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"Hochansteckende Erkrankung" Hamburg ruft zur Masernimpfung auf


In Hamburg verbreiten sich die hochansteckenden Masern. Darum hat die Hansestadt nun eine Impf-Kampagne gestartet. Wer sich oder seine Kinder nicht impfen lasse, handle unverantwortlich, so die Gesundheitssenatorin.

Masern sind hochansteckend und mitunter lebensgefährlich, wie der Fall eines vierjährigen Mädchens vergangenes Jahr zeigte. Und sie breiten sich immer weiter aus. Im Jahr 2010 seien es in Hamburg noch 10 Fälle gewesen, in diesem Jahr zählten die Behörden bereits 86 Fälle. 

Deswegen hat die Hansestadt nun eine Impfkampagne gestartet. In ganz Hamburg wird auf Plakaten unter dem Slogan "Masernimpfung - jetzt!" dazu aufgerufen, sich gegen die Krankheit impfen zu lassen. "Masern sind eine hochansteckende Erkrankung. Eine Impfung bietet den wirksamsten Schutz dagegen", sagt Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) dem NDR. 

Masern betreffen nicht nur Kinder

Dabei sind Masern keine reine Kinderkrankheit: Allein in diesem Jahr seien 39 Prozent der Erkrankten zwischen 20 und 59 Jahren alt gewesen. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit oftmals komplizierter als bei Kindern. Die Masern-Viren schwächen das Immunsystem und greifen auch innere Organe wie Lunge, Leber oder Darm an. Nisten sich die Keime im Hirn ein, entzünden sich dort die Nerven. Diese sogenannte Masern-Enzephalitis kann, im schlimmsten Fall, zu bleibender geistiger und körperlicher Behinderung führen oder sogar zum Tod. 

Eine Masernimpfung muss zweimal durchgeführt werden. Wurde die zweite Impfung versäumt, so sollte sie so schnell wie möglich nachgeholt werden, schreibt das Robert Koch Institut (RKI). Das Institut empfiehlt den MMR-Impfstoff. Nach der zweiten Impfung hält der Schutz in der Regel lebenslang.

Impfgegner sind eine Ursache für die Verbreitung

Von ungeimpften Kindern geht jedoch die größte Gefahr einer raschen Verbreitung aus: Sie haben beim Spielen und Toben Körperkontakt zu anderen Kindern. Prüfer-Storcks warnt vor einer Verharmlosung der Virusinfektion. Eltern die ihre Kinder aus Nachlässigkeit oder Angst vor Nebenwirkungen nicht impfen lassen, handelten unverantwortlich. Die Argumente der Impfgegner reichen von einer nicht belegten Wirksamkeit des Impfstoffs bis hin zu Nebenwirkungen wie Autismus. Belegt sind diese Argumente nicht, sie schüren nur falsche Ängste unter Eltern. 

Kein Zusammenhang mit Flüchtlingen

In der Vergangenheit ging das vermehrte Auftreten von Masern häufiger auf Ausbrüchen in Asylbewerbereinrichtungen zurück, wie das RKI in seinem Epidemiologischen Bulletin schreibt. Doch die Zunahme der Erkrankungen in Hamburg stehe in keinem Zusammenhang mit der gestiegenen Anzahl von Flüchtlingen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde dem NDR.

mh

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