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Richtig handeln, Leben retten: Erste Hilfe bei Herzinfarkt und Schlaganfall

Im Notfall zählt jede Sekunde, besonders bei schwerwiegenden Erkrankungen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. So erkennen Sie die Symptome, handeln richtig – und retten Leben.

Von Ilona Kriesl

Beherztes Eingreifen ist bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt notwendig: Denn jede Sekunde die verstreicht, ist verlorene Zeit.

Beherztes Eingreifen ist bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt notwendig: Denn jede Sekunde die verstreicht, ist verlorene Zeit.

Auf der Straße, im Kino, beim Einkaufen: Gerät ein Mensch in Not, hat Schmerzen oder wird bewusstlos, gilt es zu handeln, anstatt nur zuzusehen. Denn bis zum Eintreffen des Notarztes vergehen oft wertvolle Minuten. Zeit, die über Leben und Tod des Kranken entscheiden kann. Wir zeigen, woran Sie lebensbedrohliche Situationen erkennen - und wie Sie schnell und effektiv Erste Hilfe leisten.

So erkennen Sie einen Herzinfarkt

Patienten mit Herzinfarkt klagen über einen plötzlich auftretenden, heftigen Schmerz im Brustbereich. Dieser kann in den linken Arm, die Schulter oder den Hals ausstrahlen, aber auch in den Unterkiefer, Rücken oder Oberbauch ziehen. Betroffene sind oft sehr nervös, haben schweißnasse Haut und eine blasse bis graue Gesichtsfarbe. Die Hände und Füße können feucht und kalt sein. Einige Patienten leiden an Übelkeit, sie erbrechen, zeigen Anzeichen von Schwäche und haben Angst, mitunter sogar Todesangst. Der Blutdruck ist meist niedrig.

Die Ursache eines Herzinfarktes ist der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Ein solcher Verschluss entsteht durch Ablagerungen in den betroffenen Gefäßen, sogenannte Arteriosklerose, oder durch ein Blutgerinnsel, das sich festsetzt. Ein Teil des Herzmuskels kann nicht mehr mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden – und stirbt ab.

Je nach Größe und Lage des verstopften Herzkranzgefäßes variieren die Symptome: Einige Infarkte verlaufen stumm, also ohne die klassischen Beschwerden. Andere führen wiederum zum sofortigen Herztod. Besonders bei Diabetikern und älteren Patienten fehlt oft das Leitsymptom eines Herzinfarktes: der heftige Brustschmerz. Auch bei Frauen kann ein Herzinfarkt untypisch verlaufen: Sie klagen eher über Übelkeit, Kurzatmigkeit und ein Druckgefühl im Brustkorb. In der Folge eines Herzinfarktes kann es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt

Alarmieren Sie umgehend den Rettungsdienst über den Notruf 112! Prüfen Sie, ob der Patient bei Bewusstsein ist, ob er atmet oder sich bewegt. Sprechen Sie die Person direkt an und rütteln Sie an den Schultern. Bemerken Sie keine Lebenszeichen, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Dafür knien Sie sich neben den Patienten und legen beide Hände übereinander auf den Brustkorb. Mit durchgestreckten Armen und einer Frequenz von 100 bis 120 Druckstößen pro Minute beginnen Sie mit der Herzmassage. Nach je 30 Druckstößen beatmen Sie den Patienten zweimal von Mund zu Mund oder Mund zu Nase. Unerfahrene Ersthelfer können sich auch auf die Herzdruckmassage konzentrieren und die Atemspende weglassen. Fahren Sie mit der Wiederbelebung fort, bis der Notarzt eingetroffen ist.

Ist der Patient bei Bewusstsein, muss das geschwächte Herz entlastet werden. Lagern Sie den Patienten mit erhöhtem Oberkörper oder sitzend. Öffnen Sie enge Kleidung, Hemdkragen, Krawatte oder Gürtel. Schirmen Sie den Patienten unbedingt von Unruhe oder Aufregung ab – Betroffene leiden oft unter Todesangst und werden durch Hektik weiter verunsichert. Bleiben Sie stets in der Nähe des Patienten, reden Sie mit ihm in einem möglichst ruhigen Tonfall und informieren Sie ihn über den aktuellen Stand, zum Beispiel: "Der Krankenwagen ist auf dem Weg." Überwachen Sie die Atmung, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Ein Schlaganfall äußert sich oft in der Lähmung eines Fußes, einer Hand oder einer gesamten Körperhälfte. Die Störung kann auch das Gesicht betreffen: Es wirkt schief, der Mundwinkel hängt, das Augenlid ist einseitig geschlossen. Zusätzlich können Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, Schwindel und heftige Kopfschmerzen auftreten. Im schlimmsten Fall drohen Bewusstlosigkeit und ein Kreislaufzusammenbruch.

Diese Symptome treten auf, wenn Teile des Gehirns nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Ursache kann ein verstopftes oder ein geplatztes Gefäß im Kopf sein: Der nachfolgende Gehirnbereich wird nicht mehr durchblutet und verliert seine Funktion. Es kommt zu Lähmungen und Ausfällen.

Erste Hilfe bei einem Schlaganfall

Alarmieren Sie umgehend den Rettungsdienst über die Rufnummer 112, wenn auch nur eines der oben geschilderten Symptome zutrifft und die Beschwerden plötzlich aufgetreten sind. Ist die Person bei Bewusstsein, sollte sie bequem und mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Polstern Sie gelähmte Körperteile mit Kissen oder einer Decke, um Druckschäden zu vermeiden. Sprechen Sie mit dem Patienten in einem ruhigen Ton und beruhigen Sie ihn. Bis der Notarzt eintrifft, kontrollieren Sie Atmung, Bewusstsein und Lebenszeichen. Kommt es zu einem Kreislaufstillstand, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Peter Sefrin, Bundesarzt beim Deutschen Roten Kreuz

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.