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Digitales Fasten: Digital Detox: 8 Tipps für das moderne Entgiften

Immer erreichbar, permanent am Schreiben und niemals ohne Handy: Das Smartphone raubt Zeit - und stresst. Unserer Autorin ging es ähnlich. Sie probierte es daher mit "Digital Detox". Hier sind ihre wichtigsten Erkenntnisse. 

Von Gesa Holz

Hand mit Smartphone

Digital Detox: Medienfasten sorgt für Ruhe und entschleunigt

Getty Images

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter. Hier eine Nachricht, da eine neue Meldung. Ob auf dem im Bett, am Esstisch oder in der Bahn – es ist immer da. Der durchschnittliche Nutzer schaut mehr als 200 Mal pro Tag auf den Bildschirm, 80 Mal davon wird das Handy entsperrt. Ohne Pause werden wir bombardiert mit Informationen, und der Drang zu reagieren endet nicht selten in völliger Reizüberflutung. Aber wie schaffen wir es, die Finger vom  zu lassen?

Mir ging es genauso: Ich habe festgestellt, vollkommen abhängig vom Handy zu sein. Kurzerhand beschloss ich, "Digital Detox" zu probieren - also digitales Entgiften. Das Fasten hat hier nichts mit Essen zu tun, vielmehr geht es darum, mal auf den Pausenknopf zu drücken. Das Smartphone aus der Hand zu legen, die Gedanken schweifen zu lassen, anstatt ständig auf dem Display zu tippen. Wichtig dabei: Automatismen und Routine im Alltag zu ändern.

Zugegeben: Mir fiel das zu Beginn sehr schwer. Oft habe ich mich am Handy ertappt. Erst mit der Zeit begannen sich die Gewohnheiten zu ändern. Mit diesen acht Tipps zur Smartphone-Reduktion schaffen auch Sie sich einen bewussteren Alltag:

1. Digital-Detox-Apps

Die Apps "QualityTime" oder "Offtime" zeichnen auf, wie viel Zeit wir am Handy verbringen. Am Ende des Tages bekommt man eine Übersicht, wie lange und wo man online war. Das ist im ersten Moment erschreckend, sorgt aber für eine bewusstere Wahrnehmung und Selbsterkenntnis.

2. Dienste umlagern

Wer das Handy als Wecker, als Stadtplan oder als Kalender nutzt, neigt schnell dazu, auf weitere Meldungen zu reagieren. Neben einer verkürzten Schlafenszeit vertrauen wir blind einer Maschine - ist das nicht merkwürdig?

Ich habe festgestellt: Alle diese Dienste lassen sich bequem auslagern. Ein analoger Wecker ist nicht teuer, ein Taschenkalender ist übersichtlicher und den Stadtplan habe ich mir schon vor dem Verlassen des Hauses angesehen. Die Internetlosigkeit hat mich zunächst etwas aufgeschmissen und desorientiert zurückgelassen. Schnell aber habe ich auf die neuen Mittel zurückgegriffen und hatte mehr Raum für eigenes Handeln.

3. Push-Mitteilungen ausstellen

Ob vibrieren, piepen oder blinken – das Smartphone fordert ständig unsere Aufmerksamkeit. Das zu ignorieren ist gar nicht so einfach. Vor allem zu Anfang fällt es schwer, der Neugier zu widerstehen. Was mir dabei geholfen hat: Die Push-Mitteilungen der Apps zu deaktivieren und Apps, auf die ich verzichten konnte, im Browser zu nutzen.

4. Es drauf ankommen lassen!

Vollkommen grundlos erwarten wir voneinander innerhalb kürzester Zeit auf Nachrichten, Mails und Bilder zu reagieren. Das sorgt für sozialen Stress. Ich habe es drauf ankommen lassen und mir Zeit mit der Antwort gelassen. Schon bald habe ich festgestellt, dass eigentlich nichts passiert. Ich fühlte mich entspannter und war beruhigt, nicht ständig erreichbar sein zu müssen.

5. Smartphone-freie Zone

Das Handy muss nicht überall mit! Zuhause einen Smartphone-freien Raum einzurichten, oder gar das Handy nur an einem festen Ort zu bunkern, wirkt Wunder. Ich hatte mehr Zeit für mich und merkte, wie wenig ich das Handy vermisse und dass sich die Welt auch ohne weiterdreht. Ein Smartphone-freies Schlafzimmer eignet sich hier besonders, grelles Licht vor dem Einschlafen bekommt einem nicht gut!

6. Flugmodus anschalten

Wem es schwer fällt, sich dem Einfluss des Smartphones zu entziehen, kann sich selbst austricksen. Der Flugmodus oder die Offline-Funktion trennen Verbindung zum Netz und Internet. Ganz besonders am Abend und in der Nacht haben wir so unsere Ruhe und werden nicht zum Nachschauen verlockt.

7. Smartphone-Zeit einrichten

Versucht man von heute auf morgen ganz auf das Smartphone zu verzichten, ist das Scheitern des Medienfastens vorprogrammiert. Ich habe festgestellt, dass es sich lohnt eine feste Stunde am Tag für soziale Netzwerke, Handy und Nachrichten einzuplanen. Im Laufe der Zeit kann das dann reduziert werden.

8. Sich ein Hobby zulegen

Was tun mit all der Freizeit? Zu Anfang kann es etwas ungewohnt sein, aber die zusätzliche Zeit lässt sich gut nutzen. Um nicht in alte Muster zu verfallen, fand ich es hilfreich mir ein neues Hobby anzueignen. Ob malen, nähen oder gärtnern – sicher gibt es etwas, das Sie schon immer mal probieren wollten.

Fazit

Aller Anfang ist schwer. Während ich oft kurz davor war aufzugeben, kann es mit Geduld gelingen den Smartphone-Gebrauch zu reduzieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Entzug schafft ein Bewusstsein für wann das Internet wirklich nützlich ist und mit wie viel Input wir uns wohlfühlen. Ich fand neues Vertrauen in mich selbst und gehe achtsamer durchs Leben. Ein klares Fazit: Einen Versuch ist es wert und Durchhalten lohnt sich.

Kleiner Tipp: Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Ich war es auch nicht.  


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