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IGeL-Angebote PSA-Test und Co.: Krankenkassenverband warnt vor Selbstzahlerleistungen

Krankenkassenverband warnt vor Selbstzahlerleistungen
Einige IGeL-Leistungen widersprächen den Empfehlungen ärztlicher Fachgesellschaften, so Krankenkassen-Verbandschef Peter Pick (Symbolfoto)
© Sarinya Pinngam / iStockphoto / Getty Images
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDS) warnt vor potenziell gefährlichen Zusatzleistungen. Diese können Patienten mehr schaden als nützen.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDS) hat vor potenziell gefährlichen Zusatzleistungen gewarnt. Bei der Vorstellung eines Berichts zu individuell zu bezahlenden Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, sagte MDS-Geschäftsführer Peter Pick am Dienstag: "Zwei der Topseller – die Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung und der Ultraschall der Eierstöcke – schaden eher als dass sie nützen." Diese IGeL-Leistungen widersprächen den Empfehlungen ärztlicher Fachgesellschaften.

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Auch von einem PSA-Test zur Prostatakrebserkennung rate der MDS ab, sagte Pick. Fälschlicherweise positive Ergebnisse bei Gesunden könnten schädliche invasive Behandlungen nach sich ziehen. Pick stellte aber klar: "Immer dann, wenn entsprechende Hinweise da sind, Tastbefunde oder ähnliches, dann sind solche Maßnahmen sinnvoll und auch angezeigt."

Krankenkassen zahlen nicht für IGeL-Angebote

IGeL sind medizinische Zusatzangebote, die in der Regel selbst bezahlt werden müssen. Laut MDS geben die gesetzlichen Versicherten dafür jährlich etwa eine Milliarde Euro aus. Ein Internetportal informiert seit 2012 über Nutzen und Schaden von Selbstzahler-Angeboten beim Arzt. Unter www.igel-monitor.de finden Krankenversicherte Bewertungen der einzelnen Individuellen Gesundheitsleistungen. Die Individuellen Gesundheitsleistungen zahlt der Patient selbst. Ob sie überhaupt nötig sind, sollte man sich gut überlegen.

Zu den teuren Extra-Leistungen zählt darüber hinaus beispielsweise Akupunktur zur Vorbeugung von Migräne. Sie wird als "tendenziell positiv" eingeschätzt, weil sie weniger Nebenwirkungen und weniger Therapieabbrüche im Vergleich zur Standardtherapie mit Medikamenten aufweise. Allerdings gebe es auch hier keine Hinweise darauf, dass sie Medikamenten überlegen sei.

km / <br/> DPA

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