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Hirnstoffwechsel Stimmt es eigentlich, dass manche Frauen in den Wechseljahren schusselig werden?

Wechseljahre: Eine Frau fasst sich an de Kopf 8Symbolbild)
Die Wechseljahre können mit Phasen von Verwirrung, Ablenkbarkeit und Vergesslichkeit einhergehen (Symbolbild)
© Getty Images
Der Energiestoffwechsel im Gehirn wird bei jungen Frauen maßgeblich von Östrogenen reguliert. In den Wechseljahren nimmt die Konzentration der Geschlechtshormone ab. Welche Folgen das haben kann, erfahren Sie hier.

Stimmt es eigentlich, dass manche Frauen in den Wechseljahren schusselig werden?

Ja, das stimmt. Denn bei jungen Frauen regulieren vor allem Östrogene den Hirnstoffwechsel, also sowohl den Transport und die Aufnahme von Glukose in die Neurone als auch dort dessen Abbau zur Energiegewinnung. Doch die Konzentration der Geschlechtshormone fällt während des Klimakteriums. Es droht bei bis zu 60 Prozent der Frauen eine Art "bioenergetische Hirnkrise", wie es Lisa Mosconi, Direktorin der Women's Brain Initiative am Weill Cornell Medical College in New York City, nennt. Weil der Treibstoff Glukose nicht mehr so effizient genutzt werden kann wie zuvor, können mögliche Folgen, so Mosconi, Phasen von Verwirrung, Ablenkbarkeit und Vergesslichkeit sein. Die gute Nachricht: Das geht vorüber. Und der Verstand bleibt meist intakt.

Gehirn in Wechseljahren anfälliger für Schäden

Versuche der Arbeitsgruppe um Roberta Diaz Brinton, Direktorin des UA Center for Innovation in Brain Science an der University of Arizona Health Science, mit Mäusen weisen allerdings darauf hin, dass während des Hungermodus in deren Gehirn womöglich Energie durch den Abbau von Ketonkörpern generiert wird, die aus den Schutzhüllen der Neurone stammen. Wissenschaftler fragen sich, ob womöglich solch eine Kannibalisierung zu der Entstehung von Alzheimer beitragen könnte.

Tatsächlich erhält 20 Jahre später jede fünfte Frau diese Diagnose, aber nur jeder neunte Mann. Warum, ist unklar, sicher aber ist: Die Menopause selbst verursacht kein Alzheimer, ist aber womöglich ein zeitliches Fenster, in dem das Gehirn von Frauen mit Risikofaktoren wie Prädiabetes, hohen Cholesterinwerten, aber auch hohem Stresslevel besonders anfällig für Schäden sein kann. Noch hat die Forschung darauf keine Antwort, auch ist nicht klar, ob hier eine Hormontherapie helfen könnte.

Daher sollte jede Frau vorbeugen – mit gesundem Essen, wenig Stress, ausreichend Schlaf und körperlicher Aktivität.

Quellen:Wissenschaftliche Online-Datenbank "ScienceDirect"Weill Cornell Graduate School of Medical Sciences

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