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Durchsuchung von Helios-Kliniken Ärzte begingen womöglich Abrechnungsbetrug


Unter Verdacht stehen Ärzte und Chefärzte, es besteht der dringende Tatverdacht des Abrechnungsbetruges zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Der private Klinikträger Helios hat einen handfesten Skandal im Haus.

Das Berliner Landeskriminalamt hat am Dienstag mehrere Einrichtungen des privaten Klinikträgers Helios und Privatwohnungen von Helios-Mitarbeitern durchsucht. Nach Angaben einer Polizeisprecherin richten sich die Ermittlungen gegen 14 Verdächtige, darunter mehrere Geschäftsführer der Kliniken sowie Ärzte und Chefärzte. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Abrechnungsbetruges zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin.

In mehr als 2000 Fällen sollen Ärzte Leistungen abgerechnet haben, die sie nicht selbst erbracht hätten, erklärte die Polizei. Stattdessen sollen die Untersuchungen und Behandlungen von dafür nicht qualifizierten oder nicht zugelassenen Ärzten oder Assistenzärzten vorgenommen worden sein. Betroffen seien die Fachbereiche Radiologie und Kardiologie. Der durch den Betrug entstandene Schaden könne noch nicht beziffert werden.

Im Juni und September vergangenen Jahres waren bereits Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs durchsucht worden. Zwei Geschäftsführer und ein Chefarzt der DRK-Kliniken werden ähnlich wie beim jetzigen Fall verdächtigt, Chefarztbehandlungen abgerechnet zu haben, obwohl andere Ärzte die Leistungen erbracht hatten. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

ste/AFP AFP

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