aber es hilft ja nix. Manchmal is einfach scheiße, wie man bei uns im Ruhrgebiet so schön sagt. Und es is was dran.

Wenn nix mehr geht – geht nur noch Akzeptanz.

Damit meine ich jetzt nicht ein "sich ergeben", sondern das einfache Eingeständnis, dass man eben grad so ist, wie man ist – und dass das jetzt nicht unbedingt "in Ordnung", aber immerhin vielleicht "ok" ist. Denn ab diesem Moment, diesem Moment der Akzeptanz so zu sein, wie man wirklich ist, diese beschissene Krankheit als genau das anzuerkennen, als etwas, mit dem man mit etwas Glück nur ne Zeit, aber so oder so leben muss – ab da kann man anfangen, dieser Krankheit gehörig in den Arsch zu treten.

Muss nicht. Aber ab da steht einem zumindest die theoretische Möglichkeit offen.
Ob das schaffbar ist – steht auf einem anderen Blatt.
Ich habe das zum Glück geschafft, und mich dazu entschlossen, der Depression mit gebührender Respektlosigkeit entgegenzutreten. Ich nehme sie mit Humor. Wenn es nicht mehr anders geht.
So nehme ich anderen, vor allem aber mir selbst etwas dieser Schwere ab, die sie immer impliziert, und versuche, Berührungsängste mit mir zu lindern. Es tut gut, Menschen an mir und dem, was so in mir tickt, teilhaben zu lassen.

Darf ich das mal anfassen?

Sowas fragt man ja eigentlich nicht. Vor allem nicht, wenn jemand fiesen Hautausschlag hat.
Aber ich erlaube das Anfassen. Das tut mir selbst ganz gut. Einfach mal drüber fühlen über diese Depression, da merkste, ich bin auch nur n ganz normaler Typ der manchmal ganz schön komisch drauf ist – aber eben nicht kaputt oder pfui. Muss man keine Angst vor haben.
Und darum, genau darum, habe ich da mal einen Bühnentext geschrieben.

Keine blöden Witze darüber.
Die Sache mit Humor erklären. Etwas die Größe und Schwere nehmen. Andere sie berühren lassen. Mir hilft das.

Und es klingt so:

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