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Autozulieferer Webasto Es geht ihnen wieder gut: Mehrere Coronavirus-Patienten in Bayern aus Klinik entlassen

Bayern, Gauting: Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE
Bayern, Gauting: Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE
© Sven Hoppe / DPA
Der letzte Coronavirus-Patient im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto in Bayern ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Derweil melden zahlreiche Bundesländer weitere Erkrankungen.

Der letzte Coronavirus-Patient in Bayern im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Einzelheiten zu der Person teilte das Gesundheitsministerium in München am Donnerstag wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit.

Im Freistaat gab es 14 positiv getestete Covid-19-Patienten, darunter auch eine Familie mit Kindern aus dem Landkreis Traunstein, die im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf standen. Dort war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich. 

"Wer von uns offiziell entlassen wird, kann ohne Kontaktsperre wieder in seinen Alltag zurückkehren", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in Schwabing. Die meisten seiner Patienten hätten im Zuge der Erkrankung an Covid-19 – so die wissenschaftliche Bezeichnung – lediglich leichte grippeähnliche Symptome gezeigt.

Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus. Die Kriterien hat das Robert Koch-Institut festgelegt.

Coronavirus in Hamburg und Hessen angekommen

Das neuartige Coronavirus hat inzwischen auch Norddeutschland erreicht. In Hamburg wurde in der Nacht zum Freitag der erste Ansteckungsfall bestätigt. Bei dem Infizierten handelt es sich um einen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), wie die Gesundheitsbehörde der Hansestadt und das UKE mitteilten. Der Mann wohnt demnach in Schleswig-Holstein und kehrte kürzlich von einem Italien-Urlaub zurück. 

Auch in Hessen wurde der Erreger der neuartigen Lungenkrankheit bei einem Patienten nachgewiesen, wie das Landessozialministerium bekanntgab. Der Gesundheitszustand des Patienten ist nach Angaben der Gesundheitsbehörden und des Landkreises Lahn-Dill stabil. Der 31-Jährige befinde sich isoliert im Wetzlarer Krankenhaus, sagte Landrat Wolfgang Schuster (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wetzlar.

In Nordrhein-Westfalen wurden nach Angaben der Behörden weitere 14 Infektionen im Kreis Heinsberg bestätigt. Die Zahl der Fälle in dem Kreis wuchs damit auf 20. Alle neu diagnostizierten Patienten seien in häusliche Quarantäne entlassen worden, hieß es. 

Das Sozialministerium in Baden-Württemberg gab sechs weitere Fälle in dem Bundesland bekannt. Drei der Infizierten hatten demnach bei einem Geschäftstreffen in München Kontakt zu einem italienischen Teilnehmer, der anschließend in Italien positiv getestet wurde. In Baden-Württemberg gibt es damit nun zehn Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

Auch aus Bayern wurde ein neuer Ansteckungsfall gemeldet. Der Betroffene aus Mittelfranken hatte in Kontakt zu einem Italiener gestanden, der mit dem Virus infiziert sei, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte.

Experten: Virus wird sich dauerhaft in Deutschland einnisten

Die Bundesärztekammer rief Bürger mit bloß leichten Erkrankungen zur Vermeidung von Arztbesuchen auf, um Kapazitäten für mögliche Corona-Patienten freizuhalten.

Das Virus wird sich immer mehr Experten zufolge dauerhaft in Deutschland einnisten. "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der "Passauer Neuen Presse". 

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner": "Wir müssen uns fragen, in welcher Geschwindigkeit so 60 bis 70 Prozent der deutschen Bevölkerung mit diesem Virus jetzt Erfahrung machen wird." Wenn das in mehreren Wochen – statt über einen Zeitraum von zwei Jahren – geschehe, wäre es das Schlimmste, was passieren könnte. "Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden", sagte Drosten. Deutschland werde in Europa eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen sein, "weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist".

fs DPA AFP

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