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Pilze- und Beerensammler in Sorge Fuchsbandwurm kann unheilbare Infektion auslösen - doch ist die Angst berechtigt?

Er ist nur drei bis vier Millimeter lang, kann für den Menschen aber lebensgefährlich werden: der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). Vor allem Sammler von Pilzen, Beeren und Kräutern fürchten einen Befall des Parasiten. Eine berechtigte Sorge oder reine Panik?
Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts kommt eine Ansteckung nur selten vor. 2017 wurden lediglich 30 Fälle von alveolärer Echinokokkose registriert – und diese fast ausschließlich in Süddeutschland. Das Fatale jedoch: Bis Betroffene Beschwerden oder Schmerzen verspüren, können bis zu zehn Jahre vergehen. Der Fuchsbandwurm befällt nämlich nicht nur unbemerkt die Leber, ganz selten auch Lunge oder Gehirn. Seine Larven wachsen zudem sehr langsam, sodass das Organ tumorartig zerstört wird.
Fuchsbandwurm kommt nur selten in Hund oder Katze vor
Vor 30 Jahren bedeutete das das Todesurteil, heute gibt es spezielle Medikamente. Diese können jedoch nur das Wachstum der Larve im Körper eindämmen, nicht aber deren Gewebe abtöten. Der Patient muss die Arznei also sein Leben lang einnehmen.
Wie der kleine Parasit letztlich in den menschlichen Körper gelangt, ist indes noch nicht erforscht. Was man weiß: Die Würmer leben in Europa vor allem im Darm von Rotfuchs und Marderhund, selten auch in dem von Hund und Katze. Mit dem Kot des befallenen Tiers scheidet der Fuchsbandwurm seine Eier aus. Landen die Eier auf Beere oder Pilz, ist durch deren Verzehr ein Befall möglich – aber unwahrscheinlich. 
Infektion ist für Menschen unwahrscheinlich
So konnte bislang keine Studie das Sammeln im Wald als Risikofaktor identifizieren. Wohl auch, weil ein Mensch mehrere Hundert Eier aufnehmen müsste, um sich zu infizieren, sagen Biologen.
Auch Haustierbesitzer können beruhigt sein: Ein Befall durch Hund oder Katze ist bislang nicht nachgewiesen – weltweit. Dennoch sollten gerade herumstreunende Hunde regelmäßig auf Fuchsbandwürmer untersucht und entwurmt werden.
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Er ist winzig klein, kann für den Menschen jedoch lebensgefährlich werden: der Fuchsbandwurm. Besonders fatal: Bis Betroffene Beschwerden oder Schmerzen verspüren, können bis zu zehn Jahre vergehen. Doch ist die Angst vor dem Parasiten wirklich berechtigt?
mod

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