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Versteckte Süße: Gesund? Von wegen! Öko-Test deckt Zucker-Tricks in Markenprodukten auf

Ökotest hat vermeintlich gesunde Lebensmittel geprüft - mit bedenklichem Ergebnis: Sie enthalten oft große Mengen Zucker. Für Verbraucher haben die Tester daher einen guten Tipp. 

15 Stück Würfelzucker in einer Packung "Ferrero Joghurt-Schnitte Heidelbeere & Cranberry" - wie abgebildet  In dieser Schnitte stecken Joghurt und Beeren. Klingt erstmal gut. Wären da nicht noch süße Zutaten wie Zucker, Glukosesirup mit Fruktose, Traubenzucker, Magermilchjoghurtpulver, Birnensaftkonzentrat und Honig. Vorschlag von Öko-Test: eine Umbenennung in "Zucker-Fett-Creme-Schnitte". Zucker und Fett machen bei der vermeintlich gesunden Joghurt-Beeren-Schnitte zusammen gut 53 Prozent aus.  100 Gramm des Produkts enthalten 31,5 Gramm Zucker. Die angegebene Anzahl der Zuckerwürfel beinhaltet auch natürliche Süße.

15 Stück Würfelzucker in einer Packung "Ferrero Joghurt-Schnitte Heidelbeere & Cranberry" - wie abgebildet

In dieser Schnitte stecken Joghurt und Beeren. Klingt erstmal gut. Wären da nicht noch süße Zutaten wie Zucker, Glukosesirup mit Fruktose, Traubenzucker, Magermilchjoghurtpulver, Birnensaftkonzentrat und Honig. Vorschlag von Öko-Test: eine Umbenennung in "Zucker-Fett-Creme-Schnitte". Zucker und Fett machen bei der vermeintlich gesunden Joghurt-Beeren-Schnitte zusammen gut 53 Prozent aus.

100 Gramm des Produkts enthalten 31,5 Gramm Zucker. Die angegebene Anzahl der Zuckerwürfel beinhaltet auch natürliche Süße.

Zum Frühstück ein Müsli mit Beeren, mittags Reis mit Gemüse und zum Abendessen eine leichte Suppe: Eine bewusste, natürliche Ernährung liegt im Trend. Das weiß auch die Lebensmittelindustrie, die ihren Produkten gerne ein gesundes Image verpasst. Hersteller werben auf ihren Produkten beispielsweise mit einem reduzierten Fettgehalt, natürlichen Inhaltsstoffen oder Cerealien. Doch können die Produkte halten, was sie versprechen - und sind sie tatsächlich so gesund, wie sie wirken?

Die Zeitschrift "Öko-Test" hat eine Stichprobe gemacht und 22 verarbeitete Lebensmittel eingekauft, darunter solche, die laut Aufschrift weniger süß, fett- oder kalorienarm sein sollen. Das Ergebnis: Viele Lebensmittel, die auf den ersten Blick keine Süßspeisen sind, enthalten oft große Mengen an Zucker, darunter ein Rohkostsalat, ein Knusper-Müsli mit "30 % weniger Fett" und ein Protein-Riegel.

Zuckergehalt selbst prüfen - so geht's!

Die Anbieter sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Gesamtzuckergehalt auf der Verpackung anzugeben. Öko-Test rät Verbrauchern daher, stets die Verpackung umzudrehen und in der Nährwerttabelle unter dem Punkt "Kohlenhydrate" auf den Wert für "davon Zucker" zu achten. Sprüche wie "wenig Zucker", "natürliche Süße" und "Leichtigkeit" sollten dagegen besser ignoriert werden.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Erwachsene täglich nicht mehr als 50 Gramm (zehn Teelöffel) freien Zucker zu sich nehmen. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist noch strikter: Die Experten empfehlen, am Tag nicht mehr als 25 Gramm zugesetzten Zucker aufzunehmen. Das entspricht etwa fünf Teelöffeln am Tag. Als besonders kritisch gilt dabei der Zucker, der Lebensmitteln und Getränken zugesetzt wird oder der in Honig, Sirup und Fruchtsäften steckt.

Unsere Fotostrecke zeigt, wie einzelne Produkte im Öko-Test abgeschnitten haben und entlarvt dabei auch die enthaltene Zuckermenge pro Packung inklusive der natürlichen Süße aus Gemüse, Obst und Milch.

Den vollständigen Test gibt es gegen Gebühr hier. 

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?