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Ernährungsreport 2020: Mehr regional, weniger Fleisch: Deutschland isst anders – auch wegen der Corona-Krise

Laut dem "Ernährungsreport 2020" legen die Deutschen beim Essen vor allem wert darauf, dass es "lecker, gesund und schnell" zugeht. Auch die Corona-Krise habe den Ernährungsalltag vieler Deutscher verändert, sagte Ernährungsministerin Julia Klöckner.

Ernährungsreport 2020

Laut Ernährungsreport 2020 legen die Deutschen mehr Wert auf regionale Produkte und essen weniger Fleisch

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Durch die Corona-Krise ist in Deutschland "ein neues Bewusstsein für Lebensmittel entstanden - und für die Arbeit derjenigen, die sie produzieren", so Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Freitag in Berlin. Dort stellte sie die Umfrageergebnisse des vom Bundeslandwirtschaftsministeriums in Auftrag gegebenen "Ernährungsreports 2020"  vor. Demnach ist unter anderem der Fleischkonsum der Deutschen weiter leicht rückläufig, erklärte Klöckner. Auch hätten durch die Pandemie Produkte aus der Region "an Bedeutung gewonnen".

Laut der Umfrage zur Corona-Krise, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa Mitte April 1004 Bundesbürger ab 14 Jahren befragte, kochen 30 Prozent der Bundesbürger häufiger als zuvor selbst - nur drei Prozent bereiten sich seltener als vor der Krise selbstgekochte Speisen zu. 21 Prozent kochen häufiger gemeinsam (seltener: neun Prozent). 20 Prozent geben an, dass sie häufiger frische Zutaten verwenden (seltener: fünf Prozent).     

Umgekehrt sieht es der Umfrage zufolge bei Fertigprodukten aus: Hier sagt ein Viertel der Befragten (25 Prozent), dass sie diese Produkte seltener als vor der Krise verwenden - und lediglich sieben Prozent häufiger.    

"Ernährungsreport 2020": gestiegene Nachfrage nach Produkten aus der Region

Beim Einkaufen legt die große Mehrheit der Befragten (82 Prozent) Wert darauf, dass ein Produkt aus ihrer Region kommt. Nur 17 Prozent messen dem keinen größeren oder gar keinen Wert bei.     

Dabei ist die regionale Herkunft den Befragten vor allem bei frischem Obst und Gemüse (88 Prozent) sowie bei Milchprodukten und Eiern (87 Prozent) sehr wichtig oder wichtig; bei Brot sind es 84 Prozent und bei Fleisch und Wurstwaren 80 Prozent. Bei Futtermitteln für Tiere, von denen dann etwa Fleisch oder Milch stammen, ist indes nur 54 Prozent der Bundesbürger die Herkunft wichtig.     

Die Bevorratung von Lebensmitteln wie Mehl, Zucker, Konserven und Getränken hat für 17 Prozent der Bürger in der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen. Die meisten (82 Prozent) meinen jedoch, dass sich an ihrer Einstellung diesbezüglich nichts geändert hat.     

Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) würde nach eigenen Angaben höchstens eine Woche mit ihren Vorräten an Lebensmitteln auskommen. Ein ähnlich hoher Anteil (37 Prozent) meint, damit maximal zwei Wochen über die Runden zu kommen. 17 Prozent glauben, dass ihre Lebensmittelvorräte bis zu drei Wochen und elf Prozent sogar, dass sie länger als drei Wochen reichen.    

Verband über Bedeutungsgewinn der heimischen Landwirtschaft erfreut

Die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft hat für 39 Prozent der Bürger in der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen. Bei den 14- bis 29-Jährigen sagt dies sogar fast jeder Zweite (47 Prozent).    

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, äußerte sich über diese Zahlen erfreut. Zugleich betonte er, dass es die Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln bei einer gleichzeitigen Ausweitung der Anstrengungen für mehr Umwelt-, Klimaschutz und Tierwohl "nicht zum Nulltarif" gebe. Dies müsse sich in einem höheren Preis für Lebensmittel abbilden, forderte er. Zudem müsse dieser Mehrwert "auch bei den Bauern ankommen".    

Der "Ernährungsreport 2020" enthält auch auf eine Umfrage der Meinungsforscher unter rund tausend Bundesbürgern von Dezember und Januar. Danach legen die Deutschen beim Essen vor allem wert darauf, dass es "lecker, gesund und schnell" zugeht. 32 Prozent ist es wichtig, dass das Essen preiswert ist.    

Diese Lebensmittel haben einen schlechten Ruf

Der Fleischkonsum ist weiter rückläufig. 26 Prozent sagen, dass sie täglich Wurst oder Fleisch essen. Im ersten "Ernährungsreport" vor fünf Jahren waren es noch 34 Prozent, im vergangenen Jahr 28 Prozent.

deb / AFP

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