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Regen bei Hitze: Achtung, jetzt kommen die Mücken!

Es ist Sommer - doch Mücken sind kaum unterwegs.  Das liege am lange Zeit trockenen Wetter dieses Sommers, sagen Forscher. Aber das könnte sich bald ändern.

Mücken-Plage

Heiß und trocken: Bislang blieb Deutschland von einer Mücken-Plage verschont. Das könnte sich jetzt ändern. 

Getty Images

Die extrem lange Trockenzeit hat die Zahl der Mücken in vielen Regionen Deutschlands dezimiert. Es könnte jedoch bald in vielen Regionen wieder surren, denn starker Regen bei Wärme ist ideal für Stechmücken.  "In der langen Trockenphase trugen viele weibliche Mücken ihre fertigen Eier in sich und suchten nach Möglichkeiten, sie abzulegen", sagt Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) in Müncheberg bei Berlin. Nach Unwettern vielerorts konnten und können sie das tun. Die Entwicklung von der Eiablage bis zur stechenden Mücke dauere bei 25 Grad Celsius etwa zwei Wochen, sagt Walther. Bei anderen Mücken legen die Weibchen ihre Eier an feuchte Stellen, und der Nachwuchs entwickelt sich erst dann, wenn er überschwemmt wird. So oder so: "Wir werden bald in vielen Regionen umfangreiche Mückenpopulationen haben", sagt Walther.

Tropische Mücken in Deutschland

Darunter mischen sich mehr und mehr Neuankömmlinge, wovon zwei Arten besonders bedeutend sind. "Die aus den Tropen stammende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat bereits in drei Bundesländern überwintert: Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen", so Walther.

Die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus), die auch kälteres Klima verträgt, habe schon Regionen in neun Bundesländern besiedelt. Erstmals 2008 in Baden-Württemberg nachgewiesen, sei sie bereits bis nach Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelangt.

Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde in Deutschland bislang zwar noch keine Übertragung von Dengue-, Chikungunya- oder West-Nil-Viren durch die Mücken bekannt. Doch das RKI registriert jährlich Hunderte Rückreisende mit Dengue-Fieber, das oft symptomlos verläuft, aber auch zu starken Muskelschmerzen, Blutungen, und - ganz selten - zum Tod führen kann. Zudem werden mehrere Dutzend Rückreisende mit Chikungunya-Fieber gemeldet, das starke Gelenkschmerzen auslöst. 

Viren übertragen

Tigermücken könnten nach Auskunft von RKI-Epidemiologin Christina Frank Viren allenfalls unter bestimmten Umständen übertragen: Wenn eine Mücke einen Reiserückkehrer mit entsprechenden Viren im Blut sticht, die Lufttemperatur lange hoch genug ist, damit die Mücke das Virus weitergeben kann, und es vor dem Tod des kurzlebigen Insekts noch zu einem zweiten Stich kommt. "Unter welchen Umständen die nach Deutschland gelangten Tigermücken welche Viren übertragen können, ist noch recht unklar", sagt Frank. "Tropenreisende können dennoch helfen, Übertragungen zu vermeiden, indem sie sich im Urlaub und auch noch danach vor Mückenstichen schützen."

Die Buschmücke habe im Laborversuch das Dengue-, Chikungunya- und West-Nil-Virus übertragen, sagt Infektiologe Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald. In den USA seien West-Nil-Viren in Mücken dieser Art auch im Freiland nachgewiesen worden. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Buschmücke das West-Nil-Virus übertragen kann, aber wir haben keinen Beleg dafür, dass es schon passiert ist", sagt Kampen und verweist auf die Rolle der Temperatur. Werde das Klima in Deutschland wärmer, könne es sein, dass Buschmücken, aber auch heimische Mückenarten hier zu Virenüberträgern werden. Nötig seien dazu aber infizierte Menschen.

"Die Mückendichte ist schwer zu messen"

Es sei schwer zu sagen, ob der Klimawandel die Mückenzahl verändert habe, sagt Kampen. "Die Mückendichte ist schwer zu messen." Nach Auskunft von Walther können sich die eingeschleppten Mücken in Deutschland jedoch gut vermehren: "Für die invasiven Arten sind zur Eiablage schon kleinste Wassermengen ausreichend, etwa in einem Blumenuntersetzer oder einer Cola-Dose." Die Mücken hätten sich an städtische Bereiche angepasst. Kartiert werden Mücken im deutschen Mückenatlas, für den jeder seit 2012 Tiere einsenden kann. Zalf und FLI betreiben ihn und bestimmen auch die Mückenart. 

Die Stiche der beiden invasiven Arten seien im Prinzip nicht schlimmer oder schmerzhafter als die heimischer Stechmücken, versichert Walther. Mückenstiche - egal welcher Art - können sich generell durch Kratzen entzünden. Besonders unangenehm seien Stiche der Kriebelmücke, sagt Dermatologe Martin Metz von der Berliner Charité. Sie führten auch häufiger zu einer Entzündung der Lymphgefäße. Dabei entstehe ein roter Strich auf der Haut, der früher oft fälschlich als Blutvergiftung gedeutet worden, aber lange nicht so gefährlich sei. Dennoch sollte man bei diesem Symptom zum Arzt gehen. Dies rät Metz auch bei deutlich über den Bereich des Stiches hinausgehenden Schwellungen, Quaddeln oder Rötungen, insbesondere wenn Symptome wie Fieber oder Lymphknoten-Schwellungen hinzukommen.

Schwere allergische Reaktionen auf Mückenstiche seien deutlich seltener als etwa auf Bienen- und Wespenstiche. Ein anaphylaktischer Schock sei extrem selten. Es sei entgegen einigen Behauptungen nicht erwiesen, dass Mückenspeichel heute mehr allergische Stoffe enthalte als früher. "Da die Menschen aber insgesamt mehr Allergien haben, kann es sein, dass es in dem Zuge auch mehr Allergien auf Mückenstiche gibt." Ebenso wenig sei belegt, dass Mücken Gifte übertragen.

Auch wenn nach Regenfällen in vielen Regionen wieder mehr Mücken surren sollten, sei das nicht unbedingt nur negativ, sagt Walther.

"Mücken sind eine wichtige Nahrungsquelle etwa für räuberische Insekten, Vögel und Fledermäuse, aber auch für Fische, die sich von den Larven ernähren." 

Diese Blumen helfen gegen Insekten
kg / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.