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Nahrungsergänzungsmittel: Was Tabletten bei Eisenmangel bringen

Unser Körper braucht Eisen: Das Spurenelement sorgt für rote Bäckchen, ein Mangel macht blass und schlapp. Doch zu viel Eisen schadet offenbar der Gesundheit.

Von Nicole Heißmann

Eisen sorgt für rote Bäckchen

Eisen sorgt für rote Bäckchen

Ohne Eisen könnten wir mit dem Sauerstoff der Luft wenig anfangen: Wir hätten kein Hämoglobin. Der rote Blutfarbstoff mit dem Eisenatom in der Mitte transportiert den Sauerstoff durch die Adern in alle Körperzellen. Dort wird er gebraucht, um Energie zu gewinnen. Verfügt unser Körper über zu wenig Eisen, geht uns die Kraft aus: Wir fühlen uns erschöpft oder werden ständig krank. Die Haut trocknet aus, die Haare rieseln. Bei schwerem Mangel erblassen Haut und Schleimhäute durch Hämoglobinmangel.

Ob jemand an Eisenarmut leidet, lässt sich per Bluttest klären. Verbreiteter Eisenmangel herrscht in Deutschland nicht. Jungen und Männer sind meist gut versorgt, weil sie viel Fleisch essen. Mädchen und Frauen vor den Wechseljahren haben es schwerer mit ihrer Eisenbilanz: Sie essen oft weniger Fleisch, müssen aber mehr Eisen aufnehmen, weil ihr Körper durch Monatsblutungen viel davon verliert oder der Bedarf in der Schwangerschaft erhöht ist. Auch Sportler benötigen verstärkt Eisen: Sie setzen viel Energie um, verlieren aber bei hartem Training Eisen über die vermehrte Ausscheidung von Schweiß und Urin und winzige Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Vorsicht bei Eisentabletten oder -tropfen

Der Durchschnittsdeutsche kann sich übers Essen gut mit der Substanz versorgen. Besonders leicht verwertet der Körper Häm-Eisen aus tierischen Lebensmitteln wie Leber, Rindfleisch, Fisch oder Geflügel. In Pflanzen klammert sich das Metall an Säuren und andere Substanzen und entzieht sich so der Verdauung. Vegetarier sollten Eisenquellen wie Hülsenfrüchte, Rote Bete oder grünes Gemüse mit Vitamin C kombinieren. Dieses bringt den Stoff in eine lösliche Form. Bewährte Kombinationen sind Haferflocken mit Orangensaft oder Linsen mit Paprika. Auch Obst als Nachtisch erhöht die Ausbeute. Kaffee, Tee und Milchprodukte wirken eher kontraproduktiv.

Das eigenmächtige Schlucken von Eisentabletten oder -tropfen sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung kritisch. Zum einen können sich Kinder an extremen Überdosen vergiften, was zu Erbrechen, Durchfall, Nieren- oder Leberschäden führen kann. Zum anderen hat sich aus Zellkulturstudien und Tierversuchen der Verdacht ergeben, dass zu viel Eisen das Risiko für Herzleiden, Diabetes Typ 2 und Krebs erhöht. Beobachtungen am Menschen sind bislang nicht eindeutig - womöglich weil Krankheiten wie Krebs nicht durch einen Faktor allein ausgelöst werden. Weil zurzeit niemand sagen kann, ab welchem Eisenwert es riskant wird, sollte man Pillen oder Tropfen nur bei diagnostiziertem Eisenmangel nehmen.

Eine Gruppe scheint allerdings meist von den Mitteln zu profitieren: Schwangere und ihre Babys. Eine Analyse von 92 Studien an rund 1,8 Millionen Frauen ergab, dass Eisen nicht nur einer Blutarmut in der Schwangerschaft vorbeugt, sondern auch das Risiko senkt, ein untergewichtiges Baby zu bekommen. Einen Arzt sollte man aber trotzdem vorher konsultieren.

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