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Ab 2021: Nach langen Protesten: Großbritannien schafft Steuer auf Periodenprodukte ab

Mit dem historischen Schritt will die Regierung gegen das Phänomen der sogenannten Perioden-Armut anwirken.

Beschriebener Regenschirm bei einer Demo in London

No more tampon tax – in Großbritannien will man die Steuer auf Periodenprodukte komplett abschaffen

Picture Alliance

Gute Nachrichten pünktlich zum Weltfrauentag: Die "Tampon-Steuer" wird Medienberichten zufolge in Großbritannien abgeschafft. Auf Hygieneartikel soll demnach künftig keine Mehrwertsteuer mehr erhoben werden, sodass Tampons oder Binden billiger werden.

Damit will das Land weiter die sogenannte Perioden-Armut bekämpfen: Viele Mädchen und Frauen haben nicht genug Geld für solche Artikel während ihrer Periode und greifen heimlich zu Zeitungspapier, alten Stofflappen, Socken und Klopapier. Etliche schwänzen die Schule – aus Angst, es könnte ein Malheur passieren. Finanzminister Rishi Sunak soll die Maßnahme bei der Vorstellung des Haushaltsplans am Mittwoch in London verkünden. Sie wird demnach am 1. Januar 2021 in Kraft treten.

In der Brexit-Übergangsphase bis Ende des Jahres sei die Abschaffung aufgrund von EU-Regelungen nicht möglich, berichteten Zeitungen am Samstag. Demnach ist ein reduzierter Steuersatz, wie er seit 2020 auch in Deutschland gilt, für EU-Mitglieder möglich, eine komplette Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel jedoch nicht.

Schottland als Vorreiter

Derzeit werden in Großbritannien fünf Prozent Mehrwertsteuer auf solche Hygieneartikel erhoben. Durch den Wegfall der Steuer könnten Frauen etwa 40 Britische Pfund (etwa 46 Euro) im Leben sparen, hieß es.

In Großbritannien gilt vor allem Schottland als Vorreiter im Kampf gegen die "Perioden-Armut". Etliche Schüler*innen und Student*innen bekommen dort bereits seit 2018 kostenlos Binden und Tampons zur Verfügung gestellt. Mit dem "Period Products (Free Provision) Scotland Bill" stimmten Ende Februar 112 der 113 mitstimmenden Mitglieder des schottischen Parlaments dafür, dass Menstruationsprodukte an öffentlichen Orten wie in Stadtteilzentren oder Jugendclubs in Zukunft umsonst erhältlich sein werden.

jgs / DPA

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