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Corona-Pandemie Zahl der Jugendlichen mit depressiven Symptomen im ersten Lockdown gestiegen

Eine junge schwarze Frau hockt an einer Wand auf dem Boden und sieht traurig aus
Das Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung kommt zu dem Schluss, die Folgen von Schulschließungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen seien "offensichtlich gravierender" als bisher angenommen
© tommaso79 / Getty Images
Mehr Jugendliche haben im ersten Pandemie-Jahr depressive Symptome gezeigt. Das zeigt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Ein bedeutender Faktor seien dabei Schulschließungen.

Die Zahl der Jugendlichen mit Anzeichen einer Depression ist laut einer Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung im ersten Corona-Lockdown im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. In der Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen habe sich der Anteil damals von zehn Prozent auf etwa 25 Prozent erhöht, teilte das Institut am Mittwoch in Wiesbaden unter Verweis auf eine von ihm verfasste Studie zur Corona-Belastung von Kindern und Eltern mit. In der Studie wurden etwa die Jugendlichen gefragt, wie gestresst, überlastet, tatkräftig oder allein sie sich in den letzten vier Wochen überwiegend gefühlt haben.

Laut Hochrechnungen sei die Gesamtzahl der bundesweit betroffenen Jugendlichen damals dementsprechend auf rund 477.000 gestiegen, berichtete das Institut weiter. Für seine Untersuchung, die sich unter anderem auch mit den Auswirkungen von Schulschließungen auf Bildungsstand und Familien befasste, nutzte es wiederum Analysen aus dem sogenannten Familienpanel pairfam aus dem Frühsommer 2020.

Schulschließungen wirken sich offenbar auf Psyche aus

Das Bundesinstitut wies zugleich darauf hin, dass die Werte auf Selbsteinschätzungen der Jugendlichen zu typischen depressiven Symptomen beruhten. Nicht alle Betroffenen seien an Depressionen erkrankt. Gleichwohl deuteten die Ergebnisse an, dass die Folgen von Schulschließungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen "offensichtlich gravierender" seien als bisher angenommen. Das Offenhalten von Schulen müsse "Priorität" haben.

Der Untersuchung zufolge wirkte sich die Zeit von Homeschooling und Distanzunterricht dabei unterschiedlich auf den persönlichen Lern- und Entwicklungsstand von Jugendlichen aus. Rund zwei von drei jungen Menschen seien trotz mancher Schwierigkeiten "relativ gut" durch die bisherigen Einschränkungen gekommen, erklärte Martin Bujard vom Bundesinstitut. Es sei davon auszugehen, dass sie in dieser Phase auch zusätzliche Kompetenzen etwa im Bereich Digitalisierung und Selbstständigkeit erworben hätte, betonte er.

Auf der anderen Seite hätten die Auswirkungen der Pandemie laut Analyse aber insbesondere Kinder und Jugendliche aus sogenannten bildungsfernen Familien besonders benachteiligt. Gleiches gelte für junge Menschen, bei denen zu Hause kein Deutsch gesprochen werde. Zudem könnten sich bei einigen Kindern auch Lernrückstände und psychische Probleme nun wechselseitig verstärken. Wichtig sei aber, kurzfristig auch nicht zu viel Lerndruck aufzubauen. Der Ausgleich von Bildungsdefiziten sei ein "langfristiger Prozess".

rw AFP

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