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"HypoCat": Hoffnung für Allergiker: Schon bald soll es einen Impfstoff gegen Katzenallergie geben

Schweizer Forscher entwickelten einen neuartigen Wirkstoff gegen Katzenallergie. Bemerkenswert ist: Das Mittel wird nicht den Menschen verabreicht, sondern den Tieren.

Katzenallergie ade: Forscher entwickelten neuen Impfstoff

Derzeit gibt es mit keiner bekannten Methode eine Heilungsmöglichkeit für Katzenallergien

Getty Images

Im Universitätsklinikum Zürich entwickelten Forscher einen Wirkstoff, der allen unter Katzenallergie Leidenden dabei helfen kann, die Symptome ihrer Allergie auf ein Minimum zu reduzieren.

Eine gute Nachricht für alle Spritzenphobiker vorweg: Es sind die Katzen, bei denen der Impfstoff injiziert wird – und nicht der Mensch. Darüber berichten mehrere Medien übereinstimmend, zuerst die Daily Mail.

Katzenallergien werden durch das Protein "Fel-d1" ausgelöst, welches hauptsächlich im Fell der Tiere vorkommt. Es verbreitet sich über abgestorbene Hautschuppen der Katze, welche in den meisten Katzenhaushalten auf Sofas oder der Bettwäsche vorkommen.

Gelangt es anschließend in die menschlichen Atemwege, kann es eine Histaminflut in Gang setzen. Dies geschieht als Gegenreaktion des Immunsystems, da es sich, wie bei von der Allergie Betroffenen, eines Angriffs durch das Protein ausgesetzt sieht. Genau diese superschnelle Reaktion des Immunsystems ruft, viel stärker als das Protein selbst, die unangenehmen Symptome der Katzenallergie hervor.

Laut einer Mitteilung des Allergieinformationsdienstes wird geschätzt, dass in Deutschland bei knapp unter 30 Prozent aller Erwachsenen, die sich zur Abklärung einer Atemwegsallergie in ärztliche Behandlung begaben, eine solche allergische Reaktion auftrat. Allerdings beruht diese Schätzung auf Werten aus 2012 und es wurden Katzen und Hunde als Allergieauslöser zusammengefasst. Neuere Zahlen für die Gesamtbevölkerung stammten es aus den USA, wo zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung eine Sensibilisierung gegen Katzen oder Hunde aufwiesen, womit Tierallergene nach Pollen und Hausstaubmilben der dritthäufigste Verursacher einer Atemwegsallergie ausmachten.

Katzenallergieimpfstoff "HypoCat"

Die allergischen Reaktionen sind auch ein Problem für die Tiere selbst. Laut dem britischen Katzenschutzbund geben alljährlich hunderte Allergiker ihre Katzen an Tierheime zurück, da sie keinen Weg finden, ihre körperlichen Beschwerden anderweitig zu kurieren.

Etwa ein Jahrzehnt lang arbeiteten Forscher an der Neuentwicklung des neuen Impfstoffes, welcher "HypoCat" genannt wurde. Ihre im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichte Studie belegt, dass der Impfstoff das betreffende Protein in signifikanter Weise reduzieren konnte.

Die beteiligten Wissenschaftler des Universitätskrankenhauses Zürich erläutern, dass alle 54 Katzen, die die Injektion von den Forschern erhielten, die gewünschten Antikörper aufwiesen.

Derzeit gibt es mit keiner anderen bekannten Methode eine Heilungsmöglichkeit für Katzenallergien. Bevorzugt angewandt wird meist die sogenannte Hypersensibilisierung, mit der es häufig gelingt, die Heftigkeit der allergischen Reaktionen zu mildern.

Das neuentwickelte "HypoCat" soll laut der schweizer Forscher innerhalb von drei Jahren marktreif sein.

Quellen: Daily Mail / Journal of Allergy and Clinical Immunology / Allergieinformationsdienst


km

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