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Gesundheitsrisiko: E-Zigaretten-Krise in den USA: 18 Tote und mehr als tausend Verletzte

In den USA steigt die Zahl der Toten und Verletzten nach dem Konsum von E-Zigaretten. Der Leiter der US-Gesundheitsbehörde warnt davor, dass dies "nur die Spitze des Eisbergs sein könnte". 

E-Zigarette USA: Ein junger Mann benutzt eine E-Zigarette

In den USA sind bislang Hunderte Menschen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erkrankt. Die meisten Patienten (70 Prozent) sind männlich.

Getty Images

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA ist auf 18 gestiegen. Die Toten seien aus 15 US-Bundesstaaten gemeldet worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit. Sie seien durchschnittlich 50 Jahre alt gewesen, der jüngste 27, der älteste 71. Zudem sei die Zahl der bestätigten und wahrscheinlichen Verletzten auf 1080 gestiegen. In der vergangenen Woche hatte die Behörde von 12 Toten und 805 bestätigten und wahrscheinlichen Verletzten gesprochen.

Die Zahlen seien "zutiefst besorgniserregend", sagte CDC-Direktor Robert Redfield. "Leider könnte das nur die Spitze des Eisbergs sein, wenn es um das eskalierende Gesundheitsrisiko geht, das dieser Ausbruch für die amerikanische Gesellschaft darstellt, besonders für Jugendliche und junge Erwachsene."

Ursache für Lungenschäden unklar

Die Ursache für die Lungenschäden ist laut CDC immer noch unklar. Alle Erkrankten hatten angegeben, E-Zigaretten benutzt zu haben. Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass THC-Produkte eine Rolle spielen könnten. THC (Tetrahydrocannabinol) steckt in Cannabis und ist hauptsächlich für die berauschende Wirkung der Droge verantwortlich. Da die Untersuchungen noch anhalten, empfiehlt die CDC derzeit, keine E-Zigaretten oder Vaping-Produkte zu benutzen, insbesondere solche, die THC enthalten. Erwachsene, die E-Zigaretten nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören, sollten jedoch nicht wieder mit dem Rauchen herkömmlicher Zigaretten beginnen, so die CDC weiter. 

Video: Indien verbietet E-Zigaretten

In Deutschland und auch europaweit ist bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Die Beschwerden scheinen sich weiterhin auf Benutzer in den USA zu beschränken. In Deutschland sind die Zusammensetzungen der Wirkstoffe von E-Zigaretten strenger reguliert als in den USA.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) warnt schon seit längerem davor, dass E-Zigaretten keine "harmlosen Lifestyle-Produkte" seien. "Nichtraucher sollten E-Zigaretten wegen der unbekannten langfristigen Auswirkung auf die Gesundheit nicht verwenden." Das DKFZ bewertet unter anderem lungengängige Partikel und inhalierte Grundsubstanzen als mögliche Gesundheitsgefährdung.

Das Aerosol von E-Zigaretten enthalte in der Regal zwar deutlich weniger Schadstoff-Mengen als Tabakrauch, heißt es in einem Fact-Sheet des DKFZ. Doch die enthaltenen Schadstoffe können variieren, und zwar abhängig davon, welches Gerät oder Liquid verwendet werde. Das Aerosol könne beispielsweise krebserzeugendes Formaldehyd, reizendes Acrolein oder Metalle wie Nickel, Blei und Chrom enthalten.

ikr / DPA

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