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Gesundheitsminister: Jens Spahn twittert Ratschläge zur Krebs-Prävention – und macht viele Menschen wütend

Jens Spahn hat mit einem Tweet zur Krebs-Prävention Empörung hervorgerufen. Darin empfiehlt er eine gesunde Lebensweise und erweckt damit den Eindruck, dass sich so Krebs vermeiden lasse – das macht viele Betroffene wütend.

Jens Spahn Gesundheitstipps auf Twitter kamen nicht so gut an

Jens Spahns Gesundheitstipps auf Twitter, um Krebs vorzubeugen, kamen nicht so gut an

DPA

Jens Spahn ist ein Politiker, der sich intensiv der sozialen Medien bedient. Rund um den Weltkrebstag war er besonders fleißig, brachte mit seinen Mitteilungen zum Thema allerdings viele Menschen gegen sich auf. Erst verkündete er, dass Krebs in zehn bis zwanzig Jahren heilbar sei, so wie es israelische Wissenschaftler behaupteten. Im zweiten Tweet gab er Tipps im "persönlichen Kampf gegen Krebs": "Nicht (mehr) rauchen, sich mehr bewegen, gesund ernähren und die Haut vor UV-Strahlung schützen (Sonnencreme)", schrieb Spahn.

Insbesondere für seine Ratschläge wird der Minister im Netz scharf kritisiert. Denn Rauchen und UV-Strahlung steigern das Risiko, an Krebs zu erkranken, doch unabhängig vom Lebensstil ist niemand davor gefeit.

+++ Lesen Sie hier den Text "Wie die Diagnose Krebs mein Leben positiv veränderte" +++

Jens Spahn hat sich entschuldigt

Dementsprechend fielen die Reaktionen aus: Stern-Kolumnist Micky Beisenherz schrieb stellvertretend für viele andere: "Mehrere Tote im Freundeskreis beweisen: Krebs kann einem immer passieren. Anders als dumme Tweets. Dagegen kann man sich schützen." Ein weiterer User wies Spahn auf die Tatsache hin, dass auch Kinder an Krebs erkranken:  "Als ich Krebs hatte, war ich 13, Nichtraucher, lief die 1.000 Meter in unter 3:30 und aß regelmäßig gesund, Landjugend und so. Stimmt schon, hätte mehr tun sollen."

Spahn hat mittlerweile auf die Kritik reagiert und sich entschuldigt: "Es tut mir leid, wenn mein Tweet missverständlich war. Nichts liegt mir ferner als den Erkrankten eine Mitschuld zu geben oder Krebs zu verharmlosen. Im Gegenteil: Wir sollten durch mehr Prävention, frühere Früherkennung, bessere Therapien schweres Leid zu vermindern versuchen", schrieb er auf Twitter.

Video: Kampf gegen Krebs - Mehr Mittel in Aussicht
tis
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?