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Risikofaktoren für Krebs: Bluthochdruck begünstigt Hautkrebs

Ein erhöhter Blutdruck steigert das Risiko für schwarzen Hautkrebs. Aber auch ein gestörter Fettstoffwechsel ist gefährlich. Er fördert das Entstehen von weißem Hautkrebs.

Ein erhöhter Blutdruck vergrößert das Risiko für schwarzen Hautkrebs

Ein erhöhter Blutdruck vergrößert das Risiko für schwarzen Hautkrebs

Krebs gehört zu den Schattenseiten von zu viel Sonne auf ungeschützter Haut - die Belastung mit UV-Strahlen beim Sonnenbaden gilt als Hauptursache, warum Menschen an Hautkrebs erkranken. Das ist und das bleibt so. Doch offenbar gibt es weitere, bislang unbekannte Faktoren für das Entstehen von Hautkrebs. Ein internationales Forscherteam um Gabriele Nagel vom Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie hat nun festgestellt, dass Bluthochdruck und Stoffwechselerkrankungen Hautkrebs begünstigen.

Nach den Untersuchungen der Wissenschaftler steigert ein erhöhter Blutdruck die Wahrscheinlichkeit, schwarzen Hautkrebs (maligne Melanome) zu bekommen. Dafür verantwortlich könnten körpereigene Mechanismen sein, die sowohl für Bluthochdruck, als auch für schwarzen Hautkrebs zutreffen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "British Journal of Dermatology". Demnach teilen sich Zellen bei beiden Erkrankungen vermehrt anstatt abzusterben. Die wichtigste Gemeinsamkeit sei aber vermutlich, dass der Körper verstärkt das Protein VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) bildet. VEGF steuert das Wachstum neuer Blutgefäße und wurde bereits in früheren Studien mit Bluthochdruck und Hautkrebs in Verbindung gebracht.

Gestörter Fettstoffwechsel begünstigt weißen Hautkrebs

Außerdem entdeckten die Forscher, dass eine Störung des Fettstoffwechsels das Entstehen von weißem Hautkrebs fördert. Konkret hatten erhöhte Triglyzeridwerte vor allem zu Plattenepithelkarzinomen geführt, die auch als Stachelzellkrebs bezeichnet werden. Möglicherweise verursachen Krebserreger wie Humane Papilloma Viren (HPV) die beobachteten Veränderungen im Fettstoffwechsel, erklären die Wissenschaftler. HPV können zu Gebärmutterhalskrebs führen, und Forscher bringen sie teilweise mit weißem Hautkrebs in Zusammenhang.

Die aktuelle Untersuchung des Forscherteams ist Teil einer Langzeitstudie zum Zusammenhang von Krebs und dem Metabolischem Syndrom, welches Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen zusammenfasst. Seit 2006 analysieren die Wissenschaftler bei rund 540.000 Männern und Frauen den Blutdruck, den Body Mass Index (BMI) sowie verschiedene Stoffwechselwerte und suchen nach möglichen Verbindungen zu Krebserkrankungen. An der sogenannten Me-Can-Studie sind Forscher aus Schweden, Norwegen, Deutschland und Österreich beteiligt.

Die aktuellen Studienergebnisse zeigten, dass ein gesunder Lebensstil, der Bluthochdruck und Übergewicht vermeide, womöglich auch Hautkrebserkrankungen vorbeugen könne, resümieren die Forscher. Weitere Untersuchungen seien nun nötig. Am Ende könnten dann möglicherweise neue Ansätze für die Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Hautkrebs stehen.

In Deutschland erkranken rund 240.000 Menschen neu an Hautkrebs - davon etwa 170.000 am weißen Hautkrebs und rund 25.000 an dem besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Knapp 3000 Menschen sterben jedes Jahr an dieser Krebsform.

Von Martina Janning
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