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Verbraucherzentrale: Markenprodukte im Check: Zu viel Zucker, zu viel Fett - und gesündere Alternativen

Der Nutri-Score ist eine Farbskala, mit der Verbraucher auf den ersten Blick erkennen können, wie gesund Lebensmittel sind. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat bekannte Markenprodukte wie Nutella oder Coca-Cola mit der Farbskala ausgezeichnet - mit überraschenden Ergebnissen.

Fischstäbchen

Hunger auf Fischstäbchen? Die Vollkorn-Fischstäbchen aus dem Hause Iglo schneiden tadellos ab - mit einem grünen A als Top-Bewertung, was vor allem am Vollkorngehalt liegen dürfte. Die Backfisch-Stäbchen (Iglo) haben das Nachsehen.

Transparenz ist ein großer Trend im Lebensmittelbereich. Das gilt nicht für die Herkunft bestimmter Lebensmittel, sondern auch für die Inhaltsstoffe und Nährwerte. Viele Verbraucher wollen auf den ersten Blick erkennen können, wie gesund ein Lebensmittel ist - und ob es womöglich eine bessere Alternative in Sachen Gesundheit gibt.

Möglich macht das der Nutri-Score. Dabei handelt es sich um eine Farbskala aus Frankreich, die Lebensmittel einem Gesundheitswert zuordnet und dem Verbraucher transparent vor Augen führt, wie gesund beziehungsweise ungesund das Lebensmittel ist, das sie gerade in den Einkaufswagen legen wollen.

Das Besondere am Nutri-Score: Er berücksichtigt nicht nur den Nährwert beziehungsweise den Fett- oder Zuckergehalt, sondern auch den Obst- oder Gemüseanteil eines Lebensmittels. Der Nutri-Score ist fünfstufig - und reicht von einem grünen A bis zu einem roten E.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Nutri-Score beispielhaft für 25 Lebensmittel berechnet, darunter sind bekannte Markenprodukte wie die Nuss-Nougat-Creme Nutella, Fischstäbchen aus dem Hause Iglo oder Orangensaft von "hohes C". Unsere Fotostrecke zeigt beispielhafte Bewertungen.

In Deutschland gibt es einige wenige Unternehmen, die den Nutri-Score auf freiwillliger Basis verwenden. Bislang wollen die Unternehmen Danone, Iglo, Bofrost und Mestemacher ihre Produkte mit dem Nutri-Score kennzeichnen. Einige Verpackungen mit Nutri-Score liegen schon in den Supermarktregalen.

Was der Nutri-Score leistet - und was nicht

"Damit Verbraucherinnen und Verbraucher einen wirklichen Nutzen haben, sollte der leider noch freiwillige Nutri-Score möglichst schnell verpflichtend für alle Anbieter werden", fordert Ernährungsexpertin Silke Schwartau.

Gleichzeitig betont die Verbraucherzentrale, dass der Nutri-Score nicht perfekt sei. So berücksichtige er weder regionale Herkunft noch einen ökologischen Anbau. Auch zahlreiche Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Süßstoffe und Aromen fließen demnach nicht mit in die Bewertung ein.

Die Verbraucherschützer ziehen dennoch ein positives Fazit: Der Nutri-Score sei ein gutes Hilfsmittel, um den Nährwert eines Lebensmittels auf einen Blick zu erkennen. Langfristig kann das dabei helfen, eine bessere Ernährung umzusetzen und Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden vorzubeugen. Als weitere Informationsquellen stehen Verbrauchern die Zutatenliste, die Nährwerttabelle oder Bio-Label zur Verfügung.

Die Essensretter von Foodwatch haben weitere Lebensmittel nach dem Nutri-Score eingeteilt. Zu der Auswertung geht es hier.

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