HOME

Stern Logo Wissenschaft

Lebensspanne: Warum die Lebenserwartung steigt und wir doch nicht älter werden

Die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt und steigt, aber die Lebensspanne des Menschen nimmt kaum zu. Schon in Rom wurden Senioren fast so alt wie die Rentner heute. Dieses Paradox wird von zwei Faktoren verursacht.

Unsere Lebensspanne wächst nicht - es gelingt nur mehr Personen, sie auch auszuschöpfen.

Unsere Lebensspanne wächst nicht - es gelingt nur mehr Personen, sie auch auszuschöpfen.

Getty Images

In den sogenannten entwickelten Ländern werden die Menschen immer älter. Die Lebenserwartung ist in den Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg stark gestiegen. In Deutschland sollen neugeborene Mädchen durchschnittlich 83 Jahre und zwei Monate vor sich haben, neugeborene Jungen 78 Jahre und vier Monate – so die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Berechnungen des Kölner Wirtschaftswissenschaftlers Eckart Bomsdorf addieren sogar noch weitere zehn Jahre dazu.

In Großbritannien liegen relativ frühe und verlässliche Daten aus der Geschichte vor. Demnach konnte ein britisches Mädchen des Jahrgangs 1841 nur damit rechnen, etwa 41 Jahre alt zu werden. Bessere Medizin und bessere Ernährung haben diesen Anstieg verursacht. Aber in vielen Staaten hat diese Entwicklung ein Ende genommen oder der Zuwachs an Lebenserwartung ist derzeit merklich gebremst. Es ist also keinesfalls sicher, dass diese Entwicklung so fortläuft.

Lebenserwartung und Lebensspanne

Der Mensch wird als Wesen nicht langlebiger. Lebenserwartung ist ein statistisches Konstrukt. Hier drückt vor allem eine hohe Kindersterblichkeit den Durchschnitt. Verlor eine Frau im 19. Jahrhundert zwei Nachkommen im Kindbett und die überlebende Tochter wurde 78 Jahre alt, ergibt das einen Durchschnittswert von nur 26 Jahren. Walter Scheidel, Historiker der Stanford University, beschäftigt sich mit der Demografie der spätrömischen Epoche. "Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen Lebenserwartung und Lebensdauer. Die Lebensdauer des Menschen - im Gegensatz zur Lebenserwartung - hat sich, soweit ich das beurteilen kann, nicht wirklich verändert."

In der Zeit der Griechen und Römer war die Lebenserwartung geringer, vor allem war sie sozial sehr unterschiedlich ausgeprägt. Arme und Sklaven erreichten nicht die Lebenserwartung der Oberschicht. Aber auch wenn die Lebenserwartung nur bei 30 bis 35 Jahren lag, galt ein 35-Jähriger nicht als alter Mann, noch war er kränklich und gebrechlich,

Der Grieche Hesiod schrieb im 7. Jahrhundert vor Christus über das passende Heiratsalter eines Manns. Ideal war demnach eine Heirat ungefähr im Alter von 30 Jahren. Die römische Ämterlaufbahn konnte man zur Zeit der Republik überhaupt erst mit 30 Jahren beginnen. Kaiser Augustus selbst starb mit 75 Jahren. Und dieses Alter erreichte er, obwohl er Zeit seines Lebens von schwacher Konstitution war und dessen ungeachtet Jahre im Feld bei seinen Soldaten zubringen musste. Seine Gattin Livia lebte bis zu ihrem 86. oder 87. Lebensjahr. Der gefürchtete Kaiser Tiberius, ebenfalls Soldat, wenn auch von besserer Gesundheit, starb mit 77 – vermutlich wurde mit Gift nachgeholfen. Und das, obwohl Tiberius Jahre mit den wüstesten Ausschweifungen verbracht haben soll.

Kien Fortschritt im Vergleich zu Rom

Scheidel hat zwei Gruppen berühmter Männer mit einander verglichen. Die einen lebten im römischen Imperium, die anderen waren Briten und lebten zwischen 1850 und 1949. Und obwohl ein Viertel der Römer durch Gewalt zum Tode kam, beträgt der Unterschied der Meridian-Werte nur ein Jahr. Die Briten brachten es auf 71 Jahre – die Römer auf 70.  Allerdings gilt das nur für die reichen Römer. Valentina Gazzaniga, Medizinhistorikerin an der Universität La Sapienza in Rom, untersuchte die Grabfelder antiker Arbeiter. Das Durchschnittsalter dort lag bei nur 30 Jahren und das waren allesamt Personen, die nicht schon als Kind verstorben waren. Durch Zwangsarbeit, schlechte medizinische Versorgung und Ernährung waren viele der Körper schon in dem Alter verschlissen.

Kindersterblichkeit entscheidend

Aber nicht nur die reichen Römer lebten länger. Bis ins 20. Jahrhundert hinein, war die Kindersterblichkeit der entscheidende Faktor für die geringe Lebenserwartung. Doch die Kirchenbücher in Großbritannien verraten, dass ein Mann – sofern er das 21 Lebensjahr erreicht hatte – von 1200 bis 1745 ein Durchschnittsalter von 62 bis 70 Jahren erreichen konnte. Zumindest wenn man die Fälle eines gewaltsamen Todes und die Zeit der Großen Pest außer Betracht lässt.

Ohne die Fortschritte der Kindersterblichkeit erreichen wir heute kaum bessere Werte. Bei den Erwachsenen wirkt sich der Fortschritt in Sachen Medizin und Ernährung weniger aus, als man gemeinhin erwarten würde.

Und auch die Zahlen für Neugeborene sind nur Projektionen in die Zukunft . Wesentlich sicherer sind die Daten älterer Jahrgänge. Und im Jahrgang 1960 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 66,9 Jahren für die Männer und bei 72,4 für die Frauen. Deutlich weniger als die Lebensspanne von Augustus und seiner Frau Livia.

Quelle: BBC - Do we really live longer than our ancestors?


Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?