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Vietnam Fünf Jahre Gefängnis: Er hat gegen die Corona-Regeln verstoßen und andere angesteckt

Junger Vietnamese steht mit Maske vorm Fenster und schaut sehnsüchtig nach draußen.
Viele Menschen müssen zu Hause in Corona-Quarantäne bleiben. 
© Makidotvn / Getty Images
Eigentlich gehörte Vietnam zu einem der wenigen Länder mit einer Erfolgsgeschichte in der Corona-Pandemie. Doch steigende Fallzahlen machen strenge Quarantäne- und Verhaltensregeln notwendig. Wer dagegen verstößt, den erwarten harte Strafen.

Vietnam führte am 16. März 2020 als erster Staat die Maskenpflicht ein. Zudem wurden Temperaturkontrollen durchgeführt und Gesundheitsdaten abgefragt. Als nach drei Monaten ohne Neuinfektionen Ende November 2020 ein neuer Corona-Fall auftrat, wurden Hunderte Kontaktpersonen ermittelt und teilweise isoliert, sogar Schulen wurden deshalb geschlossen.

Vietnam zählt zu den Ländern, die bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sind. Das hat der asiatische Staat vor allem gezielten Massentests, aggressiver Kontaktverfolgung, strengen Grenzkontrollen und strikter Quarantäne zu verdanken. Bisher wurden in ganz Vietnam fast 540.000 Corona-Fälle und knapp über 13.000 Todesfälle verzeichnet. Wer gegen die strengen Regeln verstößt und auch noch andere Menschen mit dem Virus ansteckt, muss mit einer ordentlichen Strafe rechnen.

Fünf Jahre Gefängnis

So erging es einem 28-jährigen Vietnamesen, der in einem eintägigen Prozess vor dem Volksgericht der südlichen Provinz Ca Mau wegen "Verbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten" verurteilt wurde, wie die staatliche Vietnam News Agency berichtete. Wie die Nachrichtenagentur ausführt, kam der Mann von einem Urlaub zurück und reiste von Ho-Chi-Minh-Stadt zurück nach Ca Mau. Nach seiner Rückreise verletzte er den Angaben zufolge die 21-tägige Quarantäne und infizierte infolgedessen acht Menschen. Einer der Infizierten starb nach einem Monat Behandlung an dem Virus.

In Ca Mau, der südlichsten Provinz Vietnams, wurden seit Beginn der Pandemie nur 191 Fälle und zwei Todesfälle gemeldet, was deutlich unter den fast 260.000 Fällen und 10.685 Todesfällen im Coronavirus-Epizentrum des Landes, Ho-Chi-Minh-Stadt, liegt. Der 28-jährige Le Van Tri wurde für seinen Verstoß am Montag zu fünf Jahren Haft verurteilt. In Vietnam wurden zwei weitere Personen wegen der gleichen Vorwürfe zu Haftstrafen von 18 Monaten und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Steigende Fallzahlen

Seit Ende April verzeichnet das Land einen Anstieg der Fallzahlen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Der bisherige Höchstwert der täglichen Neuinfektionen liegt bei 14.922 Infektionen. Die meisten Todesfälle traten in den letzten Monaten auf. Insgesamt leben in Vietnam rund 98 Millionen Menschen.

Um den Verlauf der Pandemie einzudämmen, gehen vietnamesische Behörden mit verschiedenen Mitteln dagegen vor. Ein Teil davon ist eine Test-Offensive für die Millionen-Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt, strengere Abstandsregeln, Einreisebeschränkungen und die strikten Quarantäne-Bestimmungen. In Vietnam wurden bisher etwa 20 Millionen Impfdosen verabreicht. Davon sind 2,73 Millionen Menschen vollständig geimpft. Prozentual macht das bloß einen Anteil von etwa 2,8 Prozent der Bevölkerung aus – deutlich zu wenig, um die Ausbreitung des Virus mit Impfungen eindämmen zu können.

Quelle: "CNN"

eli

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